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Integrierte Rettungsleitstelle:Alle drei Minuten ein Notruf

Jeder Disponent hat fünf Bildschirme vor sich. Er sieht, welche Rettungswägen belegt sind und welche frei, und kann so die Notrufe schnell erfassen und ebenso schnell weitergeben.

(Foto: Renate Schmidt)

34 000 Notfalleinsätze, 14 500 Krankentransporte, 1450 Brandeinsätze und 2400 technische Hilfeleistungen - die Bilanz der für die Landkreise Erding, Freising und Ebersberg zuständigen Einrichtung ist beeindruckend

Von Thomas Daller, Landkreis

Die Arbeit der Integrierten Leitstelle Erding, die alle Notrufe in den drei Landkreisen Erding, Freising und Ebersberg entgegennimmt, hat sich auf hohem Niveau eingependelt. Von 1. Januar bis 31. Oktober 2018 hat sie nach Angaben des Landratsamts Erding 34 000 Notfalleinsätze losgeschickt, 14 500 Krankentransporte veranlass, 1450 Brandeinsätze und 2400 technische Hilfeleistungen koordiniert. Das entspricht in fast allen Bereichen etwa den Vorjahreszahlen, lediglich die Brandeinsätze sind im Vergleich zum Vorjahr von 1100 auf 1450 gestiegen. Die Integrierte Leitstelle nimmt nicht nur die Notrufe entgegen und alarmiert die Einsatzkräfte, sondern begleitet die Rettungskräfte bis zum Einsatzende. Das Einsatzspektrum findet sich in den Bereichen Rettungsdienst und Krankentransport, Brandbekämpfung sowie technische Hilfeleistung und Katastrophenschutz.

Seit 2006 laufen in der Leitstelle alle Informationen über die Einsätze der Feuerwehr und der Rettungsdienste zusammen. Betreiber ist der Landkreis Erding. Vier Disponenten sind immer im Einsatz. Sie koordinieren insgesamt 198 Feuerwehren, elf Rettungswachen undsechs Notarztstandorte. Zusätzlich kann die Leitstelle auf vier Rettungshubschrauber zurückgreifen. Jeder Disponent hat fünf Bildschirme vor sich. Er sieht, welche Rettungswägen belegt sind und welche frei, und er kann die Notrufe schnell erfassen und weitergeben. Etwa alle drei Minuten geht ein Notruf ein. Dazu gehören jedoch auch eine Vielzahl sogenannter Hosentaschenanrufe, bei denen Mobiltelefone unbeabsichtigt die Notruftaste auslösen. Zusätzlich wurden von Januar bis Ende Oktober vergangenen Jahres 58 000 sogenannte Infoeinsätze dokumentiert. Dabei erfolgt zwar keine Alarmierung von Einsatzkräften, die Integrierte Leitstelle ist jedoch in Form von Auskünften, Beratung und Organisation behilflich.

Die Disponenten der Integrierten Leitstelle verfügen über eine fundierte Rettungsdienstausbildung. Meist handelt es sich um Rettungsassistenten, Notfallsanitäter oder Disponenten mit einer feuerwehrtechnischen Ausbildung. Bei der Notrufannahme wird durch den Einsatzsachbearbeiter mit gezielten Fragen zunächst ein Bild der Situation erarbeitet, das dann in Verbindung mit dem Einsatzleitrechner und der dazugehörigen Alarmierungsplanung eine Alarmierung der Rettungskräfte auslöst.

Im November 2018 hat sich die Integrierte Leitstelle Erding an einer geplanten Großübung im Bereich der Gemeinde Neufahrn im Landkreis Freising beteiligt, bei der ein Bahnunglück mit bis zu 30 verletzten Personen als Szenario vorgegeben war. Übungsschwerpunkt der Leitstelle war die Zusammenarbeit und die Kommunikation mit der Einsatzleitung am Übungsort sowie der Verteilung der Patienten in geeignete Krankenhäuser.

Im November 2018 fand zudem in der Integrierten Leitstelle Erding ein Qualitätsaudit statt. Dabei wurden die Bereiche Betriebsbereitschaft, Auftragsannahme, Disposition, Schnittstellenmanagement mit Systembeteiligten, Feuerwehralarmierung und weitere Bereiche der "nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr" geprüft. Die Prozesse und Arbeitsabläufe in der Leitstelle Erding sind demnach geregelt und finden täglich bei der Alarmierung von Rettungsdienst und Feuerwehr ihre Anwendung.

© SZ vom 14.01.2019
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