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Stadttriathlon Erding:Endlich wieder im Wettkampfmodus

Etwa 500 Sportler treten unter idealen Bedingungen zum Stadttriathlon Erding an. Der Wettbewerb läuft regelkonform und in schönster Atmosphäre am Kronthaler Weiher ab

Von Antonia Steiger, Erding

Schwimmen, laufen, Rad fahren, das kann eigentlich fast jeder seit der Kindheit. Einen Badeanzug, ein Rad und ein Paar Turnschuhe hat auch fast jeder. Und schon kann es losgehen mit dem Triathlon. Dass man in jedem Alter in diese Sportart einsteigen kann, ließ sich an diesem Sonntag am Kronthaler Weiher in Erding wieder einmal bestens beobachten: Da holten sich stolze Kinder im Grundschulalter ihre Medaillen ab, da mühten sich aber auch Herrschaften im vorgerückten Alter erfolgreich über die Volksdistanz. Ob Hawaii-Finisher oder Anfänger, alle sind beim Triathlon in einem Wettkampf vereint, in diesem Jahr aber sind sie erstmals in Fünf-Sekunden-Abständen gestartet. Eine Neuerung dank Corona, die sich allerdings durchsetzen könnte: Wenn der Neuling sich nicht wie früher Schulter an Schulter mit dem Profi ins Wasser stürzen muss, könnte das Vorteile für beide Seiten haben. Das Rennen am Sonntag war gut besetzt, auch ohne dass sich die Veranstalter um den Start von Stars bemüht hätten, unter anderem war Katrin Esefeld in Erding. Sie war 2015 auf Hawaii mit Platz 19 die zweitbeste Deutsche. In Erding schloss sie auf dem 13. Platz ab. Bei den Frauen gewann Sarah Schönfelder (AK 20) von Triathlon Grassau in 1:01:18 Stunden, bei den Männern Lukas Krämer (AK 35) vom Triteam Schongau in 55:11 Minuten.

Die Teilnehmer waren richtig scharf darauf, sich wieder miteinander zu messen.

(Foto: Renate Schmidt)

Für die allermeisten Teilnehmer und auch für den Veranstalter war nicht das wichtigste, wie schnell sich die Schnellsten durch 400 Meter Schwimmstrecke pflügten, 20 Kilometer auf dem Rad absolvierten und anschließend noch die 5200 Meter durchsprinteten. Am wichtigsten war doch für alle, dass nach überstandener dritter Corona-Welle ein solches Ereignis überhaupt wieder möglich war. Die Sportler waren dazu angehalten, nicht allzu viele Begleitpersonen mitzubringen, die Zuschauer mussten zur Kenntnis nehmen, dass sie nicht so gerne gesehen werden. Möglichst wenig Menschen sollten am Kronthaler Weiher zusammenkommen, es waren dann aber doch einige da, die sich aber bei wunderbarem Wetter auf einem großzügig angelegten Wettkampfgelände nicht so nahe kommen mussten. Ordnungsamt und Polizei waren vor Ort, sie verbrachten ein paar ruhige Arbeitsstunden, schoben die Sonnenbrille auf die Nase und ließen die Atmosphäre auf sich wirken.

Unabhängig vom Alter und vom Trainingszustand waren alle mit Begeisterung dabei.

(Foto: Renate Schmidt)

Um die Abläufe zu entzerren, gab es in Erding erstmals - vielleicht aber nicht zum letzten Mal - einen Rolling Start: Nebeneinander und hintereinander in Abständen sortiert warteten die Sportler darauf, dass ihnen ein Mitglied des Wettkampf-Komitees das Go gaben. Zuvor zeigten sie ihre Startnummer her, die mit wasserfestem Stift auf den Handrücken notiert war, damit auch keiner schummeln konnte. Und ab ging es: ein paar Meter über spitze Steinchen, wo sich schon zeigte, dass hier Hartgesottene neben Zarteren am Start waren. Dann rein ins Wasser, wo statt der üblichen 500 Meter ein 400 Meter langer Kurs rund um die hölzerne Plattform, um ein paar rote Bojen und zurück ans Ufer zu absolvieren war, wo dank einer aufgeblasenen Champ-Flasche der Zieleinlauf nicht zu verfehlen war. Im Laufschritt ging es vorbei an ein paar applaudierenden Angehörigen auf den Parkplatz, wo die Räder in Abständen aufgereiht standen. Auf den paar Metern zum Rad schälten sich die Athleten aus ihren Schwimmanzügen, sie schnallten sich in ihre Radschuhe, und weiter ging es Richtung Eitting auf eine fünf Kilometer lange Strecke, die vier Mal durchfahren werden musste. Die 5200 Meter lange Laufstrecke führte die Triathleten sodann Richtung Eichenkofen und wieder zurück, bevor sie dem Zieleinlauf wieder am Weiher entgegenstrebten. Er bildeten einen guten Ersatz für den Zieleinlauf am Schrannenplatz, der aufgrund seiner besonderen Innenstadtatmosphäre für viele ein Grund ist, überhaupt in Erding zu starten.

Auch ohne einen Zieleinlauf in der Innenstadt hatte der Stadttriathlon Erding in diesem Jahr wieder perfekte Bedingungen für die Teilnehmer zu bieten.

(Foto: Renate Schmidt)

Die Triathlon-Szene war offenbar recht gierig darauf, sich im Wettbewerb zu beweisen. Von überall her kamen die Starter, aus Mergentheim, Harburg, Erlangen, Marktredwitz, Jena und Hörlkofen, unter ihnen Katrin Esefeld und etliche Ironman-Finisher, wie die Zuschauer vom Co-Moderator erfuhren, dem ehemaligen Weltmeister auf der Kurzdistanz, Daniel Unger. Die ersten im Ziel waren Mitglieder des Bayern-Kaders, aber wo sie im Klassement am Ende gelandet sind, wussten sie da noch nicht. Aufgrund des Rolling Starts musste man auf den letzten warten, um Gewissheit über endgültige Reihenfolge zu haben.

Die ersten fünf Plätze bei den Männern belegten Lukas Krämer (55:11 Minuten), Marchelo Kunzelmann Loza (55:19), Jakob Heindl (55:24), Jannik Hoffmann (55:44) und Thomas Tietz (55:52) und bei den Frauen Sarah Schönfelder (1:01:18 Stunden), Madlen Kappeler (1:02:03), Maria Paulig (1:02:16), Isabel Altendorfer (1:03:42) und Claudia Mai (1:03:46). Weitere Ergebnisse für alle Läufe finden sich online auf my.raderesult.com.

© SZ vom 14.06.2021
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