Am Wochenende wird gefeiert Ein Zentrum für Altenerding

Die Sanierung rund um den Hofmarkplatz ist abgeschlossen, doch die Verkehrsführung überzeugt noch nicht alle

Von Sarah Ehrmann

"Es ist amtlicher Beschluss, dass es am Sonntag schönes Wetter wird, 25 Grad, leicht bewölkt", sagt Günther Pech vom Stadtmarketing und zeigt auf den Wetterbericht. Zum Abschluss der Sanierung der Ortsdurchfahrt und des Hofmarkplatzes in Altenerding veranstaltet die Stadt Erding mit Altenerdinger Ortsvereinen am 10. Juli das Hofmarkfest auf dem neu gestalteten Platz.

"Das Fest könnte durchaus Tradition werden und ist als ein Dankeschön an die Bürger gedacht, die im vergangenen Jahr Beeinträchtigungen hatte", sagt Bürgermeister Max Gotz (CSU). Weniger durch Lärm als vielmehr dadurch, dass die Leute nicht mehr an ihre Häuser kamen.

Gotz ist zufrieden mit den Veränderungen: Um Altenerding einen Ortskern zu geben und gleichzeitig den Verkehr abzubremsen, wurde fast zwei Jahre lang gebaut: An der Einmündung der Haager Straße in die Ardeostraße wurde ein Kreisverkehr gebaut, ebenso an der Pfarrer-Fischer-Straße. Die Kurve beim Gasthaus Adlberger erhielt einen neuen Radius, und die Straße auf der nördlichen Seite des Hofmarkplatzes wurde zur Sackgasse. So kann der Platz nicht mehr umfahren werden.

"Durch die Art des Umbaus gibt es weniger Durchgangsverkehr", sagt Gotz. "Und die Beschwerden über die Ecken und Kurven zeigen: Sie stören tatsächlich." Ihm sei wichtig, dass es nicht ein steril-sauberes Altenerding gebe, sondern eines zum Darin-Leben. Ein Wermutstropfen sei daher, dass am Hofmarkplatz die Bäume fehlen - Sie werden im Herbst in einer Sammelbestellung geliefert.

Die Katholische Kirche Mariä Verkündigung erhielt eine neue Mauer, die gerade begrünt wurde. "In zwei Jahren ist das ein Schmuckstück", wie Gotz sagt. Doch er plant schon weitere Veränderungen: Möglicherweise müsse auch der Verkehr am AWO-Kinderhaus in der Pfarrer-Fischer-Straße beruhigt werden. Ebenso müsse über eine Querungshilfe am Fußgängerüberweg an der Landgerichtsstraße und bessere Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten für Busreisende nachgedacht werden.

Doch nicht alle An- und Bewohner sehen den Umbau durchweg positiv, das musste Gotz in der Vergangenheit mehrmals einräumen. "Die Sanierung hat wie alles zwei Seiten", sagt auch Fritz Bauschmid, CSU-Stadtrat im Bauausschuss. "Viele Landwirte sagen, dass es gefährlich ist, weil sie mit ihren großen Maschinen oder Geräten, die am Schlepper hängen, nicht mehr durch die engen Straßen kommen."

Eine Engstelle sehe er beim Gasthaus Adlberger und wenn man von der Austraße aus rechts abbiegen wolle. Gut sei, dass Schulbusse über die Umgehungsstraße führen und der Stadtkern viel grüner sei. "Das Ortsbild ist super gelungen", sagt er. Momentan sei alles noch kritisch, weil man es nicht gewohnt sei. "Aber das wird sich einspielen."

Auch Stephan Stanglmaier, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Altenerding, ist nicht komplett überzeugt: "Von der Verschönerung her hat es bestimmt etwas gebracht. Aber ich glaube, dass sich die Leute trotzdem durchs Ortszentrum pressen, wenn sie zum Flughafen oder ins Krankenhaus wollen."

Als Linksabbieger brauche man auch zu lange, um von der Umgehungsstraße in die Münchener Straße abbiegen zu können. Am Sonntag bietet die Feuerwehr Fahrten auf dem Teleskop-Gelenkmast an - so können sich Gäste selbst einen Überblick über den neuen Platz verschaffen.