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Erding:Herausfordernder Beruf

Landwirtschaftsschule verabschiedet neun Absolventen und startet im Oktober mit einem neuen Jahrgang

Neun Absolventen hat die Landwirtschaftsschule Erding nach der Ausbildung zum "Staatlich geprüften Wirtschafter für Landbau" verabschiedet. "Die Landwirtschaft braucht junge, gut ausgebildete Nachwuchskräfte", mit diesen Worten wird Otto Roski, Leiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Erding und der Landwirtschaftsschule, in einer Mitteilung seiner Schule zitiert. Die Absolventen könnten nun ihr Wissen auf den elterlichen Betrieben in den Landkreisen Erding, Freising und München nutzen.

Die zweijährige Schulzeit habe an die Schüler besondere Anforderungen gestellt, heißt es. Zu Beginn sei nicht sicher gewesen, ob das Semester überhaupt starten kann, weil die Mindestanzahl von 16 Anmeldungen nicht vorlagen, dann erteilte das Ministerium jedoch eine Ausnahmegenehmigung für zwölf Studierenden. Gleichzeitig lief der An- und Umbau der Landwirtschaftsschule, und als der fertig war, litt der Schulbetrieb unter den Einschränkungen zur Eindämmung der Coronapandemie. Im dritten Semester gab es nur noch Online-Unterricht, nur die letzten Schulaufgaben und die schriftlichen Abschlussprüfungen fanden unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneauflagen in Präsenz im Schulgebäude statt. Die Absolventen hätten daher beklagt, dass der Kontakt zu den Klassenkameraden und der Austausch untereinander fehle, wie die Landwirtschaftsschule schreibt. Es habe sich jedoch gezeigt, dass in der landwirtschaftlichen Praxis die Digitalisierung kein Fremdwort mehr sei. "Landwirte sind innovativ und fortschrittlich, weshalb die Absolventen und Lehrkräfte auch rasch mit den digitalen Unterrichtsformen und Anwendungen zurechtgekommen sind."

Die künftigen Landwirte seien auf die steigenden Herausforderungen vorbereitet worden: Sie sollten die Nachfrage nach hochwertigen und billigen Nahrungsmitteln bedienen und gleichzeitig zusätzliche Anforderungen an tier- und umweltgerechtere Produktionsverfahren und die Förderung der Biodiversität beachten. Dazu sei produktionstechnisches Geschick und betriebswirtschaftliches Fachwissen gefordert. Der bürokratische Aufwand und die steigenden Standards erforderten "die Bereitschaft zur steten Fort- und Weiterbildung". Roski appellierte an die jungen Leute, mit den Verbrauchen in den Dialog zu treten und die positiven Wirkungen der Landbewirtschaftung auf die Artenvielfalt zu betonen. Sie sollten sich an den Diskussionen beteiligen und Interessierten erklären, "wie heute Nahrungsmittel produziert werden". Im Oktober startet das nächste Semester an der Landwirtschaftsschule Erding, für das sich mehr als zwanzig Personen angemeldet hätten.

© SZ vom 14.04.2021 / sz
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