bedeckt München 17°
vgwortpixel

CSU zählt zu stärksten Ortsverbänden in Bayern:Im Wahlkampfmodus

Den Blick richtet man in der CSU nach vorne. Max Gotz rief zur Geschlossenheit auf.

(Foto: Renate Schmidt)

OB Max Gotz bleibt Vorsitzender der CSU Erding, der die Landtagsabgeordnete Scharf "Kampagnenfähigkeit" attestiert. Wohnen und Arbeiten sowie Hochwasserschutz sind die Themen der nächsten Jahre

Ohne den Hauch einer Überraschung sind am Donnerstag bei der Versammlung des CSU-Ortsverbandes Erding die Wahlen des Vorstandes abgelaufen: Die Mitglieder bestätigten ihre Führungsfiguren mit sehr breiter Mehrheit. Erdings OB Max Gotz bleibt unangefochtener Vorsitzender des Ortsverbandes, der mit 470 Mitgliedern laut Gotz zu den stärksten nicht nur in Oberbayern, sondern in ganz Bayern zählt. Jakob Mittermeier, Ludwig Kirmair und Janine Krzizok bleiben seine Stellvertreter. Walter Rauscher führt die Kasse weiter; das kann er, wie er schon in den vergangenen 22 Jahren bewiesen hat. Und Burkhard Köppen ist als Schriftführer für Protokolle, Fotos und die Pressearbeit zuständig.

Mit Geschick und Ausdauer

Die Amtsperiode der Bürgermeister in Bayern ist seit den vergangenen Kommunalwahlen gerade zur Hälfte abgelaufen, eigentlich wäre dies die richtige Zeit für eine Zwischenbilanz. Doch die CSU auch in Erding befindet sich schon im Wahlkampfmodus, die Bundestagswahlen im September werfen ihre Schatten voraus. Nicht nur Gotz, auch die bayerische Umweltministerin und Erdinger CSU-Landtagsabgeordnete Ulrike Scharf, die für ein Impulsreferat und für die Leitung der Wahl in Erding vorbeigeschaut hatte, attestierte dem Ortsverband "Kampagnenfähigkeit". Scharf lobte Gotz für die Erfolge der jüngsten Vergangenheit, besonders für die siegreich abgeschlossene Auseinandersetzung um eine Tieferlegung des Bahnübergangs an der Haager Straße im Zuge des Baus des S-Bahn-Ringschlusses. Ohne Gotz' Geschick und Ausdauer wäre dies nicht möglich gewesen, sagte Scharf. Zwar wollte sie keinen Termin nennen, wann die Bagger anrollen, der Planfeststellungsbeschluss für den Abschnitt auf Erdinger Stadtgebiet sei jedoch "in greifbarer Nähe".

Wie stark die CSU auf die kommenden Monate und Jahre fokussiert ist, zeigte sich auch daran, dass Scharf die Sitzung des Parteivorstandes am vergangenen Montag als den wichtigsten Termin der Woche bezeichnet hatte: Horst Seehofer hatte sich da zu einer Kandidatur als Ministerpräsident und als Parteivorsitzender bereit erklärt. Sie sei froh, sagte Scharf, "dass der Käptn an Bord bleibt". Nun müsse die CSU geschlossen hinter ihm stehen, forderte auch Gotz. Scharf rühmte nicht nur die großen Erfolge bayerischer Politik, sondern zählte auch auf, an welchen Stellen Erding von dieser Politik profitiert. So ist der Ausbau des Hochwasserschutzes offenbar auf einem guten Weg, wobei Scharf betonte, dass keine Maßnahme anderen schaden dürfe - speziell wenn es um steigende Grundwasserpegel geht. Auch für ein Hochwasserbecken bei Wörth, das helfen soll, Wassermassen von Erding fern zu halten, würde nicht umgesetzt, wenn sich herausstellte, dass an anderer Stelle Grundwasser in die Keller dringe.

50 neue Arbeitsplätze für Erding

Um dies beurteilen zu können, wird das Grundwasser noch genauer untersucht, 40 zusätzliche Messstellen seien eingerichtet worden. Bis Ende 2017 rechnet Scharf mit einer Entscheidung. Des weiteren kündigte sie an, dass die neue Behörde zur Überwachung großer Lebensmittelbetriebe, die einen von zwei Sitzen in Erding haben wird, etwa fünfzig neue Arbeitsplätze schaffen werde. Anfang 2018 soll es losgehen. Auch für Jakob Mittermeier hatte Scharf optimistisch stimmende Nachrichten: Sie unterstütze dessen Forderung nach einem vierspurigen Ausbau der Flughafentangente Ost, demnächst wird es eine Aktion von Landräten und Bürgermeistern geben.

Wohnen und Arbeiten in Erding, das sind die Themen, die Gotz in seinem Bericht kurz anriss. Er verteidigte den Aufstellungsbeschluss für ein Gewerbegebiet in Erding West, der großen Wirbel ausgelöst hat, weil ein Investor seinen Willen bekundet hat, dort eine große Logistikhalle zu errichten. Entschieden ist bislang noch nichts. Gotz betonte die Bedeutung von weiteren Arbeitsplätzen für die Menschen in Erding - und für die Steuereinnahmen. Nicht weniger bedeutsam sei die Schaffung von Wohnraum, auch mit Blick auf wieder nach oben korrigierte Zahlen zum Einwohnerwachstum Münchens. Es würden in Erding bald etliche Wohnungen fertig - unter anderem für Einheimische.