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Silvester im Landkreis Erding:Ruhig, aber nicht ereignislos

Beim Jahreswechsel hat die Polizei weniger zu tun als sonst

Die Polizei meldet einen ruhigen, aber nicht völlig ereignislosen Jahreswechsel. Die Nachtschicht der Polizeiinspektion Erding rückte in der Silvesternacht "abseits der normalen Streifentätigkeit" zu insgesamt 14 Einsätzen aus, heißt es im ersten Polizeibericht des Jahres. Die Erdinger Polizeibeamten waren dabei mit den "üblichen Dingen wie Ruhestörungen, Mitteilungen über mögliche Verstöße gegen die aktuellen Corona-Beschränkungen und einer Sachbeschädigung" beschäftigt. Die allermeisten Menschen hielten sich an die Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen. Die Erdinger Polizei stellte lediglich vier Verstöße fest, an denen insgesamt zwölf Personen beteiligt waren.

Das Polizeipräsidium Oberbayern Nord bestätigt in seinem Neujahrsbericht, dass es im gesamten Zuständigkeitsbereich, der zehn Landkreise und die Stadt Ingolstadt umfasst, mit "229 silvestertypischen Einsätzen" spürbar ruhiger war als vor einem Jahr, als die Polizei mit 320 Einsätzen deutlich öfter ausrückte. Ein Vorfall aus dem Landkreis Erding brachte es jedoch in diesem Jahr, gewissermaßen als herausragendes Ereignis, in die Pressemeldung des Präsidiums:

Im Dorfener Stadtteil Oberorfen stand in der Silvesternacht gegen 21 Uhr ein Buswartehäuschen in Flammen. Der Brand wurde von der Feuerwehr Dorfen schnell gelöscht. Eine Streifenbesatzung der Polizei Dorfen fand derweil in Tatortnähe zwei 12-jährige Kinder, die nach zartem Nachbohren der Polizeibeamten zugaben, für das Feuer verantwortlich zu sein. Sie hatten das Bushäuschen offenbar mit Jugendfeuerwerkskörper in Brand gesteckt. Der Sachschaden beträgt circa 1500 Euro.

Die Erdinger Kollegen hatten als herausragenden Vorfall der Silvesternacht nichts vergleichbar Spektakuläres zu berichten: Beamte des Einsatzzuges des Operativen Ergänzungsdiensts unterzogen am frühen Neujahrsmorgen gegen 1.35 Uhr in Oberding einen Tesla-Fahrer einer Kontrolle. Im Verlauf des Kontrollgespräches stellten die Polizeibeamten dann erst deutlichen Alkoholgeruch fest und anschließend mit einem Atemalkoholtest einen Wert von 1,3 Promille. Die Polizeibeamten unterbanden eine Weiterfahrt und stellten den Führerschein des Fahrers sicher. Der Mann musste zudem mit ins Klinikum Erding, wo ihm zu gerichtsverwertbaren Beweiszwecken eine Blutprobe abgenommen wurde, bevor man ihn wieder seines Weges ziehen ließ. Da der betrunkene Autofahrer außerdem "keinen triftigen Grund für seinen nächtlichen Ausflug nennen konnte", leitete die Polizei obendrauf noch ein Ordnungswidrigkeitsverfahren "im Hinblick auf die derzeit geltenden Ausgangsbeschränkungen ein".

© SZ vom 02.01.2021 / flo
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