bedeckt München 15°
vgwortpixel

Erding:Neue Beratungszentren

Inklusion an Schulen soll weiter ausgefeilt werden

Der Landkreis Erding hat zwei neue Beratungszentren für Inklusion. Initiiert hatte die Zentren, die am Donnerstag im Landratsamt während einer Informationsveranstaltung offiziell eröffnet wurden, das Schulamt unter Leitung von Marion Bauer. Das Beratungszentrum West ist in Oberding untergebracht, das Beratungszentrum West in Dorfen. An den Zentren arbeiten Schulpsychologen und Beratungslehrer mit Zusatzausbildung zusammen daran, Kindern mit besonderem Förderbedarf das Schulleben zu erleichtern.

Nach der Einsetzung einer Beratungsstelle Inklusion im Schulamt und der Anerkennung von vier Schulen im Landkreis als Profilschule Inklusion, ist das ein weiterer Schritt. Bislang tragen die Grundschule am Grünen Markt in Erding, die Grundschule in Dorfen Nord, die Herzog-Tassilo-Realschule in Erding und die Mittelschule in Taufkirchen die Auszeichnung.

Ganz neu sei der Ansatz nicht, sagte die Schulpsychologin und Beratungsrektorin des Schulamtes für Inklusion Sylvia Fratton-Meusel. "Schulsozialarbeit gibt es ja schon länger". Viel mehr gehe es darum, "Kompetenzen, die schon da sind, zu bündeln", so Fratton-Meusel. Auch Schulpsychologen und Beratungslehrer sind schon seit längerem aktiv im Landkreis. "Inklusionsbeauftrage" - das sind meistens Regelschullehrer mit Zusatzqualifikation - "gibt es bereits an jeder Grund- und Mittelschule" im Landkreis, betonte die Schulpsychologin Anette Eberl. In den Beratungszentren sei man nun aber "täglich erreichbar" und Ansprechpartner für Eltern, Kinder und Schulen, sagt Sylvia Fratton-Meusel. Außerdem sollen Beratungslehrer und Schulpsychologen in den zwei neuen Beratungszentren besser zusammenarbeiten können. "Wir nutzen hier den Komfort der direkten Besprechung", so Fratton-Meusel.

Auch die Leiterin des Schulamtes Marion Bauer betonte, dass der Landkreis gut aufgestellt sei. Schulsozialarbeit könne man bereits "flächendeckend anbieten". Im Verlauf der Veranstaltung wurde deutlich, dass sich schulische Inklusion im Landkreis nicht auf Menschen mit Behinderung beschränkt, sondern sich allen Kindern mit speziellem Förderbedarf widmen soll. Neben Behinderungen nennt Karin Rausch, Rektorin der Mittelschule Altenerding, auch Gründe wie traumatische Erlebnisse, Suchtprobleme in der Familie oder überforderte Eltern, die für einen erhöhten Förderbedarf sorgen. An der Mittelschule Altenerding sind, wie auch an Schulen in Dorfen, Isen und Wörth, bereits "Alternative Schulische Angebote" eingerichtet worden, welche die Integration solcher Kinder in den Schulalltag fördern sollen.

Auch die neuen Beratungszentren sprechen nicht ausschließlich Kinder mit körperlicher oder geistiger Behinderung an. Dem Beratungszentrum Ost in Dorfen ist beispielsweise eine Förderstelle Mathematik angeschlossen. Hier finde "kein Nachhilfeunterricht statt", vielmehr sei die Förderstelle für Kinder mit "tiefgreifenden Problemen" in Bezug auf Rechnen und Mathematik da, so die Leiterin der Beratungsstelle Irene Lang. "Viele Kinder aus der vierten Klasse, die zu uns kommen, haben den Zahlenraum bis 20 nicht verinnerlicht", so Lang.

© SZ vom 15.02.2020 / pke