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Unwetter in Erding:Kurz und heftig

Die Sporthalle, die gerade in Erding gebaut wird, stand nach dem Unwetter Ende Juni unter Wasser. Beim jüngsten Starkregen ging alles gut.

(Foto: Renate Schmidt)

Der Starkregen von Donnerstagnacht führt zu überschwemmten Kellern, verschont diesmal aber die Dreifachturnhalle

Von Regina Bluhme, Erding

"Kurz, aber knackig" - so beschreibt Florian Bauer, der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Lengdorf, den Starkregen, der in der Nacht von Donnerstag auf Freitag über der Gemeinde niederging. Im Bereich Oberding kamen 50 Liter pro Quadratmeter von oben. Mit überschwemmten Kellern hatten es auch die Feuerwehren von Erding und Altenerding zu tun. Die im Bau befindliche Dreifachturnhalle in den Geislinger Ängern blieb diesmal verschont, vergangenen Freitag hatte ein Unwetter den Rohbau unter Wasser gesetzt. Das Unwetter traf jetzt die Telefonanlage des Erdinger Rathauses. Sie wurde beschädigt, sodass am Freitag einige Abteilungen nicht zu erreichen waren.

Bäume über der Fahrbahn, überschwemmte und verschlammte Straßen, Garagen und Keller unter Wasser: Die Feuerwehr Lengdorf hatte alle Hände voll zu tun. Über der Gemeinde ging Starkregen in einer "zentrierten Zelle" nieder. "Es war echt was geboten", sagt Florian Bauer. Diese Satz könnte auch von Lorenz Huber stammen. Insgesamt 15 Einsatze zwischen 20 und 23 Uhr vermeldet der Erdinger Kreisbrandinspektors und Kommandant der Feuerwehr Oberding für Oberding, Niederding und Schwaig. Keller und Straßen waren überflutet, in einigen Gärten stand das Wasser bedrohlich "in Richtung Haus". Größere Schäden sind laut Huber aber zum Glück nicht aufgetreten. Obwohl 50 Liter Wasser pro Quadratmeter niederprasselten, wie eine zufällige Messung ergeben habe. Die sintflutartigen Regenfälle riefen auch die Freiwilligen Feuerwehren von Erding und Altenerding auf den Plan. Markus Gebauer, Stadtbrandinspektor und Kommandant der Erdinger Wehr, zählt neun Einsätze in Erding im Zeitraum zwischen 20.30 Uhr und Mitternacht. "Alles, was Räder hatte, war im Einsatz", so Gebauer. Dabei hatte es die Erdinger Wehr mit vollgelaufenen Kellern tun. Im Stadtteil Klettham standen in einer einzigen Straße gleich vier Keller unter Wasser. In Altenerding bekam es die Feuerwehr laut Gebauer auch noch mit einigen umgeknickten Bäumen zu tun.

Die noch im Bau befindliche Dreifachturnhalle in Erding hatte es am 26. Juni getroffen. Ein starkes Unwetter hatte das Gebäude unter Wasser gesetzt. Bemerkt wurde das von Bauarbeitern aber erst am Montag. Bis zu zehn Zentimeter stand das Wasser in dem Gebäude, sieben Stunden war die Erdinger Feuerwehr mit Unterstützung durch den Bauhof zugange. Auf die Frage, wie das Wasser eindringen konnte, schreibt Christian Wanninger, Pressesprecher der Stadt Erding: "Da sich der Hallenboden etwa 1,50 Meter unter dem Bodenniveau befindet, gab es da Böschungen, die zum Gebäude hinführten. Wegen der großen Wassermassen kamen Teile der Böschung wohl ins Rutschen, das Wasser konnte nicht mehr weg und drückte ins Gebäude." Ob es über die Notausgänge oder die üblichen Zugänge hereingeströmt ist, sei noch unklar. Über den Schaden könne er keine Auskunft geben, so Wanninger am Freitag. Immerhin habe die Dreifachhalle den aktuellen Starkregen gut überstanden: "Gestern ist nichts passiert".

© SZ vom 04.07.2020

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