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Bürgerversammlung:Kritik am Wasserwirtschaftsamt

Langenpreising will endlich wegen der Überschwemmungsgefahr die Strogen ausgeräumt haben

Der Bericht von Bürgermeister Peter Deimel begann mit einem Geständnis: "Wir haben in diesem Jahr keine Straßen saniert, da wird mir zu Recht ein Vorwurf gemacht." Die reparaturbedürftigen Straßen sind aber die kleinsten Sorgen der Langenpreising, wie sich auf der Bürgersammlung zeigte. Vor allem die Situation an den Weihern im Gemeindegebiet, die Furcht vor einem weiteren Jahrhundert-Hochwasser, die teilweise fehlende Barrierefreiheit und wie es bei der geplante Tank- und Rastanlage "Isartal" an der A 92 weiter interessierte die Bürger.

Der Gemeinde geht es nach dem Bericht Deimels im Großen und Ganzen gut. Der Schuldenstand betrug zuletzt 240,19 Euro je Kopf, vom Verwaltungshaushalt konnten 560 000 Euro 2016 in den Vermögenshaushalt für Investitionen überführt werden (auch wegen der nicht erfolgten Straßensanierung) und auch der Anteil an der Einkommensteuer ist mit erhofften 1,655 Millionen Euro in diesem Jahr in Ordnung. Die Gewerbesteuer liegt derzeit bei rund 700 000 Euro, damit es mehr werden kann, sind für 2018 Verhandlungen über neue Gewerbeflächen geplant.

Zwei Punkte haben die Gemeinde in desem Jahr vor allem beschäftigt: die 1250-Jahr-Feier, die mit dem Silvesterball in der Schulturnhalle Langenpreising zu Ende geht und der Bau der neuen Grundschule in der Ortsmitte. Nach Problemen mit einem Zulieferer, der fehlerhaftes Material geliefert habe, sei es zu einer Verzögerung gekommen, "aber das ganze war von Vorhinein ein sehr ehrgeiziger Terminplan", sagte Deimel. Statt dem 1. Oktober, dem Tag der ersten urkundlichen Erwähnung der Gemeinde Langenpreising, soll jetzt die offizielle Einweihung des Schulgebäudes und der Umzug der Kinder in den Weihnachtsferien erfolgen. Die Kosten für den Neubau bei circa 4,5 Millionen Euro bleiben, was dann auch die Schulden etwas erhöhe. Aber schon jetzt zeige sich, angesichts der zu erwartenden Schülerzahlen, dass der Neubau richtig gewesen sei. "So wie es aussieht, haben wir in der neuen Schule auch nur noch ein freies Klassenzimmer."

Umziehen soll dann auch der Gemeinderat, wie Deimel sagte. Dann können auch deren Sitzungen barrierefrei besucht werden, wie in der Vergangenheit kritisiert wurde, da zurzeit die Sitzungen noch im ersten Stock des Feuerwehrhauses stattfinden - und zu dem führt nur eine Treppe. Appelliert wurde in der Versammlung, dass auch die Geschäfte im Ort sich um barrierefreie Zugänge bemühen, damit auch ältere Menschen mit Rollatoren einfacher einkaufen gehen können.

Ein paar deutlichere Worte wird sich auf Wunsch der Langenpreisinger das Wasserwirtschaftamt bald hören von Bürgermeister Deimel. Vor allem die Strogen müsse vom Schlamm und Unrat geräumt werden, wurde angemahnt. Die Bürger fanden beim Bürgermeister ein offenes Ohr: "Der Schlamm gehört raus, das sage ich auch immer. Zuständig ist das Wasserwirtschaftsamt, aber es ist so was von frustrierend, mit dem Amt zu reden, da kann ich mir den Mund fusselig reden. Sollen sie halt nur das Geld geben, dann machen wir die Räumung selber." Ohne diese drohten noch größere Überschwemmungen als zuletzt, wo man mit einem "dunkelblauen Auge" davon gekommen sei.

Wenig konkretes Neues konnt Deimel bei der geplante Tank- und Rastanlage melden. Die Pläne seien stark überarbeitet worden und würden demnächst erneut für Stellungnahmen ausgelegt werden.