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Erding:Für alle Kinder

Es gibt keinen Handlungsbedarf bei den beiden Spielplätzen im Erdinger Stadtpark, höchstens seitens des Wetters. Derzeit lässt es sich dort nur eingeschränkt spielen.

(Foto: Renate Schmidt)

Die Stadt hat nun eine aktualisierte Datensammlung zum Zustand der Spielplätze. Am Kronthaler Weiher gibt es keinen Handlungsbedarf, am Lodererplatz hingegen schon

Von Antonia Steiger, Erding

Die Stadt Erding gibt sich alle Mühe, den Überblick über ihre Spiel- und Bolzplätze und den Zustand zu behalten, in dem sich die Flächen befinden. Das erstmals im Juli 2010 vorgestellte Spielplatzkonzept, das das Büro Lex-Kerfers ausgearbeitet hatte, wurde nun vom selben Büro aktualisiert. Dabei ist unter anderem überprüft worden, ob Handlungsempfehlungen umgesetzt worden seien, aber vor allem, in welchem Zustand sich die Plätze im Moment befinden. Bei einigen muss demnach nachgebessert werden, weil sie zu wenig bieten und auch zügig gepflegt werden sollten. Andere sind dagegen nach Auffassung der Landschaftsarchitekten Lex-Kerfers aus Bockhorn top in Schuss. Zum Beispiel das Sport- und Freizeitband entlang des Kronthaler Weihers.

Es wäre auch erstaunlich gewesen, wenn die Spielplatz-Tester am Kronthaler Weiher großen Handlungsbedarf erkannt hätten, denn die Freizeitanlage mitsamt den Sportangeboten ist der Stolz der Stadt Erding und auch erst im Jahr 2017 eingeweiht worden. Das berge aber auch eine gewisse Gefahr, auf die OB Max Gotz (CSU) in der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses hinwies: Je attraktiver die Spielplätze, desto mehr Besucher kommen von außerhalb, wie das schon bei den Spielplätzen im Stadtpark festgestellt werden konnte. Er ist in Internetforen ein gern empfohlner Anlaufpunkt. Daher hat der Ausschuss auch noch nicht entschieden, ob es eine Art "Spielplatzführer" geben soll, der auf der Homepage abrufbar sein könnte.

Exemplarisch erfuhren die Stadträte an zwei Erdinger Spielplätzen, wie die Flächen in 95 Datenblätter bewertet wurden. Das Freizeit- und Erholungsgebiet am Kronthaler Weiher mit seinem Aktivitäten- und Sportband, das sich auf eine Fläche von 12 100 Quadratmeter ausdehnt, weist demnach überhaupt keinen Handlungsbedarf auf, weder allgemein noch in Bezug auf gestalterische Defizite oder den demografischen Wandel. Als Pflegehinweis notierten die Gutachter lediglich, dass die Sandflächen regelmäßig von Laub und anderem freizumachen seien und dass die Sträucher zurückgeschnitten werden müssen. Ziel sei, den naturnahen Charakter zu erhalten. Wohl auch langfristig sei kein Handlungsbedarf gegeben. Anders der Spielplatz am Lodererplatz: Er gilt mit 259 Quadratmeter als "klein", der Standard der Geräte gilt als "einfach", ihr Zustand sei "schlecht", der Pflegezustand des Platzes ebenfalls. Er wird nur "gering" genutzt. Er bekam eine hohe Priorisierung, demnach könnte dort bald etwas passieren. Abgesehen davon, dass in jeder Kategorie etwas passieren sollte, soll auch die Nutzbarkeit mit neuen Geräten vergrößert werden, denn jetzt sei er nur für Kleinkinder geeignet, heißt es in dem Datenblatt. Dass man auf der einzigen Bank sitzend vom Spielplatz wegschaut, geht ebenso nicht als Pluspunkt durch. Potenziale erkennen Lex-Kerfers für den Platz durch eine Erweiterung, eine Umgestaltung des Hofes und eine Vergrößerung, indem der Platz zum Wäschetrocknen verkleinert wird. Ein "schöner, generationsübergreifender Wohnhof" sei das Ziel. Aktuellen Handlungsbedarf haben Lex-Kerfers unter anderem auch in Langengeisling, an der Aribostraße, am Stadtweg, an der Wendelsteinstraße und bei der Skateranlage an der Waldstraße diagnostiziert. Hans Egger (Erding Jetzt) regte an, auch den Spielplatz am so genannten Dunsche-Bergerl am Grünen Markt genauer anzuschauen. So ließe sich auch die Innenstadt besser fördern, meinte er. Gotz sagte zu, die Grundstücksverhältnisse zu klären. Auch er erkenne dort Potenziale, auch wenn der Platz meist im Schatten liege und etwas dunkel sei.

© SZ vom 22.01.2021
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