Politischer Aschermittwoch in Erding Die Parteien schwärmen aus

Am Aschermittwoch treffen sich nur Freie Wähler und Republikaner. Die SPD holt ihre Veranstaltung nach

Von Veronika Wulf, Erding

Der politische Aschermittwoch ist für viele Parteien eine willkommene Möglichkeit, mal etwas derber auf den politischen Gegner einzudreschen - verbal, versteht sich. Im vergangenen Jahr ließen die Kreisverbände fast aller Parteien diesen Termin ausfallen, aus Respekt vor den Opfern des Zugunglücks von Bad Aibling, das sich wenige Wochen zuvor ereignet hatte. Lediglich zum traditionellen Fischessen trafen sich manche. Doch auch in diesem Jahr veranstalten wieder nicht alle Parteien im Landkreis einen eigenen politischen Aschermittwoch.

Der Erdinger Kreisverband der CSU beispielsweise hält schon seit Jahren keine eigene Veranstaltung zu diesem Tag ab. "Die Resonanz war nicht so groß, und wir haben nicht immer Redner gefunden", sagte Thomas Bauer, Erdinger Fraktionsvorsitzender der CSU. Einige Parteimitglieder gingen ohnehin zum politischen Aschermittwoch der Gesamtpartei, der auch dieses Jahr wieder in Passau stattfindet. "Da wird einfach kräftiger hingelangt", sagte Bauer. Zudem wolle man dem traditionellen Fischessen in Taufkirchen nicht in die Quere kommen, das der Ortsverband dieses Jahr veranstaltet. Sollte sich allerdings in Zukunft ein "besonderer Redner" finden, wolle man die Tradition auch in Erding wieder aufleben lassen. Auch die Kreis-Grünen veranstalten keinen politischen Aschermittwoch. "Wir kritisieren, wenn es einen Anlass gibt, und halten nichts davon, auf andere Parteien einzudreschen", sagte Kreisvorstand Helga Stieglmeier. Grüne, ÖDP, AfD und Linke verweisen auf die Veranstaltungen ihrer Landesverbände beziehungsweise ihrer Bundespartei.

Der Kreisverband der SPD dagegen setzt seine Tradition mit einer eigenen Veranstaltung fort. Allerdings wird es dieses Jahr ein politischer Ascher-Donnerstag sein, weil Hauptredner Ewald Schurer, der Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises, am Mittwoch bereits Kanzlerkandidat Martin Schulz bei der Veranstaltung der Bundes-SPD zuhören wird. "Es ist uns einfach wichtig, dass Ewald Schurer dabei ist, deshalb haben wir es auf Donnerstag verlegt", sagte Ulla Dieckmann, Fraktionsvorsitzende im Erdinger Kreistag. Um 18 Uhr geht es am Donnerstag, 2. März, im Gasthaus Adlberger in Altenerding los.

Auch andere Kreisverbände lassen es sich nicht entgehen, scharfe Worte abzufeuern: Die Freien Wähler laden am Mittwoch von 19 Uhr an in das Gasthaus Bachmaier in Wartenberg ein. Neben Reden von Manfred Ranft, dortiger Bürgermeister, und Rainer Mehringer, Vorsitzender der Freien Wähler im Landkreis, gibt es zünftige Musik und - natürlich - Fisch. Bei der Kreis-FDP wird unter anderem der Ex-Telekom-Vorstand Thomas Sattelberger über "neue Freiheit und Innovation in der Wirtschaft" sprechen, ab 19 Uhr im Adlberger in Altenerding. Die Republikaner halten ihren landespolitischen Aschermittwoch bereits von 10 Uhr an im Gasthaus Kronseder in Taufkirchen ab. Als Gastredner sind zwei Politiker von der Salzburger Partei FPS eingeladen, eine Abspaltung der rechtspopulistischen FPÖ. Die Republikaner waren die einzige Partei im Landkreis, die ihre Veranstaltung 2016 nicht abgesagt hat wegen des Zugunglücks. Damals kam die Bundespartei nach Taufkirchen, sagte Günter Peschke, Kreisvorsitzender der Republikaner. Das habe man nicht absagen wollen.