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Startschuss für Umgestaltung im Stadtpark:Es darf ausgelichtet werden

Planungs- und Umweltausschuss genehmigt erste Vegetationsmaßnahmen im Erdinger Stadtpark und den Entwurf des Landschaftsarchitekten Martin Rist

Nun können die ersten Arbeiten im Erdinger Stadtpark beginnen: Am Dienstag hat der Landschaftsarchitekt Martin Rist den Stadträten im Planungs- und Umweltausschuss den Entwurf für die Sanierung des Stadtparks erläutert und welche Änderungen sich im Laufe der vergangenen Monate aus seiner Sicht ergeben haben. Mit einem einstimmigen Beschluss signalisierte der Ausschuss sein Einverständnis mit der Planung und damit, dass nun an den Baumbestand Hand angelegt werden kann. Grünes Licht gab auch Anton Euringer, Leiter der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Erding, der sich zufrieden mit der Planung zeigte. Er habe sich eine "Optimierung der Gewässerlandschaft" gewünscht; dies sei geschehen.

Für eine zügige Umsetzung des Konzeptes ist ein schneller Beschluss erforderlich gewesen, denn jetzt sind Gehölzarbeiten erlaubt, wie Euringer erklärte. Die große Sorge der Erdinger, dass wertvoller Baumbestand den Maßnahmen zum Opfer fällt, wollte Rist von Bürgern und Politikern nehmen.

Auf Nachfrage des SPD-Stadtrates Markus Marschall erklärte er, dass sie Bäume der höchsten Schutzkategorie "nicht antasten" würden. Die allermeisten Bäume, die nun bei Auslichtungsmaßnahmen gefällt werden, seien "unproblematisch". Weitere Eingriffe würden nur vorgenommen, "wenn es unbedingt nötig ist": Narr erklärte, dass am Parkeingang an der Haager Straße sogar der Weg verrückt werden soll, um den alten Baumbestand zu schonen.

Die Vegetationsmaßnahmen bilden die Grundlage für die schrittweise Umsetzung der Planungen im kommenden Jahr, dazu gehören der Spielplatz und Sitzstufen am Fluss. Wie Bürgermeister Max Gotz (CSU) sagte, soll demnächst ein Zeitplan vorgelegt werden. Sehr zur Freude von Anton Euringer wird auch das neue Parkgelände östlich der Bahngleise, das so genannte Mayr-Wirt-Gelände, noch weiter aufgewertet, indem in dem intakten Altwasser der Sempt eine Furt gebaut wird.

Dies werde ein hervorragender Lebensraum für Amphibien, sagte Euringer. Das Gelände wird nicht über den Pater-Alois-Weg zugänglich sein, damit sich Frösche in Ruhe ausbreiten können. "Frösche brauchen drei Zimmer", sagte Euringer. "Das Altwasser zum Laichen, den Buchenbestand, um sich im Winter unter dem Laub zu verkriechen, und eine Wiese für die Nahrungsbeschaffung im Sommer."

Das Interesse der Spaziergänger im Park werden vor allem die Sitzstufen an der Sempt finden, deren Situierung Rist nochmals erläuterte. Er sagte, es sollen an vier Uferbereichen Stufen gebaut werden: im Mayr-Wirt-Gelände jenseits der Bahntrasse im geplanten "grünen Klassenzimmer", am Fluss-Knie gegenüber des Tiergeheges, südlich der Brücke und zusätzlich nun auch weiter nördlich gleich unterhalb des Wehres. Diese Lichtung wird Rists Vorschlag zufolge in den Entwurf aufgenommen.

Auch mit den Behörden sind bereits viele Gespräche geführt worden. So hat sich laut Stadtbaumeister Sebastian Henrich die Deutsche Bahn einverstanden erklärt mit dem Plan, das neue Parkgelände jenseits der Bahnlinie für Spaziergänger zugänglich zu machen, in dem diese unter der Brücke durchgehen können. Der Durchgang wird 2,16 Meter hoch sein. "Für Radfahrer war er ohnehin nicht gedacht", sagte Henrich.

Auch der Bund Naturschutz und das Wasserwirtschaftsamt sind eingebunden. Die Naturschutzbehörde am Landratsamt hat laut ihrem Leiter Euringer bereits eine Teilerlaubnis für die Gehölzarbeiten erteilt. Die naturschutzrechtliche und artenschutzrechtliche Prüfung habe ein positives Ergebnis erbracht. Die Uferbereiche würden stark verbessert, dies sei ein "phantastischer Ausgleich für den Gesamteingriff", sagte Euringer.

Teile des Semptufers sollen künftig den Tieren vorbehalten bleiben. Auch dafür werden Wege verlegt, damit die Fußgänger diese Stellen verschonen. Durch die Maßnahmen im Altwasser der Sempt würde der Durchfluss vermehrt. "Das Gewässer kann sich besser bewegen. Auch dies ist eine Aufwertung", sagte Euringer. Er kündigte ein zügiges Verfahren für die Umsetzung an.