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Stadt Erding:Stiftung springt ein

Zollner-Leihfonds übernimmt Seniorenbewirtung bei Herbstfest

Jedes zweite Jahr lädt die Stadt Erding die Bewohner der beiden Stiftungsseniorenheime aufs Erdinger Volksfest ein. Diese Praxis hat nun der Betriebsprüfer des Finanzamts beanstandet, wie Oberbürgermeister Max Gotz (CSU) kürzlich in der Ausschusssitzung der Zollner-Leihfonds-Stiftung bekannt gab. Das Gremium entschied, dass nun die Stiftung Gelder für die Veranstaltung freimacht.

Die Verköstigung der Bewohner des Heiliggeist-Altenheims und von Fischer's Seniorenzentrum auf dem Herbstfest ist Tradition. Bei der letzten Betriebsprüfung jedoch beanstandete das Finanzamt diese Praxis: Sie verstoße gegen das Umsatz- und auch das Körperschaftssteuerrecht. Die Verwaltung schlug vor, dass die Zollner-Leihfonds-Stiftung die Kosten von rund 4800 Euro übernehmen soll und zwar aus den Mitteln für die Seniorenbetreuung. Der Ausschuss stimmte ohne weitere Diskussion zu. Da der Topf für die Seniorenbetreuung auf 5500 Euro begrenzt ist, sollen die Mittel jetzt angepasst und auf insgesamt 10000 Euro aufgestockt werden.

Auf der Tagesordnung stand auch die Caritas Schuldnerberatung, die einen Zuschuss in Höhe von 7500 Euro beantragte - zum letzten Mal, denn die Schuldnerberatung läuft jetzt am Landratsamt Erding, während bei der Caritas nur die Schuldenprävention verbleibt. Das Gremium genehmigte die Gelder. Laut OB Max Gotz hat die Caritas 2019 insgesamt 233 Haushalte in circa 340 Beratungen betreut, der Anteil der Erdinger machte dabei bei fast die Hälfte aus. Aufgrund der "wichtigen Bedeutung der Schuldnerberatung" und des hohen Anteils der Erdinger sei der Zuschuss gerechtfertigt.

Gegen den Rechnungsabschluss für 2019 gab es keine Einwendungen. Gotz bezifferte das Haushaltsvolumen mit 190 650 Euro im Ansatz, der Abschluss ergab rund 194 600 Euro. Die Einnahmen aus Pachten und Erbbauzins liegen 2019 um rund 4000 Euro über dem Ansatz. Allerdings blieben die Zinserträge unter den Erwartungen. Die veranschlagten 150 Euro wurden unterschritten. Es kamen nur knapp 40 Euro zusammen. Die Ausschüttungen belaufen sich auf circa 110 000 Euro und liegen damit um circa 62 300 Euro unter dem Ansatz. Die allgemeinen Rücklagen betragen Stand 31. Dezember 2019 rund 1,115 Millionen Euro. Schulden hat die Stiftung nicht, dafür verfügt sie über Grundstücke im Wert von rund 2,4 Millionen Euro.

© SZ vom 04.04.2020 / regi

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