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Erding:Hilfe ist unterwegs

Aying, Faistenhaar, Erdbeerplantage von Lang, Erntehelfer beeilen sich vor dem Gewitter,

Erntehelfer auf einer Erdbeerplantage: Ohne sie läuft im Obst- und Gemüseanbau wenig. Der Bauernverband ist daher froh, dass die Einreisebestimmungen nun doch gelockert wurden und die Saisonhelfer ins Land kommen können.

(Foto: Angelika Bardehle)

Um Ernteausfälle zu verhindern, dürfen nun doch Saisonarbeitskräfte einreisen. Der Bedarf ist nicht zu unterschätzen, vor allem im Hopfen- und Gemüseanbau

Hopfen- und Gemüsebauern, Brauer und Konsumenten können aufatmen: Wie der Bauernverband Erding mitteilt, können Erntehelfer nun doch unter gewissen Auflagen einreisen. In der Region wäre vor allem der Hopfenanbau gefährdet gewesen, aber auch beim Gemüseanbau ist nach wie vor viel Handarbeit erforderlich.

Um Ernteausfälle zu verhindern, dürfen im April und im Mai jeweils 40 000 ausländische Saisonarbeitskräfte per Flugzeug einreisen, teilt der Bauernverband Erding mit. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft habe mitgeteilt, dass nach Verhandlungen mit dem Bundesinnen- und Bundesarbeitsministerium in Abstimmung mit dem Robert Koch-Institut ein Kompromiss gefunden werden konnte: Eine Einreise von Saisonarbeitskräften aus Rumänien und Bulgarien per Flugzeug sei unter strengen hygienerechtlichen Vorgaben für die Einreise, Unterbringung und die Arbeit auf den landwirtschaftlichen Betrieben wieder möglich.

Der Erlass der Bundesregierung zur Einreise von Saisonarbeitskräften werde voraussichtlich zu Beginn der zweiten Aprilwoche gelten. Über das Internetportal https://saisonarbeit2020.bauernverband.de müsse die Meldung der für die Einreise benötigten Daten, unter anderem Name des Betriebes, Adresse und Personalausweisnummer sowie Geburtsdatum des Arbeitnehmers und Flugnummer erfolgen. Weitere, laufend aktualisierte Informationen und Vorgaben zur Einreise sowie der Unterbringung und Arbeit auf den Betrieben seien unter www.BayerischerBauernVerband.de/Corona zu finden. Auch die Geschäftsstellen des BBV würden dabei weiterhelfen, sagte Gerhard Stock, Geschäftsführer des Bauernverbandes Erding.

Stock hat dabei vor allem die benachbarte Holledau im Auge, wo die Hopfenbaubetriebe nun Drähte spannen müssen, an denen sich der Hopfen hochranken kann. Ohne Saisonarbeitskräfte sei das nicht zu schaffen, warnten die Hopfenbauern bereits seit der Verhängung der Reisebeschränkungen. Mit 2400 Quadratkilometern ist die Hallertau das größte zusammenhängende Hopfenanbaugebiet der Welt - 2019 wurden dort 41484 Tonnen Hopfen geerntet. Das macht 86 Prozent der deutschen Hopfenernte aus. Nun können die Erntehelfer nun doch mit anpacken, sagte Stock, wenn auch unter sehr strengen Auflagen: "Wir haben nun wider erwarten eine Lösung."

Auch im Gemüseanbau sind Saisonarbeitskräfte sehr gefragt. Bekannt sind die Bilder aus Niederbayern, wo Helfer auf sogenannten Gurkenfliegern arbeiten: auf langen Auslegern seitlich der Traktoren, auf denen man bäuchlings Gurken abschneidet. Im Landkreis Erding ist der Gemüseanbau nicht sehr weit verbreitet, aber insbesondere im westlichen Landkreis gibt es einige, die diese arbeitsaufwendige Landwirtschaft betrieben. Gerhard Eschbaumer zum Beispiel, Gemüsebauer und Direktvermarkter sowie Ortsobmann des Bauernverbandes in Notzing. "Ein paar Hektar Gemüsebau sind Unmengen Arbeit", sagte Eschbaumer. Salatpflänzchen könne man nicht vollautomatisch setzen, auch beim Blumenkohl, beim Brokkoli und Kohlrabi arbeite man mit empfindlichen Setzlingen. Zudem werde die Ernte von Hand geschnitten, gewaschen und für den Verbraucher appetitlich aufbereitet.

© SZ vom 08.04.2020

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