Mitten in der Region:Post von Warren Buffett

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Statt Arbeit unbegrenzt Freizeit und massenhaft Geld? Darauf lässt eine spannende Nachricht im E-Mail-Postfach hoffen.

Glosse von Barbara Mooser

Es sind jetzt diese Tage, an denen einem der Sinn der Erwerbsarbeit so gar nicht recht in den Kopf will. Die Frühsommersonne streichelt warm über die Haut, die Vögel zwitschern, der Himmel ist knallblau, das Neun-Euro-Ticket macht Ausflüge nach Sylt oder wenigstens ins Fünf-Seen-Land noch ein bisschen attraktiver als eh schon. Doch die Sonne spürt man nur auf dem Weg zur Arbeit - oder an Home-Office-Tagen: auf dem Weg zum Wertstoffcontainer - das Vogelgezwitscher wird von Konferenzlärm übertönt und das Neun-Euro-Ticket wartet ungenutzt auf dem Handy auf seinen Einsatz. Denn leider: Man wird den Arbeitgeber wohl schwer davon überzeugen können, dass man beim besten Willen nur an verregneten Wintertagen arbeiten kann.

Da weckt doch eine Mail im Postfach Hoffnungen: Warren hat geschrieben! Und zwar nicht irgendein Warren, sondern Warren Buffett, Investor und CEO, 113 Milliarden Dollar hat er laut Wikipedia auf dem Konto, die Zahlen stammen allerdings vom Januar, vielleicht sind es inzwischen schon wieder ein paar Milliarden mehr. Wenn man mal Geld hat, dann kann man es ja angeblich quasi nicht dran hindern, sich immer weiter zu vermehren.

Da ist es doch folgerichtig, dass der 91-jährige Buffet sich nun schön langsam Gedanken darüber macht, was er mit dem vielen Geld weiter anfängt und wie er sich vielleicht durch Wohltaten sogar ein besseres Plätzchen im Himmel sichern könnte. 17,5 Milliarden US-Dollar will der Investor "an 60 glückliche Einzelpersonen auf der ganzen Welt" verteilen - und man könnte einer von ihnen sein! Nur ein paar Fragen beantworten, eine kurze Mail schicken, auf einen Link klicken, schon ist man dabei.

Ein paar winzige Zweifel bleiben freilich, ob es Warren, der als Kosmopolit eine mosambikanische E-Mail-Adresse nutzt, mit seinem Angebot auch wirklich ganz ernst meint. Denn in seinen Zeilen bleiben doch einige Frage offen: "Vielleicht bin ich der Vorsitzende und CEO von Berkshire Hathaway", heißt es, ganz sicher scheint er sich nicht zu sein. Und auch zu seinen Finanzen äußert er sich unklar, oder jedenfalls mit einem Fragezeichen versehen: "Ich habe 25 Prozent meines persönlichen Vermögens für wohltätige Zwecke ausgegeben?"

Vielleicht ist es doch ein bisschen sicherer, sich nicht gleich von der Erwerbsarbeit zu verabschieden.

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