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Fliegerhorst Erding:Visionäre Planer gefragt

Die Startbahn am Fliegerhorst ist nicht Teil des Planungswettbewerbs, die Fläche könnte eines Tages einmal im Rahmen einer Landesgartenschau genutzt werden, hofft man im Rathaus.

(Foto: Renate Schmidt)

An dem Wettbewerb für das Fliegerhorst-Gelände nehmen international erfahrene Büros teil. Ihre Aufgabe ist umfangreich, sie haben bis zum 10. Juni Zeit

Von Antonia Steiger, Erding

Experten unter anderem aus Wien, Paris und Kopenhagen machen sich nun Gedanken über die Zukunft der Kreisstadt Erding, genauer gesagt über die Entwicklung des Fliegerhorstgeländes für die nachmilitärische Nutzung. Einige von ihnen haben bereits bedeutende Flächen auch in größeren Städten überplant. So hat das Büro Adept das größte städtebauliche Vorhaben Budapests der vergangenen dreißig Jahre, Budapart, auf 43 Hektar geplant. Das Studio RW hat das Mansergh Quartier Gütersloh mit einer Größe von 38 Hektar entworfen. Und das Octagon Architekturkollektiv hat den ehemaligen Freiladebahnhof Leipzig zu einem neuen Quartier entwickelt.

Mit der Entscheidung des Stadtrates für die Auslobung des Wettbewerbs hat die Politik die weitere Entwicklung erst einmal in die Hände der 14 teilnehmenden Büros gelegt; auf der Homepage der Stadt Erding unter dem Unterpunkt Rathaus und Bürgerservice und dort im Unterpunkt Stadtentwicklung können die Bürger sich jedoch auch über die Modalitäten informieren. Die SPD informiert die Bürger zusätzlich bei einem virtuellen Stammtisch zum Thema "Ein neuer Stadtteil für Erding" an diesem Dienstag, 30. März, 18.30 Uhr, über den Planungswettbewerb und Schwerpunkte, die dort gesetzt werden sollen. Die Bürger sollen laut Ankündigung Einblicke in die Planungsunterlagen bekommen, Anregungen werden aufgenommen und Fragen beantwortet. Wer Fragen hat, kann sie schon vorab an den Fraktionssprecher Alexander Gutwill an die Adresse Alexander.Gutwill@spd-stadt-erding.de mailen. Der Zugangslink zu der Veranstaltung am Abend findet sich auf der Homepage der SPD unter www.spd-stadt-erding.de.

Für die 14 teilnehmenden Büros gibt es am Donnerstag, 15. April, in der Stadthalle ein Rückfragencolloquium, zuvor können die Stadtplaner an einer gemeinsamen Besichtigung des Wettbewerbsgebietes teilnehmen. Zwei Monate haben die Wettbewerbsteilnehmer dann Zeit, um einen Plan zu entwerfen für das 190 Quadratmeter große Gebiet. Vorlegen müssen sie ein Strukturkonzept, einen städtebaulichen und landschaftsplanerischen Entwurf, sie müssen einen Bereich vertieft überplanen bis zu Dachformen, Radwegen und Feuerwehrzufahrten. An einem Beispiel sollen sie die Frage beantworten, wie "flexibles Wohnen und Arbeiten in attraktiver Lage unter Verzicht auf ein eigenes Fahrzeug" umgesetzt werden könnte.

Zusätzlich wird ein Modell erwartet, eine Flächen- und Stellplatzbilanz, alles auf Papier und auch digital. Am Dienstag, 10. Juni, müssen die Planunterlagen beim Büro BGSM Stadtplaner in München vorliegen, dort wird der Wettbewerb be- treut. Das Preisgericht tagt am Dienstag, 20. Juli.

Teilnehmende Büros 1. Bauchplan Landschaftsarchitekten und Stadtplaner PartGmbB aus München 2. Morphologic Architekten Stadtplaner aus München mit Ver.de Landschaftsarchitekten Stadtplaner aus Freising 3. Pesch Partner Architekten aus Dortmund mit Burger Landschaftsarchitekten aus München 4. Reicher Haase Assoziierte GmbH aus Aachen mit Carla Lo Landschaftsarchitektur aus Wien 5. Adept ApS aus Kopenhagen 6. Albert Wimmer ZT-GmbH aus Wien mit Setup Landschaftsarchitektur bdla aus Leonberg 7. Hähnig Gemmeke Architekten BDA Partnerschaft mbB aus Tübingen 8. Octagon Architekturkollektiv aus Leipzig mit ISS research architecture urbanism und bgmr Landschaftsarchitekten aus Berlin 9. Querfeld Eins Landschaft, Städtebau, Architektur aus Dresden 10. ARGE Polyvalente aus Nürnberg und Fürth 11. Studio RW, Stadtplanung und Landschaftsarchitektur aus Berlin 12. Studio Vlay Streeruwitz aus Wien mit HBLA Hugo Bruley Landscape Architecture aus Paris 13. Thomas Schüler Architekten Stadtplaner aus Düsseldorf mit Faktorgruen Landschaftsarchitekten aus Freiburg 14.Wamsler Rohloff Wirzmüller FreiraumArchitekten aus Regensburg

© SZ vom 30.03.2021
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