Empfehlungsbeschluss an den Kreistag Landkreis senkt Müllgebühren

Hausmüll wird im Durchschnitt 6,4 Prozent weniger kosten

Von Thomas Daller, Landkreis

Gute Nachricht für alle Haushalte im Landkreis: Die Müllgebühren sollen gesenkt werden. Und zwar um 6,4 Prozent beim Hausmüll und um 1,46 Prozent für Selbstanlieferer. Auch die Entsorgung von Altreifen wird billiger. Der Strukturausschuss des Landkreises hat am Dienstag einen einstimmigen Empfehlungsbeschluss gefasst, der Kreistag wird in seiner nächsten Sitzung mit großer Wahrscheinlichkeit den endgültigen Beschluss dazu fassen.

Hintergrund dieser Entwicklung sind zum einen die hohen Gebührenüberschüsse in Höhe von 3,8 Millionen allein in den vergangenen vier Jahren. Hinzu kommen 10,6 Millionen Euro an Rückstellungen, die bislang nicht verwendet wurden. So sollten beispielsweise die Sickerwasserschächte in Unterriesbach für fünf Millionen Euro saniert werden, was bislang nicht geschehen ist. Auch die Nachforderung der Umsatzsteuer für die Verbrennung des Restmülls in Höhe von 1,7 Millionen Euro ist noch nicht eingegangen. Hinzu kommt, dass der Landkreis bei der Müllentsorgung von günstigeren Treibstoffpreisen profitiert hat und sich auch die Wertstoffpreise zum Beispiel beim Altpapier besser als kalkuliert entwickelt haben. Nicht zuletzt haben auch die Bürger einen erheblichen Anteil, weil sie immer mehr Wertstoffe getrennt sortieren und somit weniger Restmüll produzieren, der teuer verbrannt werden muss. Laut Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) fielen 1992 bei 95 000 Einwohnern noch 60 000 Tonnen Restmüll an, aktuell sind es bei 135 000 Einwohnern nur noch 20 000 Tonnen. Claudia Alzner, die neue Leiterin des Fachbereichs Abfallwirtschaft, hatte als eine ihrer ersten Amtshandlungen die Gebührenkalkulation für die Jahre 2018 und 2021 fortgeschrieben und aufgrund der Überschüsse eine Senkung empfohlen. Zudem sollen Landkreisbürger nach vorheriger Anmeldung auch noch zwei Kubikmeter Sperrmüll kostenlos bei der Müllumladestation in Isen abliefern dürfen.