UWE in Erding Die erste Gegenkandidatin

Petra Bauernfeind von der UWE fordert Amtsinhaber OB Max Gotz (CSU) heraus. Bei den anderen Erdinger Parteien ist noch keine Entscheidung über die Spitzenposition gefallen.

Von Antonia Steiger

Die Verschnaufpause nach den Landtags- und Bundestagswahlen ist für manche schon vorbei, Parteien und Gruppierungen nehmen langsam Fahrt auf für die Kommunalwahlen: Amtsinhaber Max Gotz (CSU) hat seine Bereitschaft für eine erneute Kandidatur als Erdinger OB bereits verkünden lassen, nun hat auch die UWE (Unabhängige Freie Wähler Erding) eine Kandidatin benannt. Die Journalistin Petra Bauernfeind, Frau des früheren langjährigen Bürgermeisters Karl-Heinz Bauernfeind, zieht es ins Rathaus.

Petra Bauernfeind sitzt seit Beginn dieser Amtsperiode im Stadtrat als Teil einer geschrumpften UWE-Fraktion, die nach dem altersbedingt erzwungenen Verzicht von Karl-Heinz Bauernfeind auf eine erneute Kandidatur nicht nur dessen Bürgermeistersessel, sondern auch sieben Sitze im Stadtrat verloren hatte. Heute zählt die UWE acht Sitze. Sie blieb jedoch bei der Besetzung des Zweiten und Dritten Bürgermeisters unberücksichtigt, weil sich die CSU mit der SPD verständigt hatte. Gotz Stellvertreter wurden Ludwig Kirmair (CSU) und Eva Kolenda, obwohl deren SPD weniger Stadträte hat als die UWE.

Keine absolute Mehrheit

Das Verhindern einer absoluten Mehrheit der CSU im Stadtrat ist das Minimalziel, das sich Petra Bauernfeind und die UWE gesetzt haben, wie sie sagt. Wie groß ihre Chancen gegen den Amtsinhaber Gotz sind, dazu äußert sie sich nur vorsichtig: "Er hat den Bonus des Amtsinhabers." Schwerpunkte ihrer eigenen politischen Arbeit sieht sie im sozialen Bereich, über das Wahlprogramm wird jedoch erst am 6. November entschieden, dann beschließt die UWE auch über ihre Nominierungsliste. Auf nennenswerten Widerstand ist Bauernfeind mit ihren Ambitionen offenbar nicht gestoßen. Der jetzige Fraktionssprecher Josef Hochholzer hatte schon 2008 erklärt, nicht als Bürgermeister kandidieren zu wollen. Und auch der damalige Kandidat Rainer Mehringer ließ laut Bauernfeind nicht erkennen, dass er einen weiteren Versuch wagen wollte. Sie sagt, sie sei auf einmütige Zustimmung gestoßen, als sie ihren Willen zur Kandidatur kund getan habe. "Wir wollten auf jeden Fall jemanden aus der Fraktion", sagt sie. "Keinen Seiteneinsteiger." Ein solcher ist Mehringer gewesen, als die UWE ihn für die Wahlen 2008 aus dem Hut gezaubert hatte. Mehringer hatte es in die Stichwahl geschafft und dort 35,37 Prozent gegen Gotz errungen. Er übernahm das Amt des Fraktionssprechers, das er im Oktober 2011 an Hochholzer abgab, der diese Aufgabe schon vor 2008 ausgefüllt hatte.

Weitere Kandidaturen in den Erdinger Ortsverbänden sind noch nicht festgezurrt. An der Kandidatur von Gotz ist nicht zu zweifeln, nachdem Fraktionssprecher Jakob Mittermeier dessen Ambitionen vor wenigen Wochen bekannt gegeben hatte; abgestimmt hat der Ortsverband noch nicht. Bekannt ist des weiteren, dass sich manche bei der SPD eine Kandidatur von Hans Schmidmayer wünschen, der schon vor sechs Jahren kandidiert hatte. Keine allzu große Überraschung wäre es, wenn auch Hans Egger für "Erding jetzt" nochmals als Bürgermeister kandidiert. An der Spitze der Erding jetzt-Liste steht er bereits. Doch er sagt, über einen Kandidaten sei noch nicht entschieden. "Sicher ist nur, dass man jemand braucht, der vorne dransteht", sagt Egger.

Davon ist auch Petra Bauernfeind überzeugt. Doch ganz schmerzfrei werden die kommenden Monate für sie nicht abgehen. "Man macht sich zum Ziel", sagt sie. Ob sie anschließend auch den Fraktionsvorsitz bei der UWE übernehmen würde, falls es mit dem Oberbürgermeisterin nicht klappen sollte, sei noch nicht entschieden. "Ich würde mich wohl nicht wehren, wenn man mich fragen würde", sagt die ehemalige Journalistin. Bis zur Heirat mit Karl-Heinz Bauernfeind war sie Redakteurin beim Erdinger Anzeiger. Noch völlig offen ist die Lage bei der ÖDP. Ob und wer als Oberbürgermeister kandidiert, werde im November beschlossen, sagt Roswitha Bendl, die bereits bekannt gegeben hat, dass sie sich aus der Kommunalpolitik zurückziehen wird.