Erding:Innenstadt leergefegt

Einzelhändler und Selbständige vom verordneten Stillstand schwer getroffen

Von philipp schmitt, Erding

Die wirtschaftlichen Folgen der globalen Pandemie und von der Staatsregierung in die Wege geleitete Maßnahmen zur Eindämmung der Infekte haben viele Branchen aus den Tritt gebracht: "So etwas haben wir in Erding noch nie erlebt", sagte der Sprecher der Interessensgemeinschaft "Ardeo" Wolfgang Kraus. Die Innenstadt war Wochen wie leergefegt. Der im Frühjahr normalerweise mit vielen Menschen belebte Schrannenplatz war seit dem "Lockdown" wie ausgestorben. Doch nicht nur die vielen bei Ardeo organisierten Einzelhändler der Innenstadt spürten die negativen Auswirkungen der Krise: Viele große und kleine Betriebe bis zum Flughafen als Joblokomotive wurden von dem staatlich verordneten temporären Stillstand des Geschäftslebens, Ausgangsbeschränkungen und Reiseverboten hart getroffen und verzeichnen Einbußen. Dabei geht es Erding im Vergleich mit anderen Regionen aufgrund des robusten Branchen-Mix noch relativ gut, hieß es dazu von einem Pressesprecher der Arbeitsagentur. Während ein Teil der Bevölkerung wegen Kurzarbeit zu Hause sitzen muss, sorgte die Krise in anderen Bereichen für viel Arbeit: Banken und die Arbeitsagentur bündeln Personal, um Anträge für Kredite und staatliche Soforthilfen bewältigen zu können. In den Supermärkten herrschte Hochkonjunktur und Mitarbeiter aus dem Lebensmittelhandel, der Gesundheitsberufe und saisonale Erntehelfer waren auf dem Arbeitsmarkt gesucht. Auch im Bausektor lief der Betrieb weiter.

Für Hoteliers, Gastronomen, Einzelhändler, Friseure, aber auch Freiberufler war die Lage hingegen frustrierend, obwohl durch staatliche Hilfsprogramme versucht wird, Liquiditätsengpässe zu überbrücken. Die Gegenmaßnahmen und Hilfsangebote werden von Ardeo-Specher Kraus, dem Vorsitzenden des Erdinger Gewerbevereins Dirk Urland und Kreishandwerksmeister Rudolf Waxenberger als positive Signale in der Krise gewürdigt. Die Erdinger Innenstadt brauche aber weitere Impulse, um in der Krise nicht zu veröden. Denn auch der Tourismus und die Bus- und Reisebranche, die Therme lagen im Lockdown bei geschlossenen Hotels und Gaststätten brach. Auch die Joblokomotive Flughafen lief nur noch auf Sparflamme. Die meisten Flugzeuge parkten am Rollfeld, Fluggesellschaften waren im Krisenmodus, Hotels und Restaurants meist leer, Mitarbeiter in Kurzarbeit. Kreishandwerksmeister Waxenberger blieb jedoch zuversichtlich, dass Erding und der Landkreis die Krise wegen des guten Branchen-Mix gut und ohne viele Firmen-Pleiten überstehen. Falls der "Lockdown" nicht zu lange dauere und Liquiditätsengpässe durch staatliche Soforthilfen und Kredite überbrückt würden schaffe man das, weil der Landkreis wirtschaftlich sehr stark und stabil sei. Die Lage im Erdinger Baugewerbe blieb stabil: "Das dicke Ende der Krise kann aber auch für die Baubranche im Landkreis noch mit Verzögerung kommen, denn der Bau ist ja ein Konjunkturindikator", betonte er.

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