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Erding: Auch ohne die Corona-Pandemie wäre es zum Abbau gekommen:Sparkasse schließt vier Filialen

Die Filiale Langengeisling, an der Alte Römerstraße 13, wird ebenfalls künftig nur noch Geldautomaten und Kontoauszugsdrucker haben.

(Foto: Renate Schmidt)

Nach Angaben des Geldinstituts soll es keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Damit verfügt das Geldinstitut im Landkreis noch über zehn Standorte mit Belegschaft

Von Regina Bluhme, Erding

Die Sparkasse Erding-Dorfen schließt zum Jahresende vier Filialen. Betroffen sind die Standorte in Altenerding, Langengeisling, Moosinning und Oberding. Das bestätigt Vorstandsmitglied Ulrich Sengle gegenüber der Erdinger SZ. Die Maßnahme sei aber nicht auf die Corona-Krise zurückzuführen, so Vorstandsmitglied Sengle, sondern auf die zunehmende Nutzung der Online-Angebote. Damit verbleiben im Landkreis zehn Filialen mit Belegschaft sowie 27 sogenannte Service Points.

Bis zum Jahresende sollen die vier personenbesetzten Filialen in Langengeisling, Altenerding, Moosinning und Oberding in sogenannte Service-Points umgewandelt werden, informiert Ulrich Sengle. Das bedeutet, dass dort Geldautomaten und Kontoauszugsdrucker bestehen bleiben. Damit finden Kunden im Landkreis noch eine mit Personal besetzte Filiale in Erding am Alois-Schießl-Platz und am Schrannenplatz, in Dorfen, in Taufkirchen, Wartenberg, Forstern, Hörlkofen, Neufinsing, Goldach und am Flughafen München (MAC und T2 - je nach Zählweise ein oder zwei Filialen). Darüber hinaus gibt es im gesamten Geschäftsgebiet noch 27 Service Points inklusive der vier zum Jahresende umgewandelten Standorte.

Mit den Umwandlungen sind laut Sengle keine betriebsbedingten Kündigung von Mitarbeitern verbunden. Im Gegenteil: Die Sparkasse Erding-Dorfen habe nach wie vor hohen Bedarf an qualifizierten Beraterinnen und Beratern. "Darüber hinaus gewinnt unsere mediale Geschäftsstelle weiter an Bedeutung und wird kapazitätsmäßig ausgebaut." Vorteil für den Kunden sei, dass er montags bis freitags von 8 bis 19 Uhr seine Bankgeschäfte bequem telefonisch von zu Hause aus erledigen könne. "Darüber hinaus bieten wir selbstverständlich auch Chat oder Video-Chat an." Über die Zukunft der vier Immobilien, die nach der Schließung zum Jahresende frei werden, sei noch keine abschließende Entscheidung getroffen worden. "Dies ist auch abhängig davon, ob sie in unserem Eigentum stehen oder angemietet sind", fügt Ulrich Sengle hinzu.

Mit der Corona-Pandemie habe die Entscheidung nichts zu tun. In der Tat seien die Umwandlungen eher der Tatsache geschuldet, dass sich die Art, Bankgeschäfte abzuwickeln in den vergangenen Jahren gewandelt habe. "Digitalisierung und Automatisierung führen dazu, dass für Kunden (nahezu) alle Serviceanliegen unabhängig von Öffnungszeiten bequem von zu Hause (Online-Banking) oder auch 24/7 an unseren Automaten abdecken können", teil Sengle mit. Die Auswirkungen der Corona-Krise bekommt das Geldinstitut natürlich hautnah mit. Insgesamt verzeichnete die Sparkasse bis Mitte Juni bei ihren Kunden 122 Tilgungsaussetzungen beziehungsweise Stundungen und "Corona-Darlehen" über insgesamt circa neun Millionen Euro.

Das Geldinstitut selbst hat zum 31. Dezember 2019 eine Bilanzsumme von rund 2,24 Millionen Euro vorzuweisen. Der Bilanzgewinn lag bei 2,8 Millionen. 27 Millionen sind für die neue Hauptgeschäftsstelle neben der Stadthalle veranschlagt. Beim Richtfest im Februar betonte Landrat Martin Bayerstorfer (CSU), zugleich im Verwaltungsrat der Sparkasse, dass die Sparkasse in der Fläche präsent sei und somit für die Bürger "erreichbar und nahbar".

Eine neue Filiale ist derweil in Planung. Hinter der Überlegung, im Westpark in Erding eine Geschäftsstelle zu eröffnen, stecke der Gedanke, "dass auch ein breites, qualifiziertes Finanzdienstleistungsangebot dort vorgehalten wird, wo die Menschen ohnehin sind und Frequenz vorherrscht", sagt Sengle. Einen Eröffnungstermin könne er noch nicht nennen.

© SZ vom 22.09.2020

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