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Fahrt zu Logistikhallen:Das Erdinger Straßennetz ist belastbar.

Die Zahl der Mitarbeiter, die Zahl der LKW-Fuhren, der öffentliche Personennahverkehr, Parkplätze und vieles andere mehr erfragten die Stadträte und OB Gotz bei ihrem Stopp in der Köschinger Audi-Halle. Es stellte sich heraus, dass die Mitarbeiterzahl nicht so hoch ist, wie man sich das in Erding für eine Logistikhalle wünschen würde. Sie wechselt abhängig von der Phase, in der sich die Entwicklung neuer Prototypen befindet. Die Zahl der Lastwagenfahrten, die erlaubt wären, werden bei weitem nicht ausgenutzt: Statt 168 sind es demnach etwa 80. Auch dies ist eine Frage, die die Erdinger stark bewegt: Verkraften die Straßen im Erdinger Westen, wo die VIB die Halle an der Ecke Sigwolfstraße und Dachauer Straße bauen möchte, die zusätzlichen Verkehre? In Kürze wird dazu der Verkehrsplaner Helmuth Ammerl vom Planungsbüro Obermeyer dem Stadtrat ein Gutachten vorlegen, dem zufolge eine Logistikhalle das Verkehrsnetz nicht so stark belasten wird, wie manche befürchten.

Zu wenig Arbeitsplätze für den Geschmack vieler

Über ihre eigene Leistungsfähigkeit, was den Bau von Hallen betrifft, klärte die VIB Vermögen die Besucher an einem weiteren Hallenstandort in Ingolstadt auf: Die Firma Anylink lagert und fertigt auf vier Stockwerken unter anderem für Continental Elektronik-Baugruppen für Autos. Die streng von der Außenwelt abgeschirmte Produktion in den Stockwerken drei und vier bekamen die Besucher nicht zu sehen, dafür durften sie wieder einen Blick in eine Logistikhalle werfen. Wie wichtig Ingolstadt diese Halle war, belegt eine bemerkenswerte Anekdote: Für diese Halle ließ Ingolstadt eine kurz zuvor am selben Standort für sieben Millionen Euro sanierte Schule abreißen. Die Erdinger Stadträte staunten nicht schlecht, hatten sie doch am Abend zuvor für fünf Millionen Euro Arbeiten für die 26 Millionen Euro verschlingende Sanierung der Mittelschule am Lodererplatz in Auftrag gegeben. In weniger als sechs Monaten wurde die Schule abgerissen und die Halle gebaut. Ein klares Signal: Würde der Erdinger Stadtrat zustimmen, dann könnte es ganz schnell gehen.

Zu einer mit Besonnenheit geführten Diskussion rief OB Max Gotz auf. Auch er werde sich nicht hetzen lassen. Eine Entscheidung wird trotzdem in Kürze fallen - zumindest was eine Ansiedlung von BMW betrifft. BMW will im Herbst 2019 am neuen Standort arbeiten. Die Diskussion um die Halle in Erding ist damit aber nicht vom Tisch, andere Varianten sind denkbar - und aus Sicht mancher wünschenswert. Die überschaubare Zahl von 170 bis 220 Mitarbeitern, die die 55 000 Quadratmeter große Audi-Halle im Griff haben, entfachte keine Begeisterung.