Erding:Keine Angst vor den Mitmenschen

Lesezeit: 2 min

Arbeiterwohlfahrt bereitet sich auf die Veranstaltung "Tage der Toleranz" vor

Von Florentine Kary

Erding - "Angst ist ernst zu nehmen, aber es ist manchmal auch einfach unbegründet, Angst zu haben. Zumindesten zur Thematik Toleranz, weil da kann man manche Dinge auch einfach auf sich zukommen lassen." Wenn Christiane Kickum von der Arbeiterwohlfahrt über Toleranz spricht, merkt man, dass sie dieses Thema schon lange beschäftigt; ganze zehn Jahre, wenn man es genau nimmt. Im Alter von 16 Jahren war sie das erste mal bei einer Veranstaltung zum Thema Toleranz. Als diese dann von Rechtsradikalen massiv gestört wurde, stand für Kickum fest, dass sie etwas ändern muss.

Seit nunmehr zehn Jahren hilft sie nun bei der Organisation der "Tage der Toleranz" mit. Die Trägerschaft übernimmt 2015 das Jugendwerk der AWO und unterstützt bei der Gestaltung. Dieses Jahr feiern die "Tage der Toleranz" ihr fünfjähriges Jubiläum, sie finden immer im Wechsel mit den Jugendkulturtagen des Jugendcenters Sonic statt. Beides sind städtische Veranstaltungen und werden von der Stadt Erding bezuschusst.

Die "Tage der Toleranz" stehen dieses Jahr unter dem Motto "Keine Angst?!" "Wir finden, dass es das Prägnanteste und Wichtigste momentan ist", erklärt Kickum. "Die Angst der einzelnen, die auch überschlägt und wegen der man auch oft Leuten gegenüber voreingenommen ist." Ihnen sei es wichtig, das auch zu thematisieren, in Diskussionen und Gesprächen. Deshalb findet am Freitag, 2. Oktober, dem Auftakttag der "Tage der Toleranz", anschließend an ein Impulsreferat, eine offene Diskussionsrunde statt. Anders als die Jahre davor, bei denen es nur eine Podiumsdiskussion mit anschließenden Gesprächen gab, haben die Jugendlichen dieses Jahr die Möglichkeit, selbst mitzureden und das Gespräch zu gestalten.

Das Motto dieses Jahres setzt sich auch mit den Fragen auseinander "Vor was habe ich Angst?", "Wie kann ich das abbauen?" und vor allem: "Wie tolerant bin ich selbst?" Die "Tage der Toleranz" wollen auf all das aufmerksam machen. Dass der Begriff Toleranz manchmal auch schwierig ist, weiß Kickum. Sie hat auch schon Provokationen erlebt, wie einmal, als vor ein paar Jahren männliche Demonstranten mit Kopftüchern eine Kopftuch-Modenschau störten, die deswegen abgebrochen werden musste. Trotzdem sehen sich die Organisatoren nicht als Gegenveranstaltung zu rechten Demonstranten. Sie möchten lieber zeigen, welche Möglichkeiten Jugendliche haben, sich in Erding über Toleranz zu informieren und Jugendlichen Beschäftigungsmöglichkeiten geben, um einen toleranten Umgang mit ihren Mitmenschen zu erlernen.

Deshalb laden die diesjährigen Veranstalter auch Jugendgruppen und Jugendvereine ein, sich an dem Diskurs zu beteiligen. "Es geht darum, Jugendliche zu schützen, sie zu bilden und weiterzubringen und genau davon abzuhalten, dass sie auf die schiefe Bahn geraten."

Die "Tage der Toleranz" finden am 2. und 3. Oktober auf dem Schrannenplatz in Erding statt. Zum Abschluss gibt es am Samstagabend noch eine Veranstaltung im Jugendzentrum Sonic mit Musik und einem DJ.

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