Volkshochschule:Islam-Vortrag von Thomas Bauer

Leibnizpreisträger rückt eingefahrene Ansichten gerade

Mit dem Leibniz-Preisträger Professor Thomas Bauer kommt einer der besten Islamwissenschaftler zu einem Vortrag nach Erding. Zuletzt ist von ihm bei C.H. Beck das Buch "Warum es kein islamisches Mittelalter gab - Das Erbe der Antike und der Orient" erschienen. Über dieses Thema wird Bauer auch in Erding sprechen. An zahlreichen Beispielen zeigt er, wie in der islamischen Welt die antike Zivilisation mit florierenden Städten und Wissenschaften weiterlebte, während im mittelalterlichen Europa nur noch Ruinen an eine untergegangene Kultur erinnerten. Ärzte führten die Medizin Galens fort, Naturwissenschaften und Liebesdichtung blühten auf. Professor Bauer schildert in seinem Vortrag, wie die antike Kultur von al-Andalus über Nordafrika und Syrien bis Persien fortlebte und warum das 11. Jahrhundert in ganz Eurasien, vom Hindukusch bis Westeuropa, eine Zäsur bildet, auf die in der islamischen Welt bald die Neuzeit folgte. Er widerlegt damit überzeugend die eingespielten Epochengrenzen und rückt eingefahrene Sichtweisen auf Orient und Okzident zurecht.

"Warum es kein islamisches Mittelalter gab", Montag, 20. September, 19.30 Uhr, VHS Erding.

© SZ vom 16.09.2021 / flo
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