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SPD in Erding:Zufrieden mit der Entwicklung

Erdinger SPD über das Haus der Begegnung

Die SPD in Erding ist mit der Entwicklung des Hauses der Begegnung unter der Trägerschaft des Roten Kreuzes in dem denkmalgeschützten städtischen Gebäude Am Rätschenbach 12 zufrieden. Es sei nicht als Seniorentreff, sondern als Bürgerhaus geplant gewesen, darauf verwies Stadtrat Horst Schmidt während eines sogenannten Sommergesprächs der SPD am Dienstabend in der Gaststätte Blumenhof. Daher dürfe man durchaus zufrieden damit sein, dass dort nun auch ein offener Seniorentreff eingerichtet worden sei. Kritik hatte sich in Erding nicht nur an den aus der Sicht mancher zu geringen Öffnungszeiten des Hauses entzündet, sondern auch an der Tatsache, dass das Haus nicht durchgängig barrierefrei ist.

Die städtische Seniorenreferentin und SPD-Stadträtin Jutta Harrer betrachtet es auch als Erfolg ihres eigenen Wirkens, dass mittlerweile ein offener Seniorentreff an jedem Montag stattfindet. Die stellvertretende Büchereileiterin Silke Hörold-Ries leitet ihn und fungiert auch sonst im Haus der Begegnung als Ansprechpartnerin für Senioren - zehn Stunden pro Woche. Weitere Angebote seien vorstellbar, sagte Harrer, Hörold-Ries nehme ihre Ideen auf. Als Mitarbeiterin der benachbarten Bücherei kann und darf sie auch den dortigen Aufzug bedienen, über den Menschen mit Einschränkungen in das obere Stockwerk des Hauses der Begegnung gelangen können. Denn Bücherei und Haus der Begegnung stehen Wand an Wand und sind mit einer Türe verbunden. Das Problem, dass man im oberen Stockwerk des Hauses der Begegnung abends keine größeren Veranstaltungen abhalten könne, weil man zum Beispiel mit Rollator nur während der Öffnungszeiten der Bücherei über Aufzug und Durchgangstür das obere Stockwerk erreichen könne, habe sich bislang aber erst bei einer Veranstaltung gezeigt. Und da habe man die Veranstaltung dann ins Erdgeschoss verlegt. "Wir müssen es so hinnehmen. Man muss eben Abstriche machen", sagte dazu der frühere SPD-Stadtrat Markus Marschall.

Weitere Themen des Sommergesprächs waren zum Beispiel der mangelnde Wohnraum. Harrer und Schmidt brachten ihren Antrag in Erinnerung, mit dem die SPD Wege zum Wohnungstausch weisen wolle: Ältere könnten ihre zu groß gewordene Wohnung mit Familien tauschen, beide Seiten fänden auf dem normalen Markt derzeit keine bezahlbaren Wohnungen. Noch in diesem Herbst soll der Antrag im Stadtrat behandelt werden.

Auch Verkehrsfragen spielen in Erding eine wichtige Rolle. Es gebe mittlerweile "mehr Bereitschaft, über Verkehrsberuhigung nachzudenken", sagte Schmidt. Manche wie Harrer hätten gerne mehr Fußgängerzonen in der Altstadt, andere wie Schmidt sehen eine vollständige Verbannung des motorisierten Verkehrs eher kritisch. Seit Jahrhunderten habe sich der Verkehr durch die Innenstadt bewegt. "Das ist in den Genen der Erdinger drin", sagte Schmidt. Er sei deswegen nicht für eine radikale Schließung. Marschall dagegen möchte vor allem, dass das Radfahren noch stärker gefördert wird. Es gebe zu wenig längere Strecken entlang der wichtigsten Verkehrsadern, die für Radfahrer gut befahrbar seien.

Ob ein kostenloser ÖPNV oder autonome Elektrobusse, die Stadt benötigt nach Auffassung der SPD langfristige eigene Modelle, wie sie den Verkehr besser regeln kann. Einen Versuch wird es noch in diesem Jahr geben: An den Adventssamstagen wird der Erdinger Stadtbus kostenlos fahren - wie auch die Busse im Landkreis, von denen aber samstags nicht viele verkehren.