Pilotprojekt:Raum zum Lernen und Ausschnaufen

Pilotprojekt: In Ruhe arbeiten (so wie hier auf dem Archivbild), Versäumtes nachholen, einen Ansprechpartner haben für Probleme auch außerhalb der Schule: Das bietet die Hausaufgabenbegleitung der AGA.

In Ruhe arbeiten (so wie hier auf dem Archivbild), Versäumtes nachholen, einen Ansprechpartner haben für Probleme auch außerhalb der Schule: Das bietet die Hausaufgabenbegleitung der AGA.

(Foto: Catherina Hess)

Die Hausaufgabenbegleitung der Aktionsgruppe Asyl Erding ist sehr gefragt. Das Ferien-Angebot wird auch von nicht-geflüchteten Kindern geschätzt und soll Pilotprojekt werden.

Von Antonia Koch, Erding

Die Hausaufgabenbegleitung, angeboten von der Aktionsgruppe Asyl Erding während dieser Sommerferien, hat sich an alle Grundschüler des Landkreises gerichtet. Zwischen zehn bis 15 Kinder fanden sich montags und donnerstags in den Räumen Am Bahnhof 2 in Erding ein und bearbeiteten Schulstoff, um Lerndefizite auszugleichen. Nun wird geplant, die Betreuung weiterzuführen. Sie soll in den kommenden Wochen als Pilotprojekt befristet bis Weihnachten anlaufen.

Der Bedarf begründe sich unter anderem durch die Wohnsituation vieler Geflüchteter, erklärt Margot Hoigt, Vorsitzende des Vereins. Einige Unterkünfte der Familien seien sehr eng bemessen und böten kinderreichen Familien wenig Raum für Ruhe. Die Absicht der Begleitung sei es daher vor allem, eine entspannte Atmosphäre zum Arbeiten zu schaffen, unterstützt durch Ansprechpartner für Fragen und Probleme.

Zu den Treffen seien auch nicht-geflüchtete Kinder gekommen, "worüber wir uns sehr gefreut haben", so Hoigt über die Teilnehmer. Weiter sagt sie: "Wir sind zufrieden, dass es so gelaufen ist." An der Umsetzung waren, abgesehen von der Organisation durch Margot Hoigt, drei, manchmal vier Helfer der Aktionsgruppe zur Betreuung der Kinder miteingebunden.

Die Arbeit der AGA verteilt sich auf zweieinhalb Räume. Der gesamte Trakt im Erdgeschoss ist zwischen dem Verein und der Flüchtlingshilfe aufgeteilt. "Gerade in der Corona-Zeit wären mehr Zimmer schon hilfreich, da könnte man unsere Deutschsprachtrainings besser koordinieren", sagt Hoigt. Den Geflüchteten soll das Sprachtraining dabei helfen, sich auf die Prüfung vorzubereiten, um das Sprachniveau B1 nach dem Europäischen Referenzrahmen zu erlangen. Pro Gruppe findet das Training dreimal wöchentlich statt. Dabei wird durch die AGA die Möglichkeit geschaffen, sich kostenfrei auf die Prüfung vorzubereiten, somit müssen die Teilnehmer nur die Prüfungsgebühr, die bei knapp unter 100 Euro liegt, zahlen. Zweimal pro Woche findet außerdem die allgemeine Sprechstunde statt, betreut von Doris Kraeker. Die Anfragen beziehen sich vor allem auf Probleme mit Formularen. Bei größeren Schwierigkeiten wird die Zeit für Extratermine gesucht.

Für die Sommermonate wurde während der vergangenen sechs Wochen außerdem ein Schwimmkurs organisiert: Schon zum dritten Mal fand dieser im Erdinger Freibad statt und war dieses Jahr speziell für Kinder und Mütter konzipiert.

Das neueste Projekt der Aktionsgruppe Asyl läuft bereits: Eine Geflüchtete mit fortgeschrittenen Deutschkenntnissen trainiert mit anderen Geflüchteten, was sehr gut funktioniere, wie Hoigt sagt. Eine Möglichkeit für Deutsch-Muttersprachler

Neues zu lernen solle es auch bald geben: Aktuell wird ein Arabisch-Kurs geplant. Zwei Ehrenamtliche der AGA, selbst Geflüchtete, würden dazu als Lehrer arbeiten, um Grundkenntnisse in der arabischen Sprache zu vermitteln.

© SZ vom 16.09.2021
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