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Erding:OB Max Gotz sieht "klare Botschaft"

Nach Sieg bei Stichwahl blickt er Tunnel-Debatte gelassen entgegen

Oberbürgermeister Max Gotz (CSU) hatte am Sonntag einen sehr angenehmen Abend, wie er selbst sagt. Schließlich konnte sich über seine Wiederwahl freuen. Mit 59,3 zu 40,7 Prozent der Stimmen setzte er sich bei der Stichwahl gegen Petra Bauernfeind von den Freien Wählern durch. "Das ist eine klare Botschaft." An dem umstrittenen Tunnelbau unter der Landshuter Straße, durch den er wohl einige Stimmen verloren hat, will er auf jeden Fall festhalten.

Im Erdinger Stadtrat herrschen nun andere Verhältnisse: Die CSU hat nur noch 13 von 40 Sitzen. Sie ist damit immer noch stärkste Fraktion, doch so einfach wird es für die Partei des Oberbürgermeisters nicht mehr sein, sich durchzusetzen. Die Grünen haben sechs Sitze und ihre Schlagkraft damit verdoppelt. Insgesamt finden sich im Erdinger Stadtrat neun Parteien und Gruppierungen. "Der Stadtrat ist bunt", so Gotz. Das bedeute für ihn "ein gutes Stück mehr moderieren".

Gotz verweist darauf, dass er 2008 auch in eine Stichwahl musste. Damals habe er zwei Prozent mehr als jetzt erreicht, die 59,3 Prozent seien also "ein sehr tolles Ergebnis". Seine Gegenkandidaten Petra Bauernfeind ist mit 40,7 Prozent ebenfalls sehr zufrieden. Sie hatte ein möglichst knappes Ergebnis erhofft, "mit einer Vier vor dem Komma hatte ich nicht gerechnet."

Ein paar Stimmen hat den OB sicher der umstrittene Tunnel unter der Landshuter Straße gekostet, der das Rathaus mit dem Erweiterungsbau gegenüber verbinden soll. Der Stadtrat die Sache bereits beschlossen, die Gruppierung Erding Jetzt verweist nun auf neue Prioritäten durch die Corona-Krise und drängt darauf, die Entscheidung zu überdenken. Reden könne man über alles, aber der Stadtrat habe die Planung mehrheitlich abgesegnet, er gehe entspannt in die Debatte, sagt Gotz. Für ihn stehe fest, dass sich angesichts des Corona-Krisenmanagements gezeigt habe, wie wichtig eine Verbindung zwischen den Behördengebäuden sei. Der Stadtrat solle zu seiner Entscheidung stehen, "auch wenn der Wind pfeift".

Rückendeckung erhält Gotz von Horst Schmidt, dem SPD-Fraktionsvorsitzenden. Schmidt kritisiert in einer Pressemitteilung die Forderung von Erding Jetzt als "blanken Populismus". Angesichts der fortschreitenden Anzahl der Infektionen sei eher zu diskutieren, "ob Stadtratssitzungen in solchen Katastrophenfällen tatsächlich als Präsenzsitzungen zu verantworten sind". Laut OB Max Gotz sind nach der Sitzung am Dienstag erst mal keine weiteren Termine geplant.

© SZ vom 31.03.2020 / regi

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