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Anne-Frank-Gymnasium:Eine Schulleiterin aus Überzeugung

Das Anne-Frank-Gymnasium verabschiedet seine Rektorin Helma Wenzl. Ihre Nachfolgerin Regine Hoffmann ist bereits im Amt

Von Dan Urner

Erding - Mit viel Lob und Anerkennung ist Oberstudiendirektorin Helma Wenzl nach zwölf Jahren als Schulleiterin des Anne-Frank-Gymnasiums Erding und insgesamt 35 Dienstjahren als Lehrerin in den Ruhestand verabschiedet worden. Eigentlich hätte die Veranstaltung bereits im Juli stattfinden sollen, war wegen Corona aber verschoben worden. Bereits seit dem Beginn des laufenden Schuljahres leitet Regine Hoffmann die Geschicke der Schule.

Auch die Schülerinnen und Schüler schickten eine Abordnung zur Verabschiedung von Helma Wenzl. Sie hatten einen Baum mit Glückwünschen gebastelt.

(Foto: Renate Schmidt)

Bei der Zeremonie in der Aula des Gymnasiums lobten die Redner das Wirken Wenzls einhellig. Der leitende Oberstudienrat Richard Rühl würdigte in der offiziellen Verabschiedungsrede eine "kritisch-konstruktive Pädagogin mit Führungsqualitäten". Das Vermächtnis von Anne Frank, die Erinnerungskultur und das gelebte Leitbild der Schule seien ihr immer ein Anliegen gewesen. Rühl lobte ferner ihre "Offenheit für Menschen" und ihren "umsichtigen Einsatz für ihre Schülerinnen und Schüler". Er rekonstruierte die vergangenen zwölf Jahre ihres Wirkens als Schulleiterin, die von vielen Herausforderungen und Umbrüchen geprägt gewesen seien, so etwa von der Digitalisierung und dem sukzessiven Umbau des Schulgebäudes. "Helma Wenzl hat die Schule schrittweise weiterentwickelt." Sie habe das mathematisch-naturwissenschaftliche Profil geschärft und das Gymnasium für internationale Partnerschaften geöffnet. Die Idee von einer Schule, in der sich alle wohlfühlen, sei stets ihr Antrieb gewesen.

Zum Festprogramm gehörten eine Ballade von Chopin, die Cosima Heilmaier vortrug.

(Foto: Renate Schmidt)

Ludwig Kirmair (CSU) vertrat Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) bei der Zeremonie. Der Erdinger Kulturreferent und Realschuldirektor im Ruhestand sagte, der Landkreis verliere eine Oberstudiendirektorin, "die die Schulleitung zur Herzensangelegenheit gemacht hat". OB Max Gotz (CSU) rief in einer Videobotschaft die "vielen angenehmen Gespräche"positiv in Erinnerung, "wenn sie auch manchmal kritisch waren". Daneben fanden auch Arno Vollath, Vorsitzender des Personalrats, Michael Lex, Vorsitzender des Elternbeirats, sowie der Vorsitzende des Fördervereins, Johann Bauer, lobende Worte. Vertreter der Schülermitverantwortungen dankten Wenzl für ihre Herzlichkeit. "Die Schule war immer ein Ort, wo wir uns willkommen gefühlt haben." Die Schülerin Cosima Heilmaier, die Abiturienten Simon Bauer und Michael Schirmer sowie der Oberstudienrat des Staatsinstituts für Schulqualität und Bildungsforschung, Tobias Stork, begleiteten die Verabschiedung musikalisch.

Helma Wenzl, die ihren Schuldienst 1985 beim Gymnasium Grafing begonnen hatte, hatte 2008 die Nachfolge von Ulrich Bartl als Direktorin des Anne-Frank-Gymnasiums angetreten - und ist bis zum Sommer in der Schule tätig gewesen, in der sie bereits 1977 das Abitur bestanden hatte. 2010 durfte sich die gebürtige Erdingerin Oberstudienrätin nennen. "Das ist die Schule, für die ich gelebt habe", sagte Wenzl in ihrer Abschiedsrede. Sie gab an, das Anne-Frank-Gymnasium habe ein "reiches, vielfältiges und buntes Schulleben". Die Englisch- und Französischlehrerin habe immer Wert darauf gelegt, dass die Schule nicht nur ein Ort des Lernens, sondern auch ein Ort des Lebens sei. "Bei allen Herausforderungen waren es schöne Jahre." Ihr Dienstschluss sei kein "Ende einer Ära", sondern vielmehr eine "Stabübergabe". Regine Hoffmann besitze die nötige Erfahrung und die richtige Persönlichkeit. "Die Schule ist in guten Händen."

© SZ vom 12.10.2020

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