Digital Rücksicht nehmen:Spielerisch durch die Corona-Pandemie

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Digital Rücksicht nehmen: Auf 25 Levels, von denen jedes in einer virtuellen Kleinstadt spielt, produzieren, kaufen oder verteilen die Spieler Masken und schicken Infizierte ins Krankenhaus oder in die häusliche Quarantäne.

Auf 25 Levels, von denen jedes in einer virtuellen Kleinstadt spielt, produzieren, kaufen oder verteilen die Spieler Masken und schicken Infizierte ins Krankenhaus oder in die häusliche Quarantäne.

(Foto: Screenshot: oh)

Die App "Viral Days" der Erdinger Software-Firma Smart-Byte simuliert das Infektionsgeschehen in einer virtuellen Kleinstadt. Hauptziel ist, die Ausbreitung unter Kontrolle zu halten

Von Gerhard Wilhelm, Erding

Am Thema Corona-Pandemie ist derzeit kein Vorbeikommen. Passend zum erneuten Lockdown hat die Erdinger Software-Firma Smart-Byte GmbH in Zusammenarbeit mit der App-Entwicklerfirma Quizista aus Pullach das Strategiespiel "Viral Days" veröffentlicht. Viral Days, dessen Entwicklung im ersten Lockdown in März begann, will die Coronavirus-Problematik und die Maßnahmen zum Infektionsschutz spielerisch aufbereiten. "Das Spiel soll eine unterstützende Wirkung haben zur aktuellen Lage der Corona-Pandemie", sagt Mario Heubach, der Geschäftsführer von Smart-Byte. "Wir wollen keine Lehrmeister sein, sondern das Thema locker behandeln, dass es auch für längere Zeit wichtig bleibt und man den Infektionsschutz nicht vernachlässigen soll. Dazu kommt ein gewisser Witz und eine umfangreiche Simulation."

In derzeit 25 Levels, von denen jedes in einer eigenen virtuellen Kleinstadt spielt, übernehmen die Spieler die Verantwortung für die Bevölkerung, indem sie Masken produzieren, kaufen und verteilen, Infizierte ins Krankenhaus oder die häusliche Quarantäne schicken, Menschenansammlungen auflösen und Lockdowns verhängen. Hauptziel ist, das Infektionsgeschehen unter Kontrolle zu halten. Besondere Gefahr geht hierbei von Superspreader-Personen aus, um die herum besonders viele Viren schwirren. "Viral Days" visualisiert dabei die Übertragung eines Virus, indem zwei oder mehr Personen, die zu nah beieinander stehen oder gehen, eine gemeinsame Umrandung erhalten, die mit ihnen wandert. Je länger sich Gesunde in der Nähe von kranken Personen aufhalten, desto mehr schrumpft ein Balken über ihren Köpfen. Sind alle Gesundheitspunkte aufgebraucht, wird eine Person selbst krank und ansteckend.

Mario Heubach kommt selber aus der Spielentwicklerszene. Er sei 16 Jahre in der Branche tätig gewesen, sagt der Geschäftsführer von Smart-Byte. Vor fünf Jahren hat er dann Smart-Byte in Erding gegründet. "Meine Leidenschaft war immer Spiele entwickeln. Durch den Kontakt zu Quizista war die Gelegenheit da, ein Spiel in größerem Umfang zu machen." Das Projekt sei aus der Idee entstanden, wie man das Thema sinnvoll in einem Spiel unterbringen könne, ohne dass man pietätlos werde und vielleicht sogar unterstützend die Problematik des Covid-19-Virus erklären könne und dies zu einer positiveren Einstellung zu Masken und sozialer Distanz im realen Leben führe. Das Spiel sollte zudem nicht trivial sein, sondern auch eine Herausforderung. In dem Spiel habe man sich an anderen Spielen angelehnt, zum Beispiel mit Gesundheitsbalken über den Köpfen der Figuren. "Bei uns stirbt aber keiner" sagt Heubach. Man habe relativ viele Rückmeldungen von jüngeren Spielern, so ab acht Jahren aufwärts, "und die finden das Spiel recht witzig, weil die Grafik ansprechen ist, die Figuren zwar niedlich sind, aber die Problematik gut rüber kommt." Nach der Erfahrung assoziiere man nach dem Spielen auch viele Situationen auf der Straße mit der Spielhandlung von "Viral Days".

Das Spiel sei auf eine längerfristige Spielbarkeit ausgelegt, sagt der Smart-Byte-Chef. "Wir haben einige Neuerungen vor, wenn das Spiel erfolgreich wird. Ideen dazu haben wir bereits." Auf einen kommerziellen Erfolg sei das Spiel aber nicht primär ausgerichtet. Der Download ist kostenlos. Werbung erscheint nur wahlweise. "Es gib Werbung in der App mit einer Video-Hilfe, die man sich kostenpflichtig freischalten kann." Geplant sei zudem noch ein In-App-Store, in dem man optional Zusätze kaufen kann. "Aber das ist erst für die nächsten Aktualisierungen geplant. Und davon ist nichts spielentscheidend. Jeder kann entscheiden, ob es ihm das wert ist oder nicht."

Das Spiel ist auf Deutsch, Englisch und in zwölf weiteren Sprachen spielbar und weltweit über den App Store von Apple sowie Google Play verfügbar. Der Download ist kostenlos. Werbung erscheint nur wahlweise.

Weitere Informationen sind auf der Website www.viral-days.com zu bekommen.

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