Hybrid-Op für Erding Noch mehr Geld für das Klinikum

Das Klinikum soll Spitzenreiter in der Region werden, das wünscht sich Landrat Martin Bayerstorfer.

(Foto: Renate Schmidt)

Landrat Bayerstorfer kündigt weitere Investitionen an. Und er will die Zusammenarbeit mit einem bislang ungeliebten Nachbarn intensivieren

Von Antonia Steiger, Erding

Der Landkreis Erding wird weiter in das Klinikum Erding investieren. Und er wird die Kooperationen mit anderen Kliniken intensivieren. Landrat Martin Bayerstorfer, auch Kreisvorsitzender der Erdinger CSU, hat am Sonntag beim Frühschoppen des CSU-Ortsverbandes Erding angekündigt, dass das Klinikum noch in diesem Jahr sogar eine Zusammenarbeit mit der Airport-Klinik beschließen werde. Eine Einrichtung, die viele als gefürchtete Konkurrenz für die kommunalen Krankenhäuser in der Umgebung betrachten. Nicht miteinander zu reden, bringe keinen weiter, sagte Bayerstorfer. Es gelte, die Vorteile zu nutzen.

Wenige Monate vor der Europa-Wahl und ein Jahr vor der Kommunalwahl in Bayern stellte Bayerstorfer bei einem seiner seltenen Besuche des traditionsreichen Frühschoppens der Erdinger CSU die Vorteile heraus, die der Landkreis Erding genießt und die er der CSU-Politik zuschreibt. Es liege ihm die gesundheitliche Versorgung der Bürger am Herzen, sagte er. Dafür werde der Landkreis auch weiter investieren, auch wenn der Landkreis schon jetzt jährlich hohe Defizite des Krankenhaus ausgleichen muss. So soll für 4,4 Millionen Euro die technische Ausstattung verbessert werden. Auch ein Hybrid-OP soll kommen, ein moderner Operationssaal, in dem an Ort und Stelle Diagnose und Therapie zusammengeführt werden können, zum Beispiel bei der Schlaganfalltherapie. Vor und während der Operation liefern Computertomografien (CT) und Magnetresonanztomografien (MRT) den Ärzten Informationen, ohne dass der Patient bewegt werden muss. Diese Systeme sind feste Bestandteile eines Hybrid-Op. Für die Patienten bringt das unter anderem den Vorteil von kürzeren Narkosezeiten, es lässt sich außerdem Diagnostik vor der Operation einsparen. Man muss allerdings auch Ärzte und Pflegepersonal haben, die mit dieser Technik umgehen können. Der Landkreis sei fast schon einmal so weit gewesen, den Hybrid-Op einzurichten, sagte Bayerstorfer. Jetzt solle er wirklich kommen. Das Klinikum müsse ausgebaut werden, "damit wir künftig Spitzenreiter in der gesamten Region sind".

Auch das Personal möchte er weiter aufstocken, wie er sagte, und nannte das Bildungszentrum für Gesundheitsberufe, das der Landkreis gebaut und im vergangenen Jahr eröffnet hat, als beispielgebend "für die gesamte Republik". Er pries die segensreichen Kooperationen mit anderen Kliniken im Landkreis: die Zusammenarbeit in der Pflegeausbildung mit dem Isar-Amper-Klinikum in Taufkirchen und die Zusammenarbeit mit der Klinik Wartenberg. Die Airportklinik mit ihren Bereichen Orthopädie, Hernienchirurgie, die Leistenbrüche zum Gegenstand hat, plastisch-ästhetische Chirurgie und Anästhesie sei vor allem in der Ärzteschaft umstritten, sagte Bayerstorfer. Der Landkreis als Eigner des Klinikums Erding könne es sich aber nicht leisten, auf eine Zusammenarbeit mit dieser Spezialklinik in der Nachbarschaft zu verzichten. Schon jetzt gebe es gegenseitige Einweisungen. Weitere Gespräche, die zum Teil schon stattgefunden hätten, sollen noch in diesem Jahr zu einem Ergebnis führen.

Bei der Gesundheitsversorgung der Bürger liegt ein Fokus auf dem östlichen Landkreis, weswegen dem Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) Dorfen besondere Bedeutung zukommt: In Dorfen und Umgebung spüre man den Konkurrenzdruck durch andere gut erreichbare Häuser wie in Landshut deutlich. Diese Patienten, die sich nach Landshut einweisen lassen, sollen künftig wieder ins Klinikum Erding oder in die Klinik Dorfen gehen, wenn sie stationäre Hilfe benötigen. Ein Weg dorthin führt laut Bayerstorfer über ein MVZ, in dem Krankenhausärzte ambulante Sprechstunden anbieten und so die Bürger besser an das kommunale Krankenhaus anbinden können.