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Erding:Neues Wohnhaus für die Lebenshilfe

Für Baumaßnahmen sind 14 Millionen Euro eingeplant

14 Millionen Euro will die Lebenshilfe Erding in die Hand nehmen, um in Erding ein neues Gebäude für Menschen mit Behinderung zu bauen. Neu und zukunftsweisend soll es sein, das ist einer Mitteilung des Landratsamtes Erding zu entnehmen. Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) ist Vorsitzender der Lebenshilfe Erding. Wie seine Sprecherin Claudia Fiebrandt-Kirmeyer sagt, entsteht das Gebäude neben dem Edeltraud-Huber-Haus der Lebenshilfe Erding. 38 Menschen leben laut dieser Mitteilung derzeit in diesem Haus, neun in einem 2013 in Betrieb genommenen Selbstversorgerhaus, weitere Frauen und Männer unterstützt die Lebenshilfe in ambulant betreuten Wohnungen. Damit ist der Bedarf aber nicht gedeckt: 36 Menschen stehen auf der Warteliste für einen Betreuungsplatz, wie es heißt.

"Neue Wege" will Bayerstorfer demnach mit dem Geschäftsführer der Lebenshilfe, Randolf Gänger, beschreiten. In dem Haus sollen die Menschen "allein, in WGs oder als Paar in abgeschlossenen eigenen Wohnungen" ihr Leben gestalten können. Dabei erhielten sie "so viel Unterstützung wie nötig und so wenig wie möglich", um ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Im Zuge des Neubaus wird auch das Edeltraud-Huber-Haus saniert und auf den neuesten Stand gebracht. Gänger hat demnach bereits Gespräche mit der Stadt Erding und der Regierung von Oberbayern als Genehmigungsbehörde geführt. Er wird mit den Worten zitiert, dass das Projekt nur auf die Beine gestellt werden könne, "weil wir über die nötigen Flächen verfügen". Sie liegen laut Fiebrandt-Kirmeyer direkt neben dem Edeltraut-Huber-Haus.

Noch in diesem Jahr sollen die Pläne eingebracht werden, in einem Jahr könnten die Arbeiten beginnen. Die Pläne stammen von Christian Brunner, der sich an den Anforderungen des Bundesteilhabegesetzes orientiert habe. Die Kosten für Neubau und Sanierung werden auf 14 Millionen Euro geschätzt, die Lebenshilfe rechnet mit einer Förderung in Höhe von 70 Prozent. Dazu hofft sie auch auf Spenden aus der Bevölkerung. Das Wohnangebot soll für alle Altersgruppen flexibel und bedarfsgerecht gestalten werden. Die Wohnbereitsleiterin Colleen Duvos weist laut Mitteilung auf den unterschiedlichen Hilfebedarf hin: Wer jung selbstbestimmt gelebt habe, wolle später nur die Leistungen in Anspruch nehmen, die er wirklich benötige.

© SZ vom 21.02.2020 / ts
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