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Klettham:Rechtzeitig vor Weihnachten

Die Renovierung der Erlöserkirche in Klettham liegt im Zeit- und Kostenplan. Am 22. Dezember findet ein Festgottesdienst zur Wiedereinweihung statt. Die evangelische Kirchengemeinde hofft auf Spenden

Für Pfarrerin Andrea Oechslen ist es "ein kleines Wunder": Die aufwendige Renovierung der Erlöserkirche im Erdinger Stadtteil Klettham liegt im Zeit- und Finanzplan und so kann die Evangelisch-Lutherische Gemeinde - wie vorgesehen und erhofft - am 22. Dezember einen Weihnachtsgottesdienst im für 1,4 Millionen Euro sanierten Gotteshaus feiern. Ein zweites kleines Wunder käme sicher gelegen, denn die Kirchengemeinde muss sich an den Kosten mit 260 000 Euro beteiligen. An Spenden sind bislang rund 20 000 Euro eingegangen.

Sein "großes Ziel" sei, dass die Weihnachtsgottesdienste in der Erlöserkirche stattfinden können. Das hatte Architekt Jörg Rehm im April, kurz nach dem Beginn der Renovierungsarbeiten erklärt. "Ein durchaus ambitionierter Plan", sagt er heute, denn das denkmalgeschützte, außergewöhnlich gestaltete Gebäude, 1963 vom späteren Stararchitekten Hans-Busso von Busse entworfen, war in keinem guten Zustand. Ein großes Problem war das undichte Dach. Zunächst musste die alten Platten des 800 Quadratmeter großen, geschwungenen Dachs abgenommen werden. Im Anschluss wurde es neu gedeckt.

Baustelle Erloeserkirche

Die Erlöserkirche am Dienstag: Die Bänke, die eine neue Sitzheizung bekommen haben, müssen erst noch angebracht werden.

(Foto: Stephan Goerlich)

Weiter ging es mit der Elektrik. Sie wurde komplett erneuert. Unter den Sitzbänken wurde eine Heizung installiert. "Ein paar statische Maßnahmen" waren auch erforderlich, so Rehm. Zum Beispiel mussten Risse in den geschwungenen Holzbalken verleimt werden. Außerdem wurde eine Scheibe ausgetauscht. Eine Herausforderung war die Front aus mundgeblasenem Ornamentglas.

Der Architekt schwärmt von dem "tollen Bauwerk", die Arbeit für das "phantatischen Gebäude" sei für ihn "ein Highlight", betont Jörg Rehm. Karin Kreutzarek vom Kirchenvorstand freut sich, dass bei der Renovierung der Erlöserkirche alles planmäßig verlaufen sei. Der Architekt habe eine "tolle Arbeit" geleistet. "Wir hatten Glück."

Die aufwendige Renovierung hat natürlich ihren Preis. 1,4 Millionen Euro waren kalkuliert, der Rahmen kann gehalten werden, "das schaffen wir", sagt Architekt Jörg Rehm. Das ändert jedoch nichts daran, dass für die Kirchengemeinde laut Stand vor drei Wochen noch rund 240 000 Euro offen sind, wie bei Pfarrerin Andrea Oechslen zu erfahren ist. "Wir hoffen, dass bei der Wiedereinweihung der Kirche noch vermehrt Spenden kommen", sagt sie. Konkrete Spendenaktionen gebe es derzeit noch nicht, die Planungen dafür laufen aber. Finanziell unterstützt wird die Sanierung aber auch nicht unerheblich: So zum Bespiel durch die Stadt Erding, die Landeskirche, das bayerische Landesamt für Denkmalschutz, durch verschiedene Stiftungen und den Landkreis.

Baustelle Erloeserkirche

Die größte Baustelle war das marode Kirchendach. Es wurde komplett abgetragen und neugedeckt. Es kann sich sehen lassen.

(Foto: Stephan Görlich)

Seit 2018 ist die Erlöserkirche "Denkmal von nationaler Bedeutung". Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bezeichnet das beeindruckende Bauwerk mit den markanten Spitzbögen als "herrlich puristisches Sakraldenkmal". Gebaut wurde die Kirche von 1962 bis 1963. Der Entwurf stammt vom später international bekannten Architekten Hans-Busso von Busse. Dem Gotteshaus war dieses Jahr im Mai sogar eine eigene Ausstellung im Museum Erding gewidmet unter dem Titel: "Die Erlöserkirche in Klettham - ein moderner Kirchenbau in der Tradition gotischer Hallenkirchen."

Jetzt wird erst mal das Ende der Renovierung gefeiert. Beim Festgottesdienst am 22. Dezember hält der neue Regionalbischof Christian Kopp die Predigt, es dürfte eine seiner ersten Amtshandlungen sein. Auch der neue Dekan Christian Weigl feiert mit. Gestaltet wird der Gottesdienst vom Bläserkreis und einer neugegründeten Band mit Pfarrer Henning von Aschen. Die Kirchenlieder werden beim Festgottesdienst allerdings noch auf der alten, maroden Orgel, Baujahr 1968, gespielt. Der Orgelbauverein sammelt schon seit über zwanzig Jahren Geld für eine neue Orgel. Aktuelle Daten hat Pfarrerin Oechslen nicht, aber "es sieht relativ gut aus". Die neue Orgel werde, wenn alles gut geht, Ende 2020 Einzug halten.

Festgottesdienst zur Einweihung der renovierten Erlöserkirche, Friedrichstraße 11, Sonntag, 22. Dezember, 10 Uhr. Weihnachtsoratorium mit der Kantorei, Sonntag, 29. Dezember, 16 Uhr, Erlöserkirche