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Fliegerhorst Erding:MTU will in Erding bleiben

Der Sitz des Triebwerkherstellers MTU in Karlsfeld: Seit 2006 setzt das Unternehmen auch in Erding in einigen Hallen am Fliegerhorst Triebwerke instand. Und das soll so bleiben, auch wenn die Bundeswehr aus Erding abzieht.

(Foto: Toni Heigl)

Beteiligte unterschreiben Absichtserklärung für Werkstätten auf dem Militärgelände

Von Antonia Steiger, Erding

Seit dem Jahr 2006 hat der Triebwerkshersteller MTU einen Firmensitz am Erdinger Fliegerhorst. Damals hatten Bundeswehr und Industrie nach jahrelangen Verhandlungen beschlossen, bei der Wartung der Tornado-Triebwerke in Erding zu kooperieren. Damit wurden Doppelstrukturen aufgelöst, denn MTU hatte bis dahin auch in Karlsfeld die Triebwerke des Tornados instandgesetzt. Die Arbeit wurde jedoch weniger, weil der Tornado ein Auslaufmodell war, die Kooperation am Fliegerhorst war das Ergebnis. Als bekannt wurde, dass der Fliegerhorst Erding aufgelöst wird, hatte MTU schnell sein Interesse bekundet, in Erding bleiben zu wollen. Dieser Wunsch scheint nun Realität zu werden - offenbar nach langwierigen Gesprächen und Verhandlungen. Es habe viel zu regeln gegeben, teilt die Stadt Erding dazu mit. Nun haben alle Parteien eine Absichtserklärung unterzeichnet mit dem Ziel, dass MTU weiterhin in Erding Triebwerke warten darf - über die Auflösung des Fliegerhorstes hinaus. Für Ende 2024 wird erwartet, dass die Soldaten das Gelände geräumt haben.

Klaus Günther, Leiter Militärische Programme beim Triebwerkhersteller MTU Aero Engines AG, und OB Max Gotz (CSU) haben demnach am vergangenen Mittwoch im Rathaus ein Eckpunktepapier unterzeichnet. Um auch eine künftige Nutzung der Fläche durch MTU sicher zu stellen, müssten Vereinbarungen getroffen werden, heißt es dazu weiter. Auch die Bundeswehr und die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) hätten daran mitgewirkt. Insbesondere der geplante Erwerb der 365 Hektar großen Fläche durch die Stadt Erding werfe "eine Reihe juristischer Fragen auf", schreibt Pressesprecher Christian Wanninger. Es sei zu klären, "ob die Stadt das MTU-Areal erwerben und an das Unternehmen weiter veräußern kann oder ob es mehr Sinn macht, wenn die Bima das Gelände zunächst an MTU vermietet", so wird Gotz in der Mitteilung zitiert. Neben Kaufpreis oder Miete zählten auch die planungsrechtliche Behandlung und Bebaubarkeit des Areals, seine infrastrukturelle Unabhängigkeit sowie Wegerechte und Dienstbarkeiten zu den offenen Fragen.

Auch die Bundeswehr und MTU müssen miteinander verhandeln, weil MTU mit der Instandsetzung von Triebwerken diverser Waffensysteme beauftragt und somit einsatzrelevant für die Luftwaffe ist, wie es heißt. Bisher vermietet die Bundeswehr zu diesem Zweck Gebäude und Freiflächen auf dem Fliegerhorst an MTU. So stelle die Bundeswehr die Einsatzbereitschaft ihres militärischen Geräts sicher. "Wir sehen am Standort Erding ideale Voraussetzungen für eine unterbrechungsfreie Kooperation", sagte Günther laut Mitteilung. MTU könne sich auch eine Erweiterung der derzeit 35 000 Quadratmeter umfassenden Betriebsfläche vorstellen. Auch Gotz will den Verbleib von MTU gewährleisten. Das Unternehmen biete "hochspezialisierte Arbeitsplätze", er wolle "dieses Know-how in Erding halten".

© SZ vom 26.05.2021
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