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Erding: Anbindung Regional- an S-Bahn:Die dritte Bürgerinitaive

Regionalbahn und S-Bahn sollen bei Erding zusammengeführt werden. Nur wie? Zwei Möglichkeiten gibt es - doch die Erdinger sind skeptisch.

Wenn es um Straßen oder Schienen geht, zeigen die Erdinger Engagement - unabhängig vom Parteibuch: Als letzte von drei Interessensgruppen hat sich eine Initiative um Peter Badmann gefunden, die die Südeinschleifung der Regionalbahn verhindern will. Sie will die Natur rund um Niederwörth schützen und die Ruhe der Aufhausener und Berghamer. Das Engagement stößt auf Interesse: Über die Südeinschleifung wollten sich am Donnerstag so viele Menschen informieren, dass sich der Lindenwirt in Bergham fast als zu klein erwies.

S-Bahn in Erding: Beim Bau des Ringschlusses sollen Regionalbahn und S-Bahn zusammengeführt werden.

(Foto: Peter Bauersachs)

Zwei Varianten stehen zur Diskussion, wie beim Bau des Ringschlusses Regionalbahn und S-Bahn zusammengeführt werden könnten: Die Nordeinschleifung zöge den Bau eines Bahnhofes auf dem Fliegerhorstgelände nach sich, wo sich die Gleise kreuzen; bei der Südeinschleifung schwenkt die Regionalbahn schon vor Aufhausen auf die S-Bahn-Trasse, beide rattern auf einem Gleis durch die gesamte Stadt. Mit seiner Präferenz für die Südeinschleifung hat das Wirtschaftsministerium für Unruhe gesorgt: Die Pläne für den neuen Bahnhof würden Makulatur; die Belastung für die Gleisanwohner würde höher. Schmackhaft macht das Ministerium die Variante den Erdingern, indem ein Teil der Strecke in den Untergrund verlegt werden soll. Bei der Nordeinschleifung ist bislang nur ein kurzer Tunnel vorgesehen.

Dennoch ist der Widerstand gegen die Südeinschleifung groß - auch in Wörth und Walpertskirchen, über deren Flur die Trasse geplant ist. Der Wörther Bürgermeister Rudolf Borgo (SPD) sagte am Donnerstag, es gebe einen einstimmigen Beschluss gegen die Südeinschleifung. Diffuser ist die Lage in Walpertskirchen: Bürgermeister Georg Heilmaier zufolge ist sich der Gemeinderat nicht einig. Doch fordere die Gemeinde im Falle einer Südeinschleifung einen Haltepunkte, von dem aus die Bürger "wenigstens einmal in der Stunde mit dem Zug in die Kreisstadt fahren können".

Der Erdinger Bürgermeister Max Gotz (CSU) verwies am Donnerstag auf eine Absprache mit Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP), der zufolge das Ministerium vor einer Entscheidung mit der Stadt reden wird: "Bis jetzt hat er immer Wort gehalten." Gotz hatte bis zuletzt keinen Hehl daraus gemacht, dass er an der Planung für den Kreuzungsbahnhof - und damit an der Nordeinschleifung - festhalten wolle, für den es einen Stadtratsbeschluss aus dem Jahr 2004 gibt. Dessen ungeachtet melden sich unter den 40 Erdinger Stadträten auch Befürworter der Südeinschleifung zu Wort, die 2004 nicht zur Diskussion stand. Gotz hat die Stadträte nun für den 30.Oktober zu einer Klausurtagung gebeten.

Noch in diesem Jahr soll eine Entscheidung fallen. "Und dann könnte alles ganz schnell gehen", sagte am Donnerstag Peter Badmann. Er versicherte, dass seine Bewegung nicht nur die Interessen der Berghamer, sondern die aller Erdinger im Auge habe. Unter den 180 Besuchern im Lindenwirt saßen auch Vertreter der Bürgerinitiative Bahntunnel und einer Gruppe aus Langengeisling, die sich gegen die Nordumfahrung stemmt. Letztere fürchten durch Ringschluss, Nordumfahrung und der dazugehörigen Nordanbindung unerträgliche Belastungen für Langengeisling.