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Mr. Woodland:Erdinger Exportschlager

Ein echter Westermeier ist jetzt in Berlin zu bewundern. Wer die Rigaer Straße in Friedrichshain-Kreuzberg entlang spaziert, stößt auf dieses großflächige Kunstwerk.

(Foto: privat)

Der Street-Artist Daniel Westermeier ist an deutschlandweiten und internationalen Projekten beteiligt. In Berlin hat er eine Fassade besprüht, in Freiburg findet nun seine erste eigene Ausstellung statt

Der Graffitiartist Daniel Westermeier, auch unter seinem Künstlernamen Mr. Woodland bekannt, ist in der Street-Art-Szene ein gefragter Mann. Vor einigen Wochen war er noch in Berlin, um im Zuge des Berlin Mural Fests eine Fassade zu gestalten. Ende dieser Woche beginnt in Freiburg seine erste Soloausstellung, und auch seine weiteren Pläne werden ihn den Rest des Jahres auf Trab halten. "Ich bin im Moment viel unterwegs", sagt er. Dabei leitet er außerdem noch das Kreativbüro Toxic Playground in Walpertskirchen.

Westermeier wurde von den Organisatoren des Mural Fests nach Berlin eingeladen. Als einer von mehr als vierzig Künstlern, die unter anderem aus Peking, New York oder Sofia angereist sind, hat er dort ein großflächiges Bild an eine für ihn bereitgestellte Rückfassade gesprüht. "Uns standen etwa 15 sehr große Wände zur Verfügung, für die Hebebühnen eingesetzt werden mussten, sowie relativ viele kleinere in einer verlassenen Tabakfabrik", so Westermeier. Seine Fassade befindet sich in der Rigaer Straße 98 im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg. Dort hat er sein Werk "Hope" angefertigt. "Das Festival hat mir gut gefallen, ich wäre nächstes Jahr auf jeden Fall wieder dabei", sagt Mr. Woodland.

Die Werke der Teilnehmer am Berlin Mural Fest sollten am Wochenende des 19. und 20. Mai fertig werden. "Wir waren aber schon eine Woche früher da, um uns die Locations anzuschauen und logistische Dinge wie Hebebühnen, Farbe und weitere Utensilien zu organisieren." In der Berlin Mural Fest App können Street-Art-Fans alle Bilder, die im Rahmen des Festivals gesprüht wurden, betrachten. "Man kann auch genau sehen, wo sich die Werke befinden", da die App die Standorte über Google-Maps verknüpfe, erklärt Westermeier. In der ersten Woche nach der Fertigstellung hätten sich bereits mehr als 10 000 Menschen die Werke in echt oder in der App angesehen.

Das Berliner Street-Art-Festival fand dieses Jahr zum ersten Mal statt. Im Mai des vergangenen Jahres hat der Erdinger Künstler bereits an der Aktion "The Haus" teilgenommen, die von der gleichen Gruppe Künstler vom Verein Berlin Art Bang veranstaltet wurde. Dabei durften mehr als siebzig Street-Artists die Räume eines leer stehenden fünfstöckigen Bankgebäudes gestalten, das von dem Veranstalter gepachtet wurde. "Ich habe in meinem Raum ein Waldszenario inszeniert und dafür das Zimmer mit Rindenmulch, Holzpilzen und Gras ausgestattet. Auf dem Bild war dann ein Mann mit Taschenlampe im Wald zu sehen", sagt Westermeier. Das Gebäude wurde nach dem Ende der Aktion abgerissen: "Es war nur eine temporäre Ausstellung." In den zwei Wochen vor dem Abriss des Hauses seien aber ungefähr 200 000 Besucher zur Besichtigung der Zimmer gekommen.

Ende der Woche beginnt in Freiburg im Breisgau Daniel Westermeiers erste Soloausstellung. "Ich habe schon an mehr als zwanzig Kollektivausstellungen teilgenommen, aber diese hier ist die erste für mich alleine", so der Erdinger Street-Artist. Die Galeristen vom Freiburger Hilda 5 seien auf ihn zugekommen und hätten gefragt, ob er in ihren Räumlichkeiten ausstellen würde. Die Vernissage ist am Samstag, 21. Juli. Dafür hat Westermeier nichts gesprüht, sondern "ganz klassisch mit dem Pinsel auf Leinwände gemalt". Er habe jedoch trotzdem, um die Ausstellung zu begleiten, eine Fassade in der Nähe der Hildastraße gestalten dürfen. Interessenten können Westermeiers Ausstellungswerke erwerben, sie sind nach der Vernissage noch vier weitere Wochen im Hilda 5 zu sehen. Nach Ende der Ausstellung geht die Arbeit für Mr. Woodland weiter: "Ich bin in den kommenden Monaten zu Festivals und Ausstellungen in Italien und Dänemark eingeladen." Die längste Reise geht dieses Jahr nach Indien. "Dort werde ich an mehreren kleinen Projekten arbeiten, es ist aber alles noch in der Planung", so Westermeier. Er sei jedoch schon gespannt auf das Arbeiten in Mumbai. "Das ist natürlich noch einmal aufregender als Dänemark oder Italien."