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Erding:Provisorium im Pavillon

Schön bunt ist der Pavillon der Grundschule am Lodererplatz auf jeden Fall (hier der Blick vom Haupthaus aus). Bald steht er leer. In den Flachbau wird dann der neue Kindergarten für Erding als Provisorium eingerichtet. Ein paar Umbauten sind allerdings notwendig.

(Foto: Renate Schmidt)

Erding benötigt dringend einen weiteren Kindergarten. Bis ein Grundstück gefunden ist, soll eine zweigruppige Einrichtung in den Flachbau der Grundschule am Loderplatz ziehen Der Verwaltungsausschuss gibt Grünes Licht

Von Regina Bluhme, Erding

Der holzverkleidete Bau neben der Mittelschule am Lodererplatz diente mehreren Klassen als Ausweichquartier während der Generalsanierung. Die Baumaßnahmen sind abgeschlossen, das Provisorium aber bleibt. Es wird künftig von der Loderer-Grundschule genutzt. Dadurch wiederum werden Räume im Pavillon frei, in die ein zweigruppiger Kindergarten einziehen wird, allerdings nur provisorisch. Noch wird nach einem geeigneten festen Standort für eine neue Erdinger Kindertagesstätte gesucht. Über die Belegungsdauer und Trägerschaft konnte Oberbürgermeister Max Gotz im Verwaltungs- und Finanzausschuss keine Aussage machen. Das Gremium befürwortete die Pläne am Dienstag einstimmig.

Erding wächst und wächst und damit sei auch der Bedarf an Kinderbetreuung erheblich gestiegen, so Kulturamtsleiter Bartholomäus Aiglstorfer. Im November 2019 hatte der Verwaltungs- und Finanzausschuss den Neubau einer Kindertagesstätte beschlossen. Noch wird für die zusätzliche Einrichtung ein Standort gesucht. Das ins Spiel gebrachte Areal beim Poststadl habe sich als zu klein erwiesen, sagte OB Max Gotz (CSU). Die Fläche reiche nicht aus, der Garten sollte schon größer sein, so Gotz. Es sei schließlich "gute Tradition in Erding, dass wir hier über die Normwerte hinausgehen." Der Kindergarten soll nun fürs erste als Provisorium ins Pavillongebäude der Loderer-Grundschule ziehen. Dazu muss das Gebäude allerdings noch ein wenig umgebaut werden, unter anderem müssen die Sanitäranlagen angepasst werden. Für die baulichen Maßnahmen inklusive Planungskosten werden insgesamt 110 500 Euro veranschlagt. Dazu kommen noch einmal 50 000 Euro für die Einrichtung, angefangen von Spielmaterial über Stühle und Tische bis zu Geschirr und Matratzen.

Noch steht nicht fest, wer die Trägerschaft für den provisorischen Kindergartenbetriebs übernehmen wird. Da es sich bis zur Fertigstellung des neuen Kinderhauses um eine Übergangslösung handelt, wird es mit einem Förderantrag schwierig. Denn für staatliche Zuschüsse sei eine Zeckmittelbindung von mindestes 25 Jahren nachzuweisen, so Aiglstorfer. Nichtsdestotrotz werde nach Fördermöglichkeiten gesucht.

Cornelia Ermeier (Grüne) erkundigte sich nach dem Zustand des Pavillons. "Das Gebäude ist vom Landratsamt abgenommen", lautete kurz und knapp die Antwort von OB Gotz. Nach Ansicht von Kindergartenreferentin und 2. Bürgermeisterin Petra Bauernfeind (Freie Wähler) ist der Pavillon durchaus geeignet für einen Kindergarten. "Für mich ist das eine gute Sache." Das Gremium votierte schließlich einstimmig für die veranschlagten Umbau- und Anschaffungskosten.

Zuvor hatte das Gremium über den Umzug der Grundschule in das ehemalige Ausweichquartier der Mittelschule gesprochen. Nach dem Umzug im Herbst in die generalsanierte Mittelschule stehen die zwölf Klassenzimmer des Interimsgebäudes leer. Der Bau befinde sich in einem guten Zustand, so Aiglstorfer, und sei der Schulleitung der Grundschule angeboten worden, deren Klassenzimmer sich bisher auf den Pavillon und das Haupthaus verteilten. Auf Wunsch der Schulleitung werden die vier jeweils circa 60 Quadratmeter großen Klassenräume im Erdgeschoss zu Verwaltungsräumen umfunktioniert für das Büro der Schulleitung, Lehrerzimmer, Sekretariat und Bücherei. Die oberen Etagen werden wie bisher als Klassenräume genutzt. Diese Pläne werden laut Aiglstorfer vom Schulamt unterstützt. Nach Einschätzung des Schulamts werde die Grundschule am Lodererplatz auch längerfristig mit acht Klassenräumen zurecht kommen. Im jetzigen Hauptgebäude sind Räume für Fachunterricht und Nachmittagsbetreuung geplant. Das vorhandene Inventar an Schulmöbeln zieht mit um. Da das Mobiliar der Verwaltung im Pavillon überwiegend aus Einbaumöbeln bestehe, werde es dort bleiben. Für die geplanten Büros im Interimsbau wird also eine neue Einrichtung angeschafft. Für Möbel, Umzugskosten der Whiteboards und weitere EDV-Leistungen sowie bauliche Anpassungen werden 210 000 Euro veranschlagt.

© SZ vom 17.09.2020

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