Mittelschule Erding Wilde Mischung

Die Mittelschule am Lodererplatz wird für knapp 20 Millionen Euro saniert. Jetzt haben Architekt und Bauverwaltung erste Pläne vorgelegt, wie das Gebäude ab 2020 aussehen soll. Glas, Ziegel, Stahl - alles wird verwendet.

Von Mathias Weber, Erding

Glas, Ziegel und Stahl: Wenn die Generalsanierung der Mittelschule am Lodererplatz abgeschlossen ist - im Jahr 2020 soll es soweit sein -, dann werden die verschiedenen Bauteile der Schule klar voneinander zu unterscheiden sein. Dem Planungs- und Bauausschuss wurden kürzlich die Pläne für die äußere Gestalt der in ein paar Jahren durchsanierten Schule vorgelegt.

Der mit der Sanierung beauftragte Architekt ist Ralf Grotz aus Erding, der schon einige andere Bauten in der Stadt realisiert hat; den modernen Anbau des Gewandhauses Gruber Am Rätschenbach zum Beispiel, auch für die Sanierung der Grundschule am Grünen Markt und die Aufstockung der Herzog-Tassilo-Realschule war sein Büro verantwortlich. Für die Mittelschule am Lodererplatz hat Architekt Grotz zusammen mit dem Stadtbauamt nun einen Materialmix für die Fassaden entwickelt. Der 90 Meter lange Mittelbau wird auf der Hofseite mit zusätzlichen Balkonen und Fluchttreppen ausgestattet und eine Klinkerfassade bekommen - in Süddeutschland kein sehr oft verwendetes Material, aber immer mehr im Kommen. Die Nordfassade wird den Visualisierungen zufolge ebenfalls komplett verklinkert. Die neuen, dunklen Balkone im Hof werden nötig, um kurze Fluchtwege zu garantieren, weil im Schulinneren entsprechend dem Konzept der so genannten Lernlandschaften (siehe Kasten) auf viele Türen verzichtet wird. Das erschwert den Brandschutz und verlangt nach Fluchtwegen abseits des langen Flures, der sich durch den Langbau zieht.

Auch der Kopfbau bekommt eine Fluchttreppe, seine Fassade wird mit Corten-Stahl verkleidet. Simulation: Stadt Erding

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Wieder ein ganz anderes Material wird den Plänen zufolge für die Fassade des Kopfbaus verwendet. Mit Corten-Stahl soll er verkleidet werden, dasselbe Material also, aus dem das Kreisel-Tor im Gewerbegebiet Erding West des Künstlers Harry S. besteht - und das nicht wenig Kritik auf sich gezogen hat.

Schließlich wird der kleine Mittelbau, der den Kopfbau mit der Grundschule verbindet, von seiner grauen Haut befreit und komplett verglast. Alu-Lamellen sollen verhindern, dass der Bereich sich zu sehr aufheizt. Im Inneren wird sich noch viel mehr tun: Weil Türen zwischen den Klassenzimmern fehlen, braucht es eine andere Art des Schallschutzes am Boden, an den Decken und den Wänden, der altmodische Linoleumboden hat ausgedient. Auch in Sachen Energieeffizienz gibt es viele Wunschvorstellungen; sie sollen mit Dämmstoffen, zwei Lüftungsanlagen und einer Wasser-Wasser-Wärme-Pumpe erfüllt werden, die im Sommer nachts zur Abkühlung der Räume das Grundwasser nutzt.

Blick in den Innenhof: Der lange Baukörper soll Fluchtbalkone und -treppen bekommen. Ihm gegenüber ist die Grundschule, sie bleibt erst einmal unsaniert. Simulation: Stadt Erding

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Gleich südlich des Kopfbaus, auf der großen Grünfläche, wird bereits nach Ostern ein Interimsbau aus Holzmodulen errichtet, in dem die Schülerinnen und Schüler während der Sanierungsphase unterkommen können. Billig wird auch der nicht: 2,22 Millionen Euro wird er kosten und liegt damit über der ursprünglichen Kostenschätzung der Stadtverwaltung.