Nachruf:Zum Tod von Heinrich Link

Lesezeit: 2 min

Nachruf_Erd

Heinrich Link im Juni 2021 in seinem Kiosk am Weiher.

(Foto: Renate Schmidt)

50 Jahre führte er den Kiosk am Notzinger Weiher. Nun ist der 72-Jährige unerwartet verstorben

Von Regina Bluhme

Im Jahresrückblick 2021 der SZ Erding durfte Heinrich Link nicht fehlen. Die spontane Idee für die Überschrift lautete: "Hüter des Notzinger Weihers". Das passte wohl, erschienen ist der Artikel am 31. Dezember dann unter: "Kiosk am Notzinger Weiher wird 50". Das passte noch besser. Ein halbes Jahrhundert war Heinrich Link für seine Gäste da, hat sie bewirtet, mit ihnen geratscht, vor Ort nach dem Rechten geschaut. Nur wenige Tage später schreiben wir wieder über Heinrich Link. Diesmal aus traurigem Anlass. Der 72-Jährige ist in den Morgenstunden des 1. Januars plötzlich und unerwartet verstorben.

"Der Kiosk ist mein Leben", sagte Heinrich Link bei jedem Treffen. Das Haus am Ufer hat er 1971 selbst gebaut. Seine Kundschaft kam nicht nur wegen des Badeweihers, sondern wegen der "besten Currywurst", wie Link stets betonte. Neben Pommes, Kuchen oder Eis hatte er immer auch einen freundlichen Ratsch im Angebot. Für die kleinen Gäste gab es Stofftiere zum Ausleihen.

Geboren ist Heinrich Link in Allershausen, bereits mit drei Jahren kam er nach Erding. Der gelernte Feinoptiker war mit 21 Jahren jüngster Betriebsrat in der IG Metall, er führte eine Disco in Neufahrn, dann ein Gasthaus in Erding. Er besitzt ein Patent auf Popcorn für Diabetiker und lieferte bis vor wenigen Jahren sein Bio-Popcorn bis nach Taiwan. Reich sei er mit den Jobs nicht geworden, hat Link einmal gesagt. Aber er war zufrieden, denn er hatte ja seinen Kiosk, den er mit Unterstützung seiner Familie führte.

Ärger gab es schon auch, in den 50 Jahren war 70-mal in den Kiosk eingebrochen worden, die Corona-Pandemie ließ die Zahl der Gäste sinken, große Sorgen machten ihm die Ausbaupläne des Landkreises für den Notzinger Weiher. Link fürchtete um den Kiosk, vor allem um die Ruhe und unberührte Natur des verwunschenen Weihers und erhob auch in der Öffentlichkeit kritisch seine Stimme. Es ist dann nicht so schlimm gekommen, wie befürchtet. Mit dem 2019 eingeweihten Kreisjugendzeltplatz gleich nebenan hat er sich gut arrangiert.

Heinrich Link hinterlässt eine Tochter aus erster Ehe und die gemeinsame Tochter mit Ehefrau Gertrud, und einen kleinen Enkel, "mit dem der Opa glückselig war, und er mit ihm", sagtGertrud Link am Telefon. Den Tod ihres Mannes kann sie noch nicht fassen. 40 Jahre waren sie im vergangenen Jahr verheiratet. "40 und 50 haben wir gesagt", Hochzeit und Kiosk.

Zur SZ-Startseite
Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB