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Erding:Zuversichtlich beim zweiten Start

Erdinger Jugendparlament will Lehren aus den vergangenen zwei Jahren ziehen und in dieser Amtsperiode mehr Engagement an den Tag legen

Mit viel Engagement in die nächsten Runde: Gemeinsam mit der Unterstützung vieler neuer Mitglieder wollen die beiden Vorsitzenden Svenja Tikovsky (vorne links) und Tuba Yildirimci (vorne rechts) dem Erdinger Jugendparlament wieder ein Profil geben.

(Foto: Renate Schmidt)

- Dieses Mal will man es besser machen - schon von Anfang an: "Die Motivation und das Engagement ist bei uns allen ziemlich weit oben. Wenn wir jetzt richtig einsteigen, dann wird das auch so bleiben", sagte Svenja Tikovsky zuversichtlich. Sie muss es wissen: Die 18-Jährige war schon beim letzten Erdinger Jugendparlament mit dabei. Jetzt will sie als Vorsitzende die neuen Mitglieder anleiten. Gemeinsam mit der 20-jährigen Tuba Yildirimci, die ebenfalls schon seit zwei Jahren Mitglied ist, wurde Svenja Mittwoch Abend bei der ersten Sitzung des Jugendparlaments im Rathaus in den Vorstand gewählt.

"Ich habe mich aufgestellt, weil ich mit meiner Erfahrung den Neuen helfen und sie unterstützen will", erklärte Tuba ihre Kandidatur. "Unsere Erfahrung aus den vergangenen Jahren sind für das neue Jugendparlament sehr wichtig", ergänzte Svenja. Diese wollen beide nun nutzen, um das Jugendparlament wieder aufzubauen. Genau darin sieht auch Hubert Sandtner, Kulturreferent der Stadt Erding, die Zukunft des Jugendparlaments: "Wir sind ja in der guten Situation, dass wir nicht mehr bei null anfangen müssen, wie vor zwei Jahren." So könne man nun aus dem gesammelten Erfahrungsschatz seine Lehren ziehen, sagte Sandtner. "Die Rückschläge sollten nicht entmutigen, im Gegenteil, das ist eher noch ein Ansporn, etwas zu verbessern."

Bereits das erste gemeinsame Treffen scheint gefruchtet zu haben, erzählte Tuba: "Wir haben uns jetzt schon auf einige Punkte geeinigt und ich denke, dass wir diese Punkte innerhalb der nächsten zwei Jahre auch wirklich erfolgreich beenden können. Wir werden zielstrebiger an die Sache rangehen, weil wir jetzt wissen, wie man die Ziele wirklich durchsetzen kann", sagte Tuba. Bevor die jedoch angestrebt werden können, muss sich das Jugendparlament erstmal wieder ein Profil erarbeiten: Man müsse zunächst das Jugendparlament "richtig bekannt machen", sagte Tuba.

Auch Svenja betonte: "Das ist ein ganz großer Punkt, den man jetzt auf jeden Fall anpacken muss - das hat einfach letztes Jahr gar nicht funktioniert." Ebenso will man auch an der Kommunikation untereinander arbeiten. Geplant ist es, sich regelmäßig wöchentlich im Jugendzentrum zu treffen. So viel Zeit brauchen sie, "wenn sie das Ganze ernsthafter und nachhaltiger machen wollen", sagte Sandtner. Das heiße natürlich auch, dass die neuen Mitglieder "verbindlicher mit ihrer Wahl umgehen müssen", so der Jugendreferent. "Beim letzten Mal wusste ja keiner wie es läuft, das war vorher nicht absehbar", versuchte er das geringe Engagement des vorherigen Jugendparlamentes zu erklären.

Das hatte sich dieses Jahr mit einer sehr bescheidenen Bilanz aus dem Amt verabschiedet: Die Gestaltung eines Basketballplatz am Weiher, ein Zaun um den Bolzplatz am neuen Gymnasium, einen Info- und Diskussionsabend zum Handelsabkommen ACTA und eine Party im Jugendzentrum. Mehr hatten die Jugendlichen nicht erreicht. Auch die Ausgangsposition für das neue Jugendparlament war weniger erfreulich. Auf 13 Sitze kamen lediglich elf Kandidaten.

Nicht zuletzt mangelte es auch bei der Wahl an der Beteiligung der Erdinger Jugendlichen. Lediglich 151 der insgesamt 2600 Wahlberechtigten hatten ihre Stimme abgegeben. Das sah Sandtner jedoch weniger als Problem: "Genau da erkennt man wahre Demokratie, wenn eine Minderheit beschließt, sich zu engagieren." Mit diesem Engagement möchte Svenja nun noch mehr Jugendliche in Erding aktivieren: "Die Demokratie besteht aus den ganzen Jugendlichen, die uns wählen können - wenn die sehen, was man im Kleinen erreichen kann, ist das auch ein Ansporn, noch mehr erreichen zu wollen."

Am Ende brachte es der zweite Bürgermeister Ludwig Kirmair, der die Sitzung leitete, auf den Punkt: "Ich wünsche ihnen allen viel Erfolg, Zeit und Ideen". An allem, so ist man zuversichtlich, soll es in den nächsten zwei Jahren nicht mangeln.