Optimierung erfolgreich Realschulen bleiben beliebt

Volles Haus bei der Zeugnisübergabe an der Mädchenrealschule Heilig Blut. So ähnlich wird es auch bleiben, die Zahlen gehen nur leicht zurück.

(Foto: Peter Bauersachs)

Prognosen lassen auf stabile bis steigende Schüler- und Klassenzahlen bis 2026 schließen. Die Eigenständigkeit Oberdings hat die Herzog-Tassilo-Schule deutlich entlastet. Taufkirchen bleibt im Aufwind

Von Gerhard Wilhelm, Erding

Die Realschulen im Landkreis Erding erfreuen sich großer Beliebtheit, was sich in stabilen bis steigenden Schüler- und Klassenzahlen ausdrückt, das zeigen Prognosen der Hochschule für angewandtes Management für die weiterführen Schulen im Landkreis bis 2026. Die neue und mittlerweile eigenständige Realschule Oberding werde sehr gut angenommen und entlaste erfolgreich die Herzog-Tassilo-Realschule in Erding, was sich in den erfolgreich rückläufigen Schüler- und Klassenzahlen dort zeige. Aber auch die Realschule in Taufkirchen sei im Aufwind.

Drei Gründe sprechen nach dem Bericht dafür, dass der Trend bei den Realschulen anhält: stabile bis leicht steigende Geburtenzahlen, eine weiter anhaltende Zuwanderung und dass Eltern immer stärker Wert darauf legen, dass ihre Kinder in eine höhere Schule gehen. Durch die in den vergangenen Jahren getroffenen Maßnahmen bei den Realschulen, zum Beispiel mit der eigenständigen Realschule Oberding, habe zwar ein "relativ ausgewogenes Verhältnis bei den Schülerzahlen an den Realschulen geschaffen werden" können, aber es wird empfohlen, "regelmäßig die aktuellen Anforderungen an den Schulbetrieb und die daraus resultierenden notwendigen Raumkapazitäten zu prüfen, ob weitere Veränderungen zur Optimierung der Ausbildung" vorgenommen werden sollten, heißt es im Bericht, der jüngst im Kreisausschuss für Bildung und Kultur vorgestellt wurde.

Wie erfolgreich so eine "Optimierung" sein könne, zeige das Beispiel der neuen eigenständigen Realschule in Oberding seit dem Schuljahr 2013/2014. Seit dem Höhepunkt mit 1284 Schülern an der Herzog Tassilo Realschule in 46 Klassen 2010 gingen die Zahlen zurück auf knapp über 900. Der Bericht erwartet in zwei Jahren dann nur noch rund 850 Schüler. Im Schuljahr 2026/27 könnten es aber dann schon wieder mehr als 900 sein. Wie gewünscht profitiert hat die Realschule Oberding. Sie startete mit rund 100 Schülern im Schuljahr 2013/14 und erreicht vier Jahre später schon die Marke von mehr als 300. Für 2018/19 wird bei anhaltendem Trend zu höheren Schulen eine Höchstmarke von 340 prognostiziert. Bis 2026/27 sollen stets mehr als 320 Kinder dort zur Schule gehen.

Ähnlich beliebt wie die Tassiloschule ist die Erzbischöfliche Mädchenrealschule Heilig Blut. Auch sie soll in den nächsten Jahren stabile bis leicht rückläufige Schülerzahlen haben - auf einem ähnlich hohem Niveau - und 2026/27 sollen wie derzeit rund 970 Kinder dort unterrichtet werden. Wie die Tassilo Realschule kommen die Schüler fast aus dem ganzen Landkreis zur Mädchenrealschule - mit Schwerpunkt Stadt Erding mit etwa 300 Kindern. Knapp vierzig Schüler fahren sogar aus dem Landkreis Ebersberg jeden Tag nach Erding zum Unterricht. Stärker auf Erding ist die Herzog Tassilo Realschule fixiert. Mehr als die Hälfte der Schüler, circa 530, kommen aus der Stadt, während die Oberdinger Realschüler fast ausschließlich aus den westlich von Erding gelegenen Gemeinden anreisen.

Am konstantesten sollen nach den Prognosen der Hochschule für angewandtes Management die Zahlen bei der Realschule Taufkirchen sein. Der Höchstwert von 972 Schülern im Jahr 2015/16 soll - wenn der Trend anhält - zwar bis 2026/27 nicht geknackt werden, aber immer wieder erreicht oder nur knapp um ein paar Schüler verfehlt werden.

Nimmt man an, dass der Trend zur Realschule nicht anhält in den nächsten Jahren, liegen die erwarteten Zahlen bei allen Realschulen bis auf Oberding im Durchschnitt um 30 niedriger. Dort könnten selbst dann rund 330 Kinder 2026 zur Schule gehen.