Pressekonferenz des Erdinger Kreisverbands:Man bemüht sich um die Schüler

Erdinger CSU möchte alle Kräfte gebündelt sehen, damit nach den Ferien Unterricht in Präsenz stattfinden kann

Von Antonia Steiger, Erding

Das "ungewöhnlichste Schuljahr seit Kriegsende" gehe zu Ende, so sieht es Josef Sterr, der frühere Dorfener Bürgermeister und jetzige Leiter des Arbeitskreises Schule und Bildung innerhalb des CSU-Kreisverbandes. Bei einer Pressekonferenz des CSU-Kreisverbandes stellte sich Sterr hinter den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU), der eine Testpflicht für Reiserückkehrer vom 1. August an gefordert hat. In den Ferien entscheide sich, ob im September der Unterricht in Präsenz stattfinden könne, sagte Sterr. Alle Redner bei der Pressekonferenz forderten, alles dafür zu tun, damit es nach den Sommerferien Präsenzunterricht geben kann. Auch die flächendeckende Ausstattung der Klassenzimmern mit Luftfiltern sei dafür eine geeigneten Maßnahmen.

Doch es läuft einiges nicht rund, bemängelte Sterr. Viele Kommunen fühlten sich alleine gelassen mit der Forderung nach Luftfiltern in Klassenzimmern. Sie hätten Mühe, die richtigen Geräte für ihre Zwecke herauszufinden. "Dass wir sie brauchen, steht aber außer Frage." Wie der Bundestagsabgeordnete Andreas Lenz und die Landtagsabgeordnete Ulrike Scharf sagten, täten sich die Kommunen trotz einer finanziellen Förderung aus Kostengründen nicht leicht, die Luftfilter anzuschaffen. Wie Lenz betonte, unterstützt der Bund den Kauf von stationären und mobilen Luftfiltern mit insgesamt 700 Millionen Euro, 170 Millionen kommen laut Scharf vom Freistaat dazu.

Für klar verbesserungsfähig hält Sterr aber auch die Kommunikation mit Lehrerinnen und Lehrern, die sich seinen Informationen zufolge klarere und verlässlichere Informationen vom Kultusministerium wünschten. Stattdessen sähen sie sich konfrontiert mit 50-seitigen Abhandlungen, nach deren Lektüre sie auch nicht schlauer als zuvor seien. "Transparenz, Klarheit, Verlässlichkeit und offene Kommunikation durch Ministerien und Behörden" gehört daher für ihn zu den Forderungen für das kommende Schuljahr.

Ein Weg, die schlimmen Folgen der Pandemie und der Maßnahmen zu ihrer Eindämmung für Kinder und Jugendliche abzumildern, ist für Vertreter der Erdinger CSU aber auch die Sommerschule. Auch im Landkreis Erding wird sie angeboten, doch Scharf befürchtet, wie sie sagte, dass sie nicht so gut angenommen werde. Auch Sterr hält die Sommerschule für eine gute Idee. "Das Problem ist nur, die zu erreichen, die man erreichen möchte." Er hoffe, dass die Schulen das rüberbringen könnten. Von Landrat Martin Bayerstorfer, dem CSU-Kreisvorsitzenden, kam die Zusage, dass der Landkreis sich bemühe, ein Busangebot für die Schüler der weiterführenden Schulen bereitzustellen. Man könne nicht davon ausgehen, dass die Eltern ihre Kinder jeden Tag fahren könnten.

Zusätzlich gibt es nun auch noch ein Nachhilfe-Angebot für Kinder der Klassen eins bis vier im Landkreis Erding, wie das Landratsamt am Mittwoch bekannt gegeben hat. Auf Bayerstorfer Initiative hin bietet die Aktionsgruppe Asyl in Erding demnach in den Sommerferien mit Hilfe ehrenamtlicher Pädagogen ein Nachhilfe-Angebot für Grundschulkinder an. "Nach einem pandemiebedingt sehr herausforderndem Schuljahr wollen wir insbesondere für die jüngsten Schülerinnen und Schüler zusätzlich Unterstützung und Hilfestellung leisten", so wird Bayerstorfer in der Pressemitteilung zitiert.

Alle Kinder, die im Landkreis wohnen und hier auch in eine Grundschule gehen, können das Angebot wahrnehmen. Die Nachhilfe wird bis zum Ende der Sommerferien 2021 angeboten. Start ist am 9. August, sie findet statt immer montags von 10.30 bis 12 Uhr und donnerstags von 10 bis 12 Uhr, und zwar in den Räume der Aktionsgruppe Asyl in der alten Post in Erding, Am Bahnhof 2,. Das Angebot auf eine bestimmte Teilnehmerzahl begrenzt, eine Anmeldung ist erforderlich bei der Integrationslotsin Anja Wosch, Telefon 08122/58-1398 oder per E-Mail an anja.wosch@lra-ed.de.

© SZ vom 29.07.2021
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