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Jakob Schwimmer:"Ein Macher und Visionär"

Der 70-Jährige freute sich, mit Enkelkind auf dem Schoß und Wegbegleitern wie dem früheren Kultusminister Hans Zehetmair in einer Reihe.

(Foto: Renate Schmidt)

Der vielfältige Kommunal- und Landespolitiker wird Ehrenbürger seiner Heimatgemeinde Sankt Wolfgang

Altbürgermeister Jakob Schwimmer (CSU) ist am Freitag mit der Ernennung zum Sankt Wolfganger Ehrenbürger und der Verleihung der Bürgermedaille mit den höchsten Auszeichnungen der Gemeinde gewürdigt worden. Es war ein festlicher Rahmen an einem spätsommerlichen Herbstabend, den Bürgermeister Ulli Gaigl (FW), viele Wegbegleiter und Ehrengäste - darunter der frühere Landrat und Kultusminister Hans Zehetmair (CSU) - Schwimmer zu Klängen der Musikkapelle im Sitzungssaal des Rathauses bereiteten. "Das hätte es nicht gebraucht, aber es freut mich sakrisch", bedankte sich der für seinen Humor bekannte stellvertretende Landrat augenzwinkernd und schmunzelnd.

Er blicke auf "ein wunderbares Leben mit vielen Höhen und Tiefen, Erfolgen und Niederlagen zurück", sagte der 70-Jährige, der Ehefrau Hermine und den Kindern dankte, dass sie ihm jahrzehntelang den Rücken frei gehalten haben - die kleinen Enkelkinder tollten indes ausgelassen fröhlich vor ihrem Opa herum. Schwimmer erzählte Anekdoten aus seinen 41 Jahre im Kreistag, den 33 Jahren als Bürgermeister und zehn Jahren im Landtag. Erfolge seien stets nur im Miteinander möglich gewesen, sagte der neue Ehrenbürger, der sich bei seinen Wegbegleitern bedankte: "Ja, ich war gerne Bürgermeister und bin gerne für den Landkreis tätig, in dem sich gut leben lässt."

"Jakob Schwimmer ist ein Glücksfall für die Gemeinde, und er und die Gemeinde sind ein Gewinn für den Landkreis", sagte Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) und fügte einen Wunsch an: "Ich hoffe, dass du dich weiter so einmischt, denn 41 Jahre politische Tätigkeit rufen nach Verlängerung." Schwimmer habe mit Kompetenz, Überzeugungskraft, Humor, Geradlinigkeit und Visionen die Gemeinde und den Landkreis geprägt, sagte Bayerstorfer.

Der Bürgermeister Gaigl teilte mit, dass der Gemeinderat als Zeichen der besonderen Wertschätzung und Würdigung der Verdienste die mit der Bürgermedaille verknüpfte Ernennung zum Ehrenbürger am 7. Mai dieses Jahres beschlossen hat.

Der frühere zweite Bürgermeister, Schulfreund und Festredner Anton Schneider (CSU) fasste wesentliche Aspekte seines Lebenswegs zusammen: Schwimmer habe wohl Pfarrer werden sollen, jedenfalls schickten ihn die Eltern aufs Traunsteiner Gymnasium. Nach dem Abitur machte er dann aber eine kaufmännische Ausbildung. Bis 1986 war Schwimmer für eine große US-Bürotechnikfirma tätig, später als deren Vertriebspartner. Über sein Engagement bei der katholischen Landjugendbewegung, deren stellvertretender Bundesvorsitzender er als 23-Jähriger wurde, kam er 1973 zur CSU: Von 1977 bis 2015 war er Vorsitzender des CSU-Ortsverbands. 1978 scheiterte er als Bürgermeisterkandidat, wurde aber zweiter Bürgermeister und in den Kreistag gewählt. Als der damalige Bürgermeister überraschend starb, wurde Schwimmer 1983 Bürgermeister und amtierte bis 2014. Von 1990 bis 2008 war er zudem Vorsitzender des Kreisverbands des Bayerischen Gemeindetags. 2003 wurde er mit fast 62 Prozent als Direktkandidat in den bayerischen Landtag gewählt. Die Einwohnerzahl stieg in seiner Amtszeit von 2800 auf 4500. Schneider würdigte "Weitsicht, Visionen, Durchsetzungskraft und den großen Optimismus" Schwimmers, seine Einsatzfreude und Sachverstand.