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Erding:Spannender zweiter Anlauf

Sechs Bürgermeister-Stichwahlen finden am Sonntag im Landkreis statt

Neben der Stichwahl um das Amt des Landrats gibt es im Landkreis am Sonntag noch sechs Bürgermeister-Stichwahlen. Das ist einigermaßen viel. Denn in neun der 26 Kommunen trat nur ein Bewerber an, so dass er oder sie mehr oder weniger schon vor der Wahl gewählt war. Auch in den acht Gemeinden mit zwei Kandidaten, entschied sich die Wahl selbstverständlich schon im ersten Durchgang. In den neun Kommunen mit drei bis fünf Bürgermeisterkandidaten, gab es nur in Bockhorn, Dorfen und Wartenberg schon in der ersten Runde eine Entscheidung.

In Erding hat Oberbürgermeister Max Gotz (CSU) mit 48,9 Prozent der Stimmen die absolute Mehrheit nur knapp verpasst. Er fand das "schön, aber nicht sehr schön". Denn immerhin war sein persönliches Ergebnis 15 Prozent besser als dass der im Stadtrat stark dezimierten CSU. Von seinen drei Herausforderern hat es Petra Bauernfeind (FW) mit 22,3 Prozent und somit weniger als halb so viel Stimmen wie Gotz in die Stichwahl geschafft. Dass sie den Amtsinhaber im zweiten Anlauf bezwingen wird, hält Bauernfeind selbst für "eher unwahrscheinlich". Ihr Ziel ist eine möglichst knappe Entscheidung, um ihre Position als wichtigster Gegenpol zum OB im Stadtrat bestätigt zu wissen.

Wie in Erding stehen sich auch in Isen, Finsing und Langenpreising im entscheidenden zweiten Wahlgang Kandidaten von der CSU und den Freien Wählern gegenüber. Im Markt Isen ist eine Prognose ungleich schwieriger zu treffen als in der Kreisstadt. CSU-Kandidat Michael Feurere hat in der ersten Runde mit 31,5 Prozent nicht sehr viel mehr Stimmen auf sich vereinen können als Irmgard Hibler von der Freien Wählern, die mit 27,2 Prozent das zweitbeste von vier Kandidaten holte.

In Taufkirchen gibt es eine Stichwahl zwischen Stefan Haberl von der CSU und Manfred Slawny von der SPD um die Amtsnachfolge von Franz Hofstetter, der nach 24 Jahren nicht mehr antritt. Im ersten Durchgang holte Haberl 43,5 Prozent und Slawny 28,5 Prozent. Interessant sind dabei auch die Stimmen, die sie auf den Listen für den Gemeinderat holten. Beide zählten zu den Häufelkönigen, Haberl erhielt 4111 Stimmen, Slawny 4015. Das ist ein Zeichen für den hohen Beliebtheitsgrad beider Kandidaten. Haberl startet allerdings aus der Pole-Position. Der klassische Wahlkampf ist zwar aufgrund des Coronavirus ausgesetzt worden, Haberl hat jedoch angekündigt, in den sozialen Medien, auf Facebook und Instagram, den Wahlkampf fortzusetzen. Slawny hingegen reagierte gelassen auf den unplanmäßig verlaufenen Wahlkampf: "Ich denke, die Bürger hatten genug Möglichkeiten, sich ein Bild von uns zu machen." Entscheidend ist nun, wie sich die Stimmen jener Wähler, die im ersten Durchgang für Korbinian Empl (FW) oder Martin Huber (AfD) entschieden haben, neu verteilen.

In Forstern liegt Rainer Streu (AWG) in der Wählergunst sehr weit vorne. Im ersten Durchgang schrammte er mit 49,3 Prozent knapp an der absoluten Mehrheit vorbei. Seine Gegenkandidatin in der Stichwahl ist die 55-jährige Betriebswirtin Maria Feckl von den Grünen, die im ersten Wahlgang 26,8 Prozent der Stimmen erhielt. Das ist allerdings ebenfalls ein sehr respektables Ergebnis, wenn man berücksichtigt, dass die Grünen im Gemeinderat in Forstern bislang noch gar nicht vertreten waren.

In Finsing gehen der amtierende Bürgermeister Max Kressirer (WG Eicherloh) und CSU-Gemeinderat Dieter Heilmair in die Stichwahl. 38,5 Prozent der Wähler stimmten im ersten Wahlgang für Kressirer, 25,0 Prozent für seinen Neufinsinger Konkurrenten. Kressirer hat die erwartete Favoritenrolle inne, dennoch ist weiterhin alles offen.

Auch das Bürgermeisterrennen in Langenpreising geht in die Stichwahl. Dann treffen Josef Strasser (FWG) und Leo Melerowitz (CSU) aufeinander. Auf der Strecke geblieben sind bereits Toni Wollschläger (Grüne) und Hans Kaspera (SPD). Strasser, bisheriger Stellvertreter von Bürgermeister Peter Deimel, geht als Favorit in die Entscheidung. Im ersten Wahlgang holte er 46,3 Prozent der Stimmen, Melerowitz kam auf 31,3 Prozent. 15 Prozent auf Strasser aufzuholen scheint ein schwieriges Unterfangen, aber Melerowitz bleibt optimistisch.

© SZ vom 26.03.2020 / tdr, flo
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