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Erding:Ansprechpartner für interessierte Akteure

Das Quartiersmanagement für den Ortsteil Klettham startet. Zwei Projektmitarbeiterinnen richten sich demnächst ein Büro ein

Von Antonia Steiger, Erding

An zwei Tagen in der Woche wollen Stefanie Auer und Selda Kirci von November an in Klettham ansprechbar sein, um das Städtebauförderprogramm "Sozialer Zusammenhalt" in dem Quartier voranzubringen. Jetzt haben sie sich im Stadtrat vorgestellt und bereits erläutert, wie es in Klettham weitergehen könnte. Zunächst wird ein Büro eingerichtet, es wird eine Homepage erstellt und ein Logo entworfen. Und schnell sollen auch erste Kontakte zu den Kletthamer Bürgern geknüpft sowie erste Projekte identifiziert werden.

Das Städtebauförderprogramm "Sozialer Zusammenhalt - Zusammenleben im Quartier gemeinsam gestalten" soll bewirken, dass die schon jetzt fast 3000 Menschen, die in dem Erdinger Stadtteil Klettham leben, enger zusammenwachsen und sich dort möglichst wohl fühlen. Dazu hat die Stadt Erding das Büro Planwerk ins Boot geholt, das laut dem Stadt- und Regionalplaner Tobias Preising bereits viel Erfahrung in solchen Quartiermanagements hat. In ganz Bayern habe man bei etwa vierzig Managements mitgewirkt und könne die Erfahrungen nun in Klettham einwirken lassen, sagte Preising. Das Projekt wird sich über etliche Jahre hinziehen.

Geleitet wird es von der Quartiersmanagerin und Geografin Stefanie Auer vom Büro Planwerk, die von der in Klettham aufgewachsenen Architekturstudentin Sela Kirci unterstützt wird. Auer umriss die Hauptaufgabe für die kommenden Monate: Es gehe um Öffentlichkeitsarbeit, man wolle Akteure wie Vereine, Kirchen, engagierte Menschen und Unternehmer ansprechen und ein Netzwerk schaffen. Sie nannte das die "Aktivierung der Bewohner". Daraus solle sich ein "Meinungsträgerkreis" bilden, mit dem über einzelne Projekte geredet werden könne.

"Mitten im Geschehen" werde sich das Büro befinden, und zwar in einem Container neben der Erlöserkirche. Ein günstiger Standort, findet Auer, denn es solle ja "eine neue Mitte" in Klettham entstehen, für die es bekanntlich auch schon erste Ideen gibt: Claus Sperr vom Büro Planwerk Stadtentwicklung und Jochen Baur vom Büro SEP Stadt Entwicklung Planung hatten im März vor den Stadträten einige Leitlinien formuliert, die aber, wie sie betonten, nur das Ergebnis einer Bestandsaufnahme und von Workshops seien. Das müsse nicht umgesetzt werden, aber die Idee von dem zum Marktplatz aufgewerteten Parkplatz neben der Kirche kam gleich gut an. Dort könnten regionale Anbieter einmal wöchentlich ihre Waren verkaufen, was nicht nur "das Bewusstsein für den eigenen Stadtteil als Aufenthaltsort" stärke, wie es damals hieß, sondern auch das Angebot der Nahversorger ergänze. Auch eine Neuordnung des Grünzugs sei wünschenswert, hieß es bereits im März - und jetzt wieder. Vor allem aber komme es darauf an, sagte Auer, das soziale Miteinander zu stärken. Auch OB Max Gotz (CSU) freut sich, wie er sagte, dass der Prozess jetzt richtig losgehe.

Der Stadtrat werde immer wieder mit dem Quartiersmanagement befasst sein, prognostizierte Gotz. Wenn es um die Umgestaltung gehe, gehe es auch um den Zugriff auf Grundstücke. Und das werde eine "nicht ganz leichte Aufgabe". Mittel müsse die Stadt auch freigeben, wenn beispielsweise wieder eine Aktion zur Gestaltung der Fassaden in Angriff genommen werde. Wolfgang Koppe (Linke) hatte angeregt, Künstler für Lesungen und Ausstellungen zu aktivieren, um der Einsamkeit der Menschen entgegenzuwirken, und hatte gefragt, ob für solche Aktionen ein "symbolischer Betrag" locker gemacht werden könne. Gotz erwiderte ihm, an Honorare sei nicht gedacht. Er halte dies nicht für eine "zielführende Idee".

© SZ vom 27.10.2020
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