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Unter dem Motto "Räume prägen":Herausragend und beispielhaft

Bei den "Architektouren 2019" sind an diesem Wochenende auch vier neue Gebäude im Landkreis zu besichtigen. Planer und Bauherren öffnen ihre Häuser für Besucher, die sich ein Bild von aktueller Architektur machen wollen

"Für uns gibt es keinen Tag und keine Nacht ohne Räume. Räume, die selbstverständlich Einfluss auf uns haben", schreibt die Präsidentin der Bayerischen Architektenkammer, Christine Degenhart, im Programm der Architektouren 2019. "Räume prägen" lautet das diesjährige Motto der Architektouren und des bundesweiten Tages der Architektur. In Bayern öffnen an diesem Wochenende, 29. und 30. Juni, 244 Privatleute und Institutionen ihre Türen. Jeder kann sich ein Bild machen von herausragender zeitgenössischer Architektur. Und wer selbst bauen will, findet jede Menge Anregungen.

Weiche Hülle, harter Kern: Betriebsniederlassung mit Büros und Werkstatt in Pastetten von Grünecker Reichelt Architekten aus München.

(Foto: Bernhard Haselbeck/oh)

Im Landkreis Erding sind vier Projekte zu besichtigen, die von den Planern und Bauherren vorgestellt werden. Ein auf den ersten Blick unspektakulärer Bau ist eine Betriebsniederlassung im neuen Gewerbegebiet von Pastetten nahe der Autobahnauffahrt. Der Zweckbau mit Büros und einer großen Werkstatthalle hat es aber in sich. Das Münchner Architekturbüro Grünecker und Reichelt hat hier mit einer "weichen Hülle um einen harten Kern" gebaut. Im Inneren gibt es aus funktionalen Gründen Betonwände, die Außenhülle und das Dach sind jedoch ganz in Holzbauweise errichtet. Diese Mischung ist ungewöhnlich und nicht nur für Spezialisten interessant. Eine Besichtigung ist auch etwas für Unternehmer, die "sich hier ansehen können, was so alles möglich ist", sagt Architektin Emily Grünecker.

In Dorfen ist der Architekt David Wolfertstetter in diesem Jahr gleich mit zwei energiesparenden Wohnhäusern in Holzbauweise vertreten. Beide Häuser liegen zudem ganz nahe beieinander im neuen Wohngebiet "An der Leiten" am östlichen Stadtrand. In dem einen wohnt die Familie des Architekten selbst. Im Architektouren-Katalog ist es als "viel-seitiges Haus am Hang" beschrieben. Es gibt in der Tat mehrere besondere Aspekte in ihrem Eigenheim, sagt Sarah Wolfertstetter. Interessant ist zum einen, wie das Gebäude so in den Hang hinein gebaut wurde, dass man vom Erd- und vom Obergeschoss jeweils ebenerdig nach draußen gehen kann. Die Schlafräume sind bei den Wolfertstetters unten, Küche, Ess- und Wohnbereich liegen oben. Dort im Obergeschoss sind zudem die Funktionsräume en bloc "in einem Haus im Haus" zusammengefasst, wie Sarah Wolfertstetter sagt. Der Grundriss ist sonst sehr offen gestaltet, mit viel Licht, das durch bodentiefe Fenster hereinfällt. Innen gibt es viele Wände sichtbare Holzwände. Ähnlich, aber eben auch anders, ist das "Haus bei den Eichen", das Wolfertstetter für seine neuen Nachbarn entworfen hat. In diesem Fall hat er sehenswerte Lösungen gefunden, wie man große Offenheit mit ebenso großer Privatheit unter ein Dach bringt. Auch dieses Haus ist energiesparend und ein massiver Holzbau aus Weißtanne.

In Erding gibt es ebenfalls ein Wohnhaus aus Holz zu besichtigten. Es steht auf einem Grundstück in Altenerding, hat ein markantes "Sitzfenster" und ist ein gelungenes Beispiel für eine urbane Nachverdichtung in einem zuvor recht großen Garten. Entworfen habe es die Freisinger Architekten Kai Krömer und Stefan Lautner.

Haus am Hang, Karl-Wastl-Str. 17, Dorfen So. 10 und 15 Uhr; Haus bei den Eichen, Karl-Wastl-Str. 23, Dorfen, So. 11 und 16 Uhr; Haus L, Parkstr. 36a, Erding, Sa. 14 bis 16 Uhr; Büros und Werkstatt, Am Etzfeld 7, Pastetten, Sa. 11 bis 13.30 Uhr.