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Jobcenter Aruso:Gute Aussichten für Langzeitarbeitslose

Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften ist rückläufig, die Integrationsquote bei Flüchtlingen gut und die Prognose für 2019 sehr zuversichtlich

Das Jahr 2018 ist für das Jobcenter Aruso nach eigenen Angaben sehr erfolgreich verlaufen. Die Gesamtentwicklung bei den Bedarfsgemeinschaften sei rückläufig, auch anerkannte Flüchtlinge kämen kaum noch nach. Aruso-Geschäftsführerin Monja Rohwer geht davon aus, dass sich dieser Trend 2019 fortsetzen wird. Auch wenn sich der konjunkturelle Aufschwung abschwächen sollte, stünden Aruso heuer mehr Mittel zur Verfügung als im vergangenen Jahr, um beispielsweise Langzeitarbeitslose wieder in den Arbeitsmarkt einzugliedern.

Die Bilanz wurde bei der Jahrespressekonferenz von Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) bekannt gegeben. Die Zahl der Personen, die Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II beziehen, sei vom ersten bis zum dritten Quartal 2018 von 2740 auf 2691 gesunken; die der Bedarfsgemeinschaften im gleichen Zeitraum von 1434 auf 1370. Alleinerziehende sind mit einem Anteil von 18,2 Prozent überproportional vertreten, junge Menschen unter 25 Jahren haben einen Anteil von 18,5 Prozent und ältere Bürger über 55 sind mit 17,6 Prozent dabei.

Aruso hat in der Statistik auch die anerkannten Flüchtlinge ermittelt, die Hartz IV beziehen, die Berechnung bezieht sich auf den Datenbestand vom Juli 2018. Demnach befanden sich 351 erwerbsfähige leistungsberechtigte Flüchtlinge im Leistungsbezug des Jobcenters Erding; das ist ein Anteil von etwa 20 Prozent aller Leistungsbezieher. Diese Flüchtlinge sind gruppiert in 263 Bedarfsgemeinschaften. In der Bilanz heißt es dazu: "Die Abgänge übersteigen die Zugänge, so dass die Zahlen insgesamt rückläufig sind. Die Integrationsquote bei den Flüchtlingen beträgt 2018 gute 42,5 Prozent. Diese Entwicklung wird sich 2019 voraussichtlich fortsetzen." Die seit 2016 im Jobcenter durchgeführte Informationsveranstaltung für Flüchtlinge werde man 2019 nicht fortführen, kündigte Aruso an. Dafür bestehe kein Bedarf mehr.

Darüber hinaus informierte das Jobcenter Erding über das neue Teilhabechancengesetz, das zum 1. Januar 2019 in Kraft getreten ist: Mit diesen Neuregelungen im Sozialgesetzbuch II sollen die Chancen für Langzeitarbeitslose auf Teilhabe am Arbeitsleben verbessert werden. Das neue Regelinstrument werde zu Vereinfachungen hinsichtlich der Förderung führen: "Bisher erfolgten derartige Unterstützungsangebote überwiegend durch Drittmittelförderung über den Europäischen Sozialfonds. Hiermit war ein erheblicher Verwaltungsaufwand für alle Beteiligten verbunden."

Zu den Neuerungen zählt laut Aruso eine fünf Jahre währende Förderung von Langzeitarbeitslosen in Form von Lohnkostenzuschüssen bei der Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. In den ersten zwei Jahren würden die Lohnkosten dabei zu 100 Prozent übernommen.

Zur Stabilisierung der Beschäftigung gebe es zusätzlich ein begleitendes ganzheitliches Coaching, sowie Qualifizierung und Praktika. Für die Finanzierung würden zusätzliche Bundesmittel bereitgestellt, teilte das Jobcenter Erding mit. Das Budget betrage voraussichtlich 4,16 Millionen Euro, im Vorjahr waren es 3,48 Millionen Euro. Damit stünden 2019 insgesamt 677 000 Euro mehr als 2018 zur Verfügung, das ist ein Plus von 19,46 Prozent.

Bei ihrer Prognose für das Jahr 2019 beruft sich Aruso auf das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg. Demzufolge wird sich der konjunkturelle Aufschwung 2019 geringfügig abschwächen. Während sich für das Jahr 2018 eine Zunahme des Bruttoinlandsprodukts von 1,8 Prozent abzeichne, werde für 2019 mit 1,7 Prozent gerechnet. Insgesamt werde der Arbeitsmarkt in der Region Erding für 2019 als stabil eingeschätzt.