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Sternsinger in Erding:Einer für alle

Erzbischof Reinhard Kardinal Marx eröffnet in Erding die 62. Sternsingeraktion der Diözese München-Freising. In seiner Ansprache in der Stadtpfarrkirche erteilt er Rassismus eine klare Absage: "Jesus ist Bruder aller"

Dieser Friedensgruß will gelernt sein. Hände mit den Innenseiten vors Gesicht halten, Daumen verhaken und dann mit den Fingern winken. Hunderte von Händen erhoben sich als symbolische Friedenstauben am Montag in St. Johannes, als Erzbischof Reinhard Kardinal Marx bei einem Gottesdienst in Erding offiziell die Sternsingeraktion für das Erzbistum München und Freising eröffnete. Im Anschluss zogen die 550 Kinder und Jugendlichen durch die Erdinger Innenstadt, brachten im Erdinger Rathaus den Segensspruch an und konnten nach einem Mittagessen in der Mädchenrealschule Heilig Blut an mehreren Workshops teilnehmen.

Festlich gekleidete Königinnen und Könige hatten sich in der vollbesetzten Kirche versammelt. Sie kamen aus allen Himmelsrichtungen, von Rosenheim bis Mühldorf, von Landshut bis München. Im Rahmen der 62. Sternsingeraktion werden sie nun in der Diözese von Haus unterwegs sein, Spenden sammeln und den Segen "20 C+M+B 20" ("Christus segne dieses Haus") an die Türen schreiben. Nach der Begrüßung durch den Erdinger Stadtpfarrer Martin Garmaier ergriff Erzbischof Marx das Wort. "Beginnt eine neue Epoche des Christentums", ermutigte er seine jungen Zuhörer. "Seid keine müden und eingeschlafenen Christen, die von vergangener Größe träumen, sondern Christen, die sich im Jetzt freuen."

Aufmerksam hörten die jungen Könige und Königinnen den Worten von Erzbischof Marx zu, der sie von Erding aus in die ganze Diözese aussandte.

(Foto: Renate Schmidt)

Jeder Mensch habe ein Lebensziel - "und einen Traum hatten auch die drei Könige und Weisen". Sie suchten nach jemanden, der ihnen den Weg weisen konnte "und sie fanden ein Kind in einem Futtertrog", so Marx. Sie sahen keinen Heiligenschein, "aber sie sahen den Stern, und da wussten sie, dass es Hoffnung gibt". Wie die Heiligen Drei Könige sollten die Kinder und Jugendlichen einer Sehnsucht folgen, "der Sehnsucht, dass da jemand ist, der uns den Weg weist".

Der Segen Gottes sei mehr als die Buchstaben an der Tür, er habe durch das Kind in der Krippe ein Gesicht bekommen. Segen könne eine Begegnung sein, "ein Fest, eine Liebe". Die Botschaft, die die jungen Königinnen und Könige in die Welt tragen sollten, laute: "Wir sind nicht mehr allein, nie mehr." Der Kardinal betonte zudem, dass Jesus ein "Bruder aller" sei, egal welchen Geschlechts oder welcher Hautfarbe. "Rassen sind nur Fantasiebilder des Menschen", so Marx.

Beim Sternsingen gehe es um mehr, als nur Spenden zu sammeln, betonte Kardinal Reinhard Marx: "Ihr bringt den Menschen eine Botschaft".

(Foto: Renate Schmidt)

Im Anschluss segnete Marx Kreide und Weihrauch der Sternsingergruppen. Die Sternsingeraktion ist Teil des Dreikönigssingens, die für 2020 unter dem Leitwort "Segen bringen, Segen sein. Frieden im Libanon und weltweit!" Die Aktion von Kindern helfen Kindern sei weltweit größte, fügte Marx hinzu. Passend dazu erklang zum Auszug die Eurovisionshymne. Für die musikalische Gestaltung sorgten der Kirchenchor und die Johannesbläser unter der Leitung von Georg Rothenaicher.

Einen Ratschlag hatte Kardinal Marx noch zum Schluss: Die jungen Königinnen und Könige sollten es bitte mit dem Weihrauchschwenken nicht übertreiben. Ihm sei es vor ein paar Jahren nämlich passiert, dass nach dem Besuch einer Sternsingergruppe der Rauchmelder wegen des Weihrauchs losgeschlagen habe. Der Alarm war nicht mehr zu stoppen, die Feuerwehr rückte beim Bischofssitz an.