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Kronthaler Weiher:Bis die Strafzettel ausgehen

Polizei und Ordnungsamt kündigen härteres Vorgehen im Erdinger Erholungsgebiet an

Was sich vor einer Woche am Kronthaler Weiher abgespielt hat, soll sich so nicht noch einmal wiederholen. Es sei "unbeschreiblich" gewesen, sagte der CSU-Stadtrat und Wasserwachtler Burkhard Köppen und meinte die Art und Weise, wie die Badegäste ihre Autos geparkt hätten - in vielen Fällen nicht regelkonform. Jetzt nimmt die Polizeiinspektion Erding das Gelände genauer ins Visier, und auch die Stadt Erding schickt ihre Mitarbeiter vom Ordnungsamt zum Weiher. Einen Strafzettel über 70 Euro kassiert jeder Autofahrer sofort, wenn die Polizei ihn beim Falschparken auf einem Rettungsweg erwischt. Im Bedarfsfall werde auch abgeschleppt, das kostet dann noch einmal 150 Euro.

Der Weiher ist attraktiver geworden, das Parkplatzangebot kann aber noch nicht mithalten.

Das ganze Schlamassel hat die Stadt Erding in gewisser Weise selbst verschuldet: Das Freizeitgelände Erding Nord rund um den Kronthaler Weiher hat nach der Sanierung derart an Attraktivität gewonnen, dass nicht nur Menschen aus dem Landkreis, sondern von sehr viel weiter her nach Erding fahren, um zu baden, zu kicken, auf dem Trampolin zu springen oder sich einfach auf der weiträumigen Liegefläche in der Sonne zu fläzen.

Etwa ein Drittel der Autofahrer kämen aus ganz Oberbayern, das hat Köppen eigenen Worten zufolge beobachtet. Für deren Autos gibt es nicht genügend Platz, auch weil sich die Bauarbeiten für den erweiterten Parkplatz noch bis in den Herbst hineinziehen werden, die OB Max Gotz (CSU) in der Ausschusssitzung am Dienstag sagte. Die Folgen: Nicht nur Rettungswege werden zugeparkt, was besonders die Erdinger Wasserwacht erzürnt, weil sie in Notfällen auch zu anderen Weihern ausrücken muss, sondern auch umliegende Felder.

Köppen sagte, die Wasserwacht habe am vergangenen Wochenende "verzweifelt versucht, Hilfe zu bekommen". Die Polizei sei aber nicht in der Lage gewesen einzugreifen. Und auch im Ordnungsamt herrscht laut Gotz eine "sehr angespannte Personalsituation". Dennoch sagte er: "Wir werden versuchen, unsere Mitarbeiter am Wochenende auch noch da runter zu schicken." Und er erinnerte daran, dass im vergangene Jahr den Mitarbeitern einmal die Strafzettel ausgegangen seien. Auch die Polizeiinspektion Erding wird vor Ort sein, "um vergleichbare Zustände wie letztes Wochenende möglichst zu verhindern", schreibt Harald Pataschitsch, der Leiter der Verfügungsgruppe.

Die Anwohner im Norden Erdings leiden ebenso: Die Johann-Sebastian-Bach-Straße sei "nicht mehr zu benutzen", sagte FW-Sprecherin Petra Bauernfeind. Dass Radfahrer auf Gehwege auswichen, dafür habe sie fast noch Verständnis, nicht jedoch dafür, dass Motorradfahrer entgegen der Fahrtrichtung auf dem Gehweg fahren. "Dann wird's gefährlich." Gotz kündigte ein Gespräch mit den Anwohnern der Freisinger Siedlung an. Linderung verspricht er sich auch vom Bau der Nordumfahrung.