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Party mit Promis:Prosecco in Pink und ein bisschen Politik

CSU lädt zur ersten "Lounge in the City" im Landkreis ein und hat Finanzminister Markus Söder zu Gast.

Markus Söder ist "Stargast" der CSU-Lounge in Markt Schwaben, die von Angelika Nieblers Frauen-Union für ein modernes Parteibild erfunden wurde.

(Foto: Photographie Peter Hinz-Rosin)

Die Nürnberger Bratwurst kommt im Sektglas daher. Aber auf Kraut, wie sich das gehört. Oberbräu-Wirt Raphael Brandes hat mit seinem Speisenangebot die richtige Auswahl getroffen. Denn einerseits galt es am Montagabend, dem bayerischen Finanzminister Markus Söder bei seinem Besuch in Markt Schwaben einen kulinarischen Gruß aus dessen fränkischer Heimat zu kredenzen. Auf der anderen Seite stand die Herausforderung, Bodenständiges wie Bratwurst mit Fingerfood wie Frühlingsröllchen zu verbinden. Die Symbiose aus Tradition und Trend ist Ziel der Veranstaltung "Lounge in the City", zu der der CSU-Kreisverband mit seinen Arbeitsgruppen, der Frauen-, der Jungen- und der Senioren-Union, erstmals in den Landkreis eingeladen hat.

Wie die Bratwurst zu Frühlingsrollen passt Politik auch zum Prosecco, so möchte die Frauen-Union (FU) als Erfinderin der Lounge gerne rüberkommen. "Wir sind schon lange dabei, uns zu entstauben", bekräftigt FU-Kreisvorsitzende Susanne Linhart. Wobei die Chefin, die Europaabgeordnete, FU-Landesvorsitzende und CSU-Kreisvorsitzende Angelika Niebler, schnell einschränkt, dass eine Veranstaltung, nur weil sie sich eines Anglizismus' bediene, nicht gleich modern sein muss. "Aber hätten wir es Feierabend-Party oder Nach-der-Arbeit-Feier nennen sollen?"

Da kommt das "Get together" auf einer "After-Work-Party" schon besser an im Markt Schwabener Wirtshaus. Die Gäste, gut 130 aus dem engeren und weiteren Dunstkreis der CSU, darunter die stellvertretende Regierungssprecherin Sabine Heimbach, die frühere bayerische Sozialministerin Christa Stewens, Landrat Gottlieb Fauth und Plienings Bürgermeister Georg Rittler, haben aus der Einladung ein zwangloses Miteinander ohne große politische Plänkeleien herausgelesen. So stört es niemanden, dass Niebler für die "Lounge in the City"-Veranstaltungen, die "powered by CSU" auch unter dem Motto "High Politics and High Heels" beworben worden sind, im vergangenen Jahr für den Titel "Sprachpanscher des Jahres" nominiert war.

"Das ist besser als Bierzelt", lobt jedenfalls Lisa Kätzlmeier (20) von der Jungen Union (JU) in Egmating. Und auch ihre Freundin Johanna Rank (19) ist überrascht von der "coolen Location", in die sich dank pinkfarbenem Licht, Stehtischen und Clubmusik das Wirtshaus verwandelt hat. "Das ist schon etwas, womit man junge Leute begeistern kann", ist Zameta Gruszecka überzeugt. Die 19-jährige Egmatingerin hatte über Facebook von der Lounge in Markt Schwaben erfahren. Auf ihre Seite dort postet Angelika Niebler ganz zeitgemäß um 20 Uhr das erste Erinnerungsfoto vom "Stargast" des Abends, wie sie ihren Parteifreund Söder nannte.

CSU-Mitglieder jeden Alters freuen sich über die Party mit Minister und Europaabgeordneter

(Foto: Photographie Peter Hinz-Rosin)

Der lässt sich mit seiner schweren Limousine quer über den Marktplatz direkt vor die Tür des Wirtshauses chauffieren und wird als erstes vom designierten CSU-Landtagskandidaten Thomas Huber und vom JU-Kreisvorsitzenden Tobias Scheller in Beschlag genommen. Vor lauter Anglizismen müssen diese wohl den kleinen "Ladies first"-Stempel auf den Werbeaufstellern im Retro-Tapeten-Design übersehen haben. Auch Söder bricht eine Lounge-Regel, und verzichtet nicht auf eine lange Rede. Dafür wählt er den Plauder-Modus, um in einer knappen halben Stunde seine Erfolge in Bayern und seine Sorge um die internationale Finanzpolitik zusammenzufassen und um Angelika Niebler als eine der kompetentesten Europapolitikerinnen zu würdigen. Bis kurz nach 21 Uhr parliert Söder dann gut gelaunt in kleinen Grüppchen weiter - über seine Zeit als Europaminister in fensterlosen Büros, die Rettung des Boxbeutels und andere fränkische Eigenarten. Die Gäste jedenfalls sind begeistert, die Lounge kommt an, oder wie es die Markt Schwabener CSU-Ortsvorsitzende Magdalena Föstl auf den Punkt bringt: "Der Laden ist voll." Fortsetzung folgt.