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Artenschutz in Buch am Buchrain:Besuch beim Blühbotschafter

Schleppertour des BBV führt Politiker, Landwirte und Verbandsvertreter zu Blumenwiesen und Gewässerstreifen. Der Ortsverband Buch am Buchrain stellt seine Aktion "Buach bliahd" vor. Sie soll fortgesetzt werden.

"Buch blüht" - die vom Ortsverband des Bayerischen Bauernverbands (BBV) in diesem Jahr gestartete Aktion ist ein Erfolg: 67 Bürger aus den Gemeinden Buch und Pastetten haben sich kostenlos Blühsamen vom BBV für je 30 Quadratmeter Garten abgeholt, dann war das verfügbare Saatgut für 5000 Quadratmeter aufgebraucht, 17 weitere Interessenten kamen nicht mehr zum Zuge. Das sagte am Mittwoch Ortsobmann Michael Rappold bei der Schleppertour des BBV mit Politkern, Landwirten und Verbandsvertretern: "Die Resonanz auf unsere Initiative war überwältigend, wir werden die Aktion im nächsten Jahr fortsetzen." In einem Wettbewerb soll es Preise für die schönsten Fotos von Blumenwiesen geben.

Sonnenblumen am Rande von Maisfeldern sind mittlerweile kein seltener Anblick mehr. So auch bei Michael Hamburger aus Buch am Buchrain, auf dessen Hof Landwirte, Politiker und Mitglieder des Bauernverbandes über Blühstreifen diskutierten.

(Foto: Renate Schmidt)

Neben dem Ortsverband Buch am Buchrain engagiert sich seit Frühjahr der stellvertretende BBV-Kreisobmann Michael Hamburger als "BBV-Blühbotschafter" mit angesäten Wildblumen für die Artenvielfalt: Hamburger hat eine 5000 Quadratmeter große Blühfläche am Hammerbach vor seinem Hof angelegt. Bei der BBV-Veranstaltung am Mittwoch auf dem Hamburger Hof war ein mit bunten Blumen bemalter und mit Plakaten der BBV-Aktion "Bayern blüht auf" verzierter "Hippie-Ackerschlepper" vor der Blühwiese Blickfang - ein neuer leistungsstarker Traktor mit Flower-Power-Bemalung, der auch nach Woodstock gepasst hätte. Er soll Symbol dafür sein, dass intensive Landwirtschaft und Artenschutz kein Widerspruch sein müssen. Vor einem Feldkreuz am Hammerbach lag der Ausgangspunkt der Schleppertour. Bestaunt wurden zunächst die bunten Blumen auf der Blühfläche als Dorado für Insekten, bevor im Hof Vorträge dazu zu hören waren: "Mir ist die Pflege der Blühflächen ein wichtiges Anliegen, das mir Freude macht", sagte Nebenerwerbslandwirt Hamburger, der den Betrieb kürzlich von den Eltern übernommen und die Schweinezucht aufgegeben hat. Er kümmere sich gerne um die "fünfjährigen Blühflächen" und die Gewässerstreifen am Hammerbach, um einen Beitrag für eine intakte Natur zu leisten.

Auf Tour (links vorne) Landrat Martin Bayerstorfer, Jakob Maier, Michael Hamburger, Irmgard Posch, hinten Michael Rapold und Ferdinand Geisberger.

(Foto: Renate Schmidt)

"Ich finde die Aktionen in Buch toll", sagte Kreisobmann Jakob Maier. Die "Buach-bliahd"-Initiative, Blühsamen an interessierte Bürger zu verteilen, sei vorbildlich und habe viele Nachahmer gefunden. Auch die von Hamburger angelegten Blühstreifen zeigten, wie Landwirte nachhaltig zur Artenvielfalt beitragen können. Maier machte aber auch deutlich, dass Erdinger Bauern weiter zur nachhaltig-intensiven Landwirtschaft stünden.

BBV-Geschäftsführer Gerhard Stock fügte an, dass den Landwirten Wertschätzung entgegen gebracht werden sollte und für Bio-Produkte auch mehr bezahlt werden müsse. Die Ernte etwa bei Getreide sei in dieser Saison gut ausgefallen, aber die Preise ließen zu wünschen übrig. Kreisbäuerin Irmgard Posch, Ehrenkreisbäuerin Elisabeth Mayr (CSU) und Ortsbäuerin Anna Stanner würdigten die Arbeit der Landwirte im Landkreis, die sich wie etwa der Bucher Landwirt Josef Kinstetter schon lange um Blühflächen kümmern. Ehrenkreisobmann Hans Schwimmer (CSU) forderte zusätzliche Blühstreifen an den Böschungen entlang der A94. Die vielen Aktionen würden durch Maßnahmen des Landkreises ergänzt, betonte Landrat Martin Bayerstorfer (CSU). Blühflächen wurden zum Beispiel im Kreisobstlehrgarten angelegt. Ein Teil des Landkreises sei Naturschutz- und Flora-Fauna-Habitat und Landschaftsschutzgebiet. Wichtig sei, neben den Landwirten der 2000 Betriebe auch bei privaten Gartenbesitzern ein Umdenken für ein insektenfreundliches Klima zu erreichen, also Blumenwiese statt Rasen.

Der Bucher Bürgermeister und Hobby-Imker Ferdinand Geisberger (CSU) fügte an, dass die Gemeinde mit der Renaturierung des Hammerbaches und Blühstreifen auf öffentlichen Flächen "einiges für die Artenvielfalt" unternehme. Mehr Informationen zur Aktion des Bauernverbands unter www.bayern-blueht-auf.de.