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Vertrag ist unterzeichnet:Gutes tun - nach den eigenen Vorstellungen

Sparkasse Erding-Dorfen errichtet in der Stiftergemeinschaft eine Plattform für bürgerschaftliches Engagement

Die Sparkasse Erding-Dorfen hat am Montag eine Stiftergemeinschaft gegründet, unter deren Dach Privatpersonen, aber auch Kommunen Stiftungen mit einer Einlage von mindestens 25 0000 Euro gründen können - ohne viele Formalitäten erledigen zu müssen. Die erste Stiftung ist bereits aus der Taufe gehoben: Wie es bei einer Pressekonferenz am Montag hieß, hat ein Bürger 25 000 Euro hinterlegt. Kern einer Stiftung ist, dass das Kapital erhalten bleibt und nur die Erträge verwendet werden. In einer Stiftergemeinschaft kann der Stifter die Verwendung jährlich seinen Vorstellungen anpassen - ein großer Unterschied zu einer normalen Stiftung.

Wir wollen einen Rahmen bieten, damit die Menschen sich bürgerschaftlich engagieren können", sagte Joachim Sommer, der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Erding-Dorfen. Es gebe sehr viele verschiedene Beweggründe, warum jemand eine Stiftung gründen wolle: aus Dankbarkeit, um ein Lebenswerk zu hinterlassen, das mit dem eigenen Namen verbunden ist, oder um der Heimat etwas Gutes zu tun. Das Geld der Stiftergemeinschaft wird gemeinsam angelegt - jedoch nicht zu spekulativ, dies ist ein Grundsatz bei der Anlage von Stiftungsvermögen.

Die Erträge werden dann auf die einzelnen Stifter verteilt und den Zwecken zugeführt, wie es die Stifter wünschen. Jedes Jahr könne ein Stifter aufs Neue einen anderen Stiftungszweck bestimmen, sagte Sommer. Über all dem wacht ein Kuratorium, dessen Vorsitzender Willy Neupärtl ist, der frühere Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Erding-Dorfen, der diesen Posten Ende 2009 an Sommer übergeben hat. Weitere Personen stehen ihm zur Seite: der Erdinger Rechtsanwalt Bernd Grimm, die Dorfener Notarin Birgit Stahl und der Erdinger Steuerberater Peter Ratajak.

Von Seiten der Sparkasse gehören Marketingleiter Roland Schreiber, Stiftungsberaterin Veronika Angermaier und das künftige Vorstandsmitglied Mischa Schubert dem Kuratorium an. Verwaltet wird die Stiftergemeinschaft durch die DT Deutsche Stiftungstreuhand, dessen Vorstandsvorsitzender ist Horst Ohlmann. Die Stiftungstreuhand legt die Gelder an und wird kontrolliert vom Kuratorium. Wie Sommer betonte, müsse man nicht Kunde der Sparkasse sein, um eine Stiftung in der Stiftergemeinschaft zu gründen.

Die Erfahrung zeige, sagte Ohlmann, dass neunzig Prozent der Erträge in der Region blieben. Ob Denkmalschutz, Tierschutz, Kindergärten oder Altenheime: Die Möglichkeiten seien vielfältig. Neupärtl fügte an, aufgrund der finanzielle Notlage könnten manche Kommunen nur "das Dürftigste" abdecken. Daher halte er die Stiftergemeinschaft für "zukunftsträchtig", da es immer mehr Singles oder Ehepaare ohne Kinder mit Vermögen gebe. "Das Geld ist vorhanden", sagt Ohlmann. "Viele erben erst, wenn sie in Rente sind."

Die Deutsche Stiftungstreuhand legt den Stiftern einmal im Jahr einen Geschäftsbericht vor, mit dem sie über die Art der Anlage und die Höhe der Erträge informieren. Dies alles sei "sehr transparent", sagt Ohlmann. Mehr als fünfzig Sparkassen hätten bereits Stiftergemeinschaften gegründet. Wer Interesse hat, kann sich bei der Sparkasse Erding-Dorfen an Veronika Angermaier und Johannes Maier wenden.